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Europäische Union Die Slowakei freut sich über den Euro

Mit dem Start ins neue Jahr ist der Euro Zahlungsmittel auch in der Slowakei geworden. Damit gehören dem Euro-Raum 16 Länder an. Die im Export engagierten Unternehmen sind erleichtert über das Ende der Kursschwankungen.

© dpa Der Umtauschkurs liegt bei 30,1260 slowakischen Kronen für einen Euro

Die Slowakei hat als erstes Land des ehemaligen Ostblocks den Euro eingeführt. Die Umstellung von der Krone auf die europäische Gemeinschaftswährung zu Neujahr verlief weitgehend reibungslos. Mit den rund 5,4 Millionen Slowaken leben nun knapp 329 Millionen Menschen im Euro-Gebiet. Der Start des Euro im 16. Land der Währungsunion fiel seinem zehnten Geburtstag zusammen.

Die gemeinsame Währung war am 1. Januar 1999 zunächst als Buchgeld eingeführt worden. Die Münzen und Scheine folgten drei Jahre später. Die EU-Kommission lobte die Euro-Einführung in der Slowakei. Die vorliegenden Informationen zeigten, dass die Umstellung in dem mitteleuropäischen Land gut verlief.

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Noch bis 16. Januar kann in den slowakischen Geschäften außer mit Euro und Cent auch mit der alten Landeswährung Slowakische Krone bezahlt werden. Erst danach wird die Krone nur noch von Banken gewechselt. Der Umtauschkurs liegt bei 30,1260 slowakischen Kronen für einen Euro.

Exportunternehmen erleichtert

Die im Export engagierten Unternehmen sind erleichtert, dass mit der Euro-Einführung die störenden Kursschwankungen und häufigen Aufwertungen endlich wegfallen. Für die drei großen ausländischen Autokonzerne VW, Kia und PSA Peugeot Citroën, die für rund ein Viertel aller slowakischen Exporte, ein Drittel der Industrieproduktion und ein Viertel des Bruttoinlandprodukts verantwortlich sind, wird die Freude über die Währungsstabilität und die geringer werdenden Transaktionskosten jedoch durch die internationale Absatzkrise getrübt. So hat Kia Motors Slovakia die Einführung einer dritten Schicht gestrichen. Und bei VW in Bratislava begann der Weihnachtsurlaub eine Woche früher als sonst. Weil Kia und Peugeot jedoch kostengünstige und treibstoffsparende Fahrzeugmodelle herstellen, dürfte der Nachfrageeinbruch weniger stark ausfallen. Kia plant sogar, in die Erweiterung der Motorenproduktion 200 Millionen Euro zu investieren. Auch das VW-Werk, das in Bratislava vorwiegend SUV-Modelle im oberen Preissegment herstellt, will 300 Millionen Euro in die Produktion von zwei neuen Mittelklasse-Modellen investieren.

Auch die übrige slowakische Wirtschaft ist besorgt. Das Wachstum ist von 10 Prozent im Vorjahr auf knapp 7 Prozent in diesem Jahr gesunken und wird im nächsten Jahr nach neuesten Vorhersagen nur noch zwischen 3 und 3,5 Prozent betragen. Dies ist zwar im Vergleich zu westeuropäischen Staaten noch immer viel. Ivan Miklos, ehemaliger Finanzminister und Vater der erfolgreichen Euro-Strategie, sorgt sich allerdings um die mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit der Slowakei. Der Rückgang sei nur zu einem geringen Teil das Ergebnis der Wirtschaftskrise; viel negativer wirkten sich die Reformversäumnisse der Regierung aus. Ministerpräsident Robert Fico kümmere sich weder um die Verbesserung des Investitionsklimas und der Wirtschaftsstruktur noch um die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, bemängelt Miklos. Auch im Kampf gegen die Korruption versage die Regierung vollkommen.

Ein attraktiver Investitionsstandort

Für die deutsch-slowakische Handelskammer ist die Slowakei dagegen dank relativ niedriger Löhne und hoher Arbeitsproduktivität nach wie vor ein attraktiver Investitionsstandort. Doch auch die Kammer beanstandet bedenkliche wirtschaftsfeindliche Tendenzen, die potentielle Investoren abschrecken und eine Abwanderung ausländischer Investoren bewirken könnten. Für Unruhe sorgt derzeit vor allem ein neues Gesetz zur Preisbildung für alle regulierten Versorgungsindustrien. Hauptbetroffene sind Energieunternehmen, die wie Eon und Gaz de France als strategische Investoren am slowakischen Energieversorger SPP beteiligt sind. Aber auch andere Investoren sind hellhörig geworden, da der Staat sich erstmals das Recht nimmt, in bestehende Verträge einzugreifen. „Mit diesem Gesetz untergräbt die Regierung das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Standorts“, warnt daher der Geschäftsführer der Kammer, Michael Kern.

Quelle: FAZ.NET

 
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