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Falschgeld Internationale Banden fälschen Euro-Noten in großem Stil

Die Falschgeldstatistik im Euro-Raum ist wenig aussagekräftig. Statt klarer Antworten bemühen Zentralbanker lieber die Wahrscheinlichkeitsrechnung.

© ZB Vergrößern Ein falscher Fünfziger: Silberfaden und Wasserzeichen fehlen

Werden Zentralbanker auf das ungeliebte Thema Falschgeld angesprochen, bemühen sie statt klarer Antworten gern die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Danach hat der Bürger größere Chancen, im Lotto einen "Sechser" zu erzielen, als je im Leben eine gefälschte Banknote angedreht zu bekommen. Zumindest im Einzelhandel scheint es aber von "Falschgeld-Lottokönigen" nur so zu wimmeln.

Regelmäßige Befragungen beim Einkauf in Deutschland oder Frankreich ergeben in den letzten Monaten eine Vielzahl von Falschgeldfällen, mit einer Häufung gerade in jüngster Zeit - mehrheitlich bei 50- oder 100-Euro-Noten. Während deutsche Einzelhändler allerdings behaupten, sie behielten falsche Euro-Noten ein und übergäben sie der Polizei, reichen französische Kollegen einen beanstandeten Geldschein offenbar lieber an den damit zahlenden Kunden zurück. Die Zeiten sind schwer, und keiner möchte es mit der Kundschaft verderben.

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Einzelhändler reichen Fälschungen weiter

Ein deutscher Einzelhändler aus dem Raum Frankfurt gestand allerdings gegen Zusicherung strikter Anonymität, daß er inzwischen falsche Euro-Noten wieder in Umlauf gebe, wenn ihre Fälschungsqualität dies erlaube. Der Mann rechtfertigt sein - strafbares - Handeln damit, daß sich gerade die Fälle hervorragend gefälschter 50-Euro-Noten bei ihm derart gehäuft hätten, daß er nicht länger den wirtschaftlichen Schaden hinnehmen wolle.

Zahl der gefälschten Euro-Scheine © Vergrößern

Der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge wurden im Jahr 2004 innerhalb und außerhalb des Euro-Raums insgesamt rund 594.000 Stück falsche Euro-Noten oder 8Prozent mehr Falschgeld aus dem Zahlungsverkehr genommen als im Jahr zuvor. Das sind 66 aufgegriffene Falschgeldnoten je eine Million umlaufender Banknoten im gesamten Euro-Raum. Schätzungen für den Dollar gehen von etwa 200 Falschgeldnoten je eine Million umlaufender "Greenback" aus; die genaue Zahl ist geheim.

34,4 Millionen Euro Schaden

Im internationalen Vergleich stehe der Euro gut da, lautete zum Jahresauftakt 2005 die beruhigende Botschaft aus Frankfurt, die Fälschungen gingen zurück. Bezogen auf die Stückzahl sei 2003 die höchste Zuwachsrate und 2004 der höchste absolute Stand an Euro-Fälschungen erreicht worden. Dabei überging die EZB geflissentlich, daß im Jahr 2004 der durch das Falschgeld entstandene volkswirtschaftliche Schaden auf 34,4 (2003: 26,5) Millionen Euro weiter kräftig gestiegen ist. Es ist diese Summe, die den Bürger vor allem interessiert. Keiner ersetzt ihm nämlich den Schaden, wenn er sich eine falsche Euro-Note hat andrehen lassen - und diese der Polizei aushändigt.

Die Deutsche Bundesbank meldete für 2004 einen Anstieg der aus dem Zahlungsverkehr gezogenen falschen Euro-Noten um beachtliche 62Prozent auf 81000 Stück, mit einem wertmäßigen Anstieg des daraus resultierenden Schadens um 80 Prozent auf 6,1 Millionen Euro. Die Zahl der aufgegriffenen falschen Euro-Noten ist inzwischen weit mehr als doppelt so hoch wie zu Zeiten der letzten DM-Serie. Eine ähnlich beunruhigende Entwicklung zeigt die Statistik der Oesterreichischen Nationalbank. Österreich hält nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den neun Milliarden im Euro-Raum umlaufenden Noten, während auf Deutschland prozentual mehr als ein Drittel entfallen.

Nationale Falschgeldzahlen kaum bekannt

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