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Fachkräfte : Studiengebühren für alle

Ausgerechnet die Grünen überlegen, Studiengebühren von Nicht-EU-Ausländern zu verlangen. Das wäre ein fatales Signal. Am besten führte die Politik sie wieder für alle Studenten ein.

          Die Politiker haben die Studiengebühren in Deutschland abgeschafft. Das war falsch, weil Akademiker besonders von ihrer Ausbildung profitieren - auch finanziell. Zudem lassen sich Gebühren sozial verträglich erheben.

          Nun bringen ausgerechnet die Grünen, die eigentlich Studiengebührengegner sind, die Beiträge wieder ins Spiel. Die regierenden Grünen in Baden-Württemberg erwägen, sie nur von Ausländern aus Nicht-EU-Ländern zu verlangen; EU-Bürger kann man aus rechtlichen Gründen nicht zur Kasse bitten, solange Deutsche nichts zahlen. Aus den Drittstaaten kommen zwar immer mehr Studenten nach Deutschland, aber keineswegs so viele, dass sie den Hochschulen aus der finanziellen Patsche helfen könnten. Dafür riskierte man, mit einer einseitigen Erhebung ein sehr unfreundliches Signal in die Welt zu senden.

          Und dringend benötigte Fachkräfte abzuschrecken: Schon heute interessieren sich Ausländer mehr für ein Ingenieurstudium hierzulande als Deutsche. Und nach Schätzungen bleibt jeder zweite ausländische Absolvent. Politiker sollten nicht kleinkariert denken, sondern den Mut haben, die Abschaffung der Gebühren als Fehler einzugestehen.

          Lisa     Becker

          Redakteurin in der Wirtschaft

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          Quelle: F.A.Z.

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