Home
http://www.faz.net/-gqg-15tjp
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 19. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

EWF „Ein klarer Verstoß“

14.03.2010 ·  „Statt eines Fonds brauchen wir Strafen für die Sünder“, sagt der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Otmar Issing.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

„Statt eines Fonds brauchen wir Strafen für die Sünder“, sagt der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Otmar Issing.

Herr Issing, löst ein Europäischer Währungsfonds die Griechenland-Krise?

Nein. Als Beitrag zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise käme der Fonds auf jeden Fall zu spät. Von überstürzten Aktionen kann man kaum tragfähige Konzepte erwarten.

Soll man das Projekt EWF dann weiterverfolgen?

Ich warne davor, jetzt die Büchse der Pandora zu öffnen. Falls für die Einrichtung des Fonds eine Vertragsänderung erforderlich ist, stellt sich die Frage, für welche Art Fonds es überhaupt eine Mehrheit gäbe.

Wer müsste für den Fonds zahlen - wahrscheinlich vor allem die Deutschen?

Die Finanzierung des Fonds wirft riesige Probleme auf. Wie will man in überschaubarer Zeit durch Beiträge eine ausreichende Summe zusammenbringen? Ich frage mich auch, ob die Mittel jemals für den Fall der Hilfe für ein großes Mitgliedsland reichen könnten? Der Ausweg in eine Anschubfinanzierung über Kredite müsste die Glaubwürdigkeit des Vorhabens schon vor Beginn unterminieren. Ein Transfer von Steuergeldern zwischen Ländern durch den Fonds wäre ein klarer Verstoß gegen die No-Bail-out-Klausel.

Könnte der Fonds - besser als die Maastricht-Verträge - Reformen in überschuldeten Ländern durchsetzen?

Von Vertretern der Idee eines EWF wird betont, dieser dürfe Hilfen nur unter strikten Auflagen gewähren. Dafür müsste man sich auf eine „politikferne“, unabhängige Institution verständigen, die im Krisenfalle auch größtem Druck widersteht. Nach allen Erfahrungen fällt es schwer, diese Option für realistisch zu halten. Ohne diese Voraussetzung wächst jedoch die Gefahr, dass die Aussicht auf finanzielle Hilfen schon im Vorfeld eigene Anstrengungen schwächt.

Wie lautet Ihre Alternative?

Statt über künftige finanzielle Unterstützung im Notfall zu verhandeln, sollte sich die Gemeinschaft darauf konzentrieren, wie durch strikte Überwachung und zeitnahe Sanktionen für Fehlverhalten einzelner Länder dauerhaft Stabilität gesichert werden kann.

Das Gespräch führte Rainer Hank.

Quelle: F.A.S.
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Gute Wirtschaftspolitik

Von Winand von Petersdorff

Der Vorwurf: Deutschland lebt mit seinem parasitären Wirtschaftsmodell auf Kosten anderer Länder. Doch die Taktik der Bundesregierung stiftet Vertrauen für die nächsten Jahre. Mehr 16

17.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.848,03 +1,42%
 OK
Umfrage

Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

17.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.848,03 +1,42%
FAZ-INDEX 1.526,72 +1,43%
TecDAX 778,36 +0,73%
MDAX 10.441,40 +1,41%
SDAX 5.048,27 +1,17%
REX 422,26 −0,26%
Eurostoxx 50 2.520,31 +1,24%
F.A.Z. EURO INDEX 81,56 +1,37%
Dow Jones 12.949,90 +0,35%
Nasdaq 100 2.584,24 −0,31%
S&P500 1.361,23 +0,23%
Nikkei225 9.384,17 +1,58%
EUR/USD 1,3138 +0,07%
Rohöl Brent Crude 119,95 $ −0,08%
Gold 1.723,00 $ +0,58%
Bund Future 138,50 € −0,16%