http://www.faz.net/-gqe-8u48o

F.A.S. exklusiv : Zypries hofft auf Scheitern Trumps

  • Aktualisiert am

Die neue im Wirtschaftsressort: Sigmar Gabriels Nachfolgerin Brigitte Zypries Bild: Frank Röth

Die neue Wirtschaftsministerin Zypries hält Donald Trump für eine Gefahr für die Wirtschaft. Im Gespräch mit der F.A.S. verrät sie auch ihre ersten Pläne mit der neuen Regierung.

          Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) setzt darauf, dass der amerikanische Präsident Donald Trump mit seiner Politik an innenpolitischen Widerständen scheitert. „Auch in Amerika wird der Präsident irgendwann die Erfahrung machen, dass er für seine Politik Mehrheiten im Parlament braucht“, sagte sie der F.A.S. Niemand könne Fakten auf Dauer ignorieren.

          „Amerika hat eine lange demokratische Tradition und ein System von Checks and Balances, also gegenseitiger Kontrolle“, so Zypries in ihrem ersten umfangreichen Interview nach Amtsantritt. „Das muss sich jetzt bewähren.“ Schnellschüsse wie das zurückgenommene Einreiseverbot für deutsche Doppelstaatler zeugten nicht von der Wahrnehmung der Verantwortung. Auf die Frage, ob sie auf ein vorzeitiges Ausscheiden Trumps hoffe, sagte Zypries: „Das ist eine inneramerikanische Angelegenheit.“
           
          Als einen der ersten Schritte in ihrem Amt kündigte Zypries ein baldiges Treffen mit dem amerikanischen Handelsminister an. „Natürlich werde ich mit meinem Ressortkollegen Wilbur Ross treffen, sobald er vom Senat bestätigt ist“, sagte sie. Das Gespräch könne in Washington oder in Berlin stattfinden. „Wir suchen das Gespräch und geeignete Gesprächspartner in der Administration, die Argumenten zugänglich sind“, fügte Zypries hinzu.


           
          In dem Interview bezeichnete Zypries den amerikanischen Präsidenten als eine Gefahr für die ökonomische Entwicklung. „Ungewissheit und Unberechenbarkeit lähmt. Und Lähmung ist gefährlich für die Wirtschaft“, sagte sie. Die gemeinsamen Werte und Prinzipien müssten gelten. Dazu zählten auch die Regeln der Welthandelsorganisation, die den Zoll für Autos auf 2,5 Prozent begrenzten. „Wenn Trump ihn auf 25 bis 30 Prozent anheben will, wäre das eindeutig ein Verstoß gegen diese Regeln.“ Zypries hatte das Amt der Wirtschaftsministerin vor einer Woche von dem scheidenden SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel  übernommen, der ins Außenministerium wechselte und in dieser Woche seinen Antrittsbesuch in Washington absolvierte. Als größte Herausforderung ihrer Amtszeit gilt die Auseinandersetzung mit dem neuen amerikanischen Protektionismus.
           


          Weitere Themen

          Enttäuschung mit Ansage

          Maas in Washington : Enttäuschung mit Ansage

          Außenminister Heiko Maas trifft in Washington auf eine harte Wand und großes Desinteresse. Sein Besuch zeigt, wie es derzeit um das Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika bestellt ist.

          Topmeldungen

          Franziska Giffey in der Berufsfachschule für Altenpflege im Johannesstift in Berlin-Spandau

          Familienministerin Giffey : Die Frau, ohne die nichts geht

          Franziska Giffey war Bürgermeisterin von Berlin-Neukölln und führt nun das Bundesfamilienministerium. Wer ist die Frau mit dem warmen Lächeln und dem Law-and-Order-Image? Rumschubsen lässt sie sich jedenfalls nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.