14.03.2010 · „Statt eines Fonds brauchen wir Strafen für die Sünder“, sagt der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Otmar Issing.
„Statt eines Fonds brauchen wir Strafen für die Sünder“, sagt der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Otmar Issing.
Herr Issing, löst ein Europäischer Währungsfonds die Griechenland-Krise?
Nein. Als Beitrag zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise käme der Fonds auf jeden Fall zu spät. Von überstürzten Aktionen kann man kaum tragfähige Konzepte erwarten.
Soll man das Projekt EWF dann weiterverfolgen?
Ich warne davor, jetzt die Büchse der Pandora zu öffnen. Falls für die Einrichtung des Fonds eine Vertragsänderung erforderlich ist, stellt sich die Frage, für welche Art Fonds es überhaupt eine Mehrheit gäbe.
Wer müsste für den Fonds zahlen - wahrscheinlich vor allem die Deutschen?
Die Finanzierung des Fonds wirft riesige Probleme auf. Wie will man in überschaubarer Zeit durch Beiträge eine ausreichende Summe zusammenbringen? Ich frage mich auch, ob die Mittel jemals für den Fall der Hilfe für ein großes Mitgliedsland reichen könnten? Der Ausweg in eine Anschubfinanzierung über Kredite müsste die Glaubwürdigkeit des Vorhabens schon vor Beginn unterminieren. Ein Transfer von Steuergeldern zwischen Ländern durch den Fonds wäre ein klarer Verstoß gegen die No-Bail-out-Klausel.
Könnte der Fonds - besser als die Maastricht-Verträge - Reformen in überschuldeten Ländern durchsetzen?
Von Vertretern der Idee eines EWF wird betont, dieser dürfe Hilfen nur unter strikten Auflagen gewähren. Dafür müsste man sich auf eine „politikferne“, unabhängige Institution verständigen, die im Krisenfalle auch größtem Druck widersteht. Nach allen Erfahrungen fällt es schwer, diese Option für realistisch zu halten. Ohne diese Voraussetzung wächst jedoch die Gefahr, dass die Aussicht auf finanzielle Hilfen schon im Vorfeld eigene Anstrengungen schwächt.
Wie lautet Ihre Alternative?
Statt über künftige finanzielle Unterstützung im Notfall zu verhandeln, sollte sich die Gemeinschaft darauf konzentrieren, wie durch strikte Überwachung und zeitnahe Sanktionen für Fehlverhalten einzelner Länder dauerhaft Stabilität gesichert werden kann.
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |