Home
http://www.faz.net/-gqe-7445f
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Euro-Krise Zypern-Hilfe würde russisches Schwarzgeld retten

Zypern hat im Juni wegen seiner schwächelnden Banken Finanzhilfe beantragt. Nun legt ein Dossier des Bundesnachrichtendienstes offenbar nahe, dass damit vor allem russischen Schwarzgeldkonteninhabern geholfen würde.

© dapd Vergrößern Beliebtes Touristenziel: Zypern

In Deutschland werden Bedenken an der Zahlung von internationalen Milliardenhilfen für das Euromitgliedsland Zypern laut. „Wir können nicht mit dem Geld der deutschen Steuerzahler die Einlagen von russischem Schwarzgeld bei den zyprischen Banken absichern“, sagt SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider dem Magazin „Spiegel“: „Vor der Zustimmung der SPD zu einem Hilfskredit für Zypern muss über das Geschäftsmodell des Landes geredet werden.“

Nach Angaben des „Spiegel“ legt der Bundesnachrichtendienst (BND) in einer Untersuchung den Schluss nahe, dass von der Unterstützung für Zypern vor allem Inhaber russischer Schwarzgeldkonten profitieren würden. Nach Erkenntnissen des BND hätten russische Staatsbürger 26 Milliarden Dollar bei zyprischen Banken deponiert, mehr als die Jahreswirtschaftsleistung des Landes, heißt es unter Berufung auf einen geheimen Bericht des deutschen Auslandsgeheimdienstes.

80 Oligarchen haben die zyprische Staatsangehörigkeit - und damit Niederlassungsfreiheit in der EU

Zypern hatte im Juni Hilfe bei EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) beantragt. Dem kleinen Euroland machen hohe Verluste der Banken zu schaffen, die eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind und hart vom Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im Frühjahr getroffen wurden. Experten erwarten, dass Zypern etwa zehn Milliarden Euro benötigt. Die Verhandlungen mit den Euro-Partnern und dem IWF über den Reformkurs verlaufen zäh.

Mehr zum Thema

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte unlängst erklärt, er rechne nicht vor 2013 mit einem Abschluss. Der BND beanstande, dass Zypern die vereinbarten Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche nur mangelhaft anwende. Erleichtert werde die Geldwäsche durch großzügige Möglichkeiten für reiche Russen, die zyprische Staatsangehörigkeit zu bekommen. Nach Erkenntnissen des BND hätten sich so 80 Oligarchen Niederlassungsfreiheit in der gesamten EU verschafft.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schuldenkrise Der Markt hat die griechischen Banken abgeschrieben

Von Anlegern erhalten die griechischen Institute längst kein Geld mehr. Die Kennziffern sind viel schlechter als bei Lehman kurz vor dem Bankrott. Ohne Notkredite würden die Banken umkippen. Mehr Von Markus Frühauf

19.03.2015, 20:15 Uhr | Finanzen
Frankfurt 25 Banken fallen bei Stresstest durch

Zwölf Banken haben die Kapitallücke bereits gefüllt. Die anderen müssen der EZB nun einen Plan vorlegen, wie sie das Kapitalloch schließen wollen. Mehr

26.10.2014, 14:31 Uhr | Wirtschaft
Steuerhinterziehung Griechische Milliarden in der Schweiz

Wie kommt Griechenland an Geld? Ein Steuerabkommen mit der Schweiz könnte dem klammen Staat bis zu 15 Milliarden bringen, sagt ein Schattenwirtschafts-Experte. Er geht von rund 10.000 griechischen Steuersündern aus, die ihr Geld in der Schweiz horten. Mehr

25.03.2015, 11:28 Uhr | Wirtschaft
Rubel-Krise Putin sieht russische Wirtschaft auf stabilem Kurs

Putin bleibt während der Rubel-Krise gelassen. Die aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien auf ausländische Einflüsse zurückzuführen. Mehr

29.12.2014, 12:17 Uhr | Wirtschaft
Zukunft Griechenlands Tsipras, Putin und das große Spiel

Im sechsten Jahr der Griechenland-Rettung hat sich die Welt verändert. Das bleibt nicht ohne Wirkung auf die Strategie der Europäischen Union. Szenarien, wie es nach dem Treffen von Alexis Tsipras mit Angela Merkel in Berlin weitergehen könnte. Mehr Von Majid Sattar, Berlin

23.03.2015, 09:06 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.11.2012, 05:03 Uhr

Facebooks Geschichte wiederholt sich

Von Patrick Bernau

Facebook wertet seinen Messenger auf: Der Konzern erobert die Smartphones. Das zeigt: Facebook kann seine Macht vervielfältigen. Mehr 3 5


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Deutsche Bildungsbürger scheuen Facebook & Co.

Deutschland ist so ziemlich das einzige Land in Europa, in dem ungebildete Leute in sozialen Netzwerken präsenter sind als gebildete. Mehr 6

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden