Home
http://www.faz.net/-gqe-74bml
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Euro-Krise FDP-Haushaltsexperte: Neuer Schuldenschnitt für Griechenland möglich

„Ich schließe gar nichts aus, aber ich will erst einmal die Fakten haben“, sagt der Politiker auf die Frage, ob ein weiterer Schuldenerlass für Griechenland möglich sei.

© dapd Jürgen Koppelin

Der FDP-Haushaltsexperte Jürgen Koppelin hält auch einen Schuldenschnitt für Griechenland zulasten staatlicher Gläubiger für möglich, um dem Land aus der Krise zu helfen. „Ich schließe gar nichts aus, aber ich will erst einmal die Fakten haben“, antwortete der FDP-Obmann im Haushaltsausschuss des Bundestages am Dienstag im Deutschlandfunk auf eine entsprechende Frage.

Griechenland, wie es nun die Finanzminister der Eurogruppe planen, zwei Jahre mehr Zeit zur Erfüllung seiner Haushalts- und Reformziele zu geben, „das kann man machen, aber bitte nicht auf Kosten zum Beispiel der deutschen Steuerzahler“, sagte er.

„Nicht an der Not in Griechenland verdienen“

Koppelin signalisierte auch die Bereitschaft, dass Deutschland Zinsgewinne aus Krediten an Griechenland für Hilfen an das Land einsetzen könnte. „Ich will nicht an der Not in Griechenland verdienen“, sagte er. Dabei verwies er auf bislang rund eine halbe Milliarde Euro, die Deutschland über die staatliche Förderbank KfW an Griechenland-Krediten verdient habe. „Das finde ich dann allerdings auch nicht in Ordnung“, sagte er.

Mehr zum Thema

Zweifel äußerte Koppelin am Befund der Troika aus EZB, IWF und EU-Kommission zu Griechenland. „Ich habe ein bisschen Angst, dass das, was die Troika gemacht hat, leider auch geschönt ist“, sagte er.

Griechenland nicht isoliert betrachten

Wenn es darum gehe, wie mit dem Land zu verfahren sei, dann stehe über allem die Frage: „Wenn Griechenland fällt, was geschieht dann in der Eurozone?“. Man dürfe das Griechenland-Problem auch nicht isoliert sehen.

Die Euro-Gruppe hatte die Entscheidung über die Auszahlung der nächsten Hilfstranche an das Land am Montagabend verschoben. Die Finanzminister wollen ihre Beratungen darüber kommende Woche fortsetzen.

Quelle: Reuters

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Milliarden für Griechenland Euro-Finanzminister stimmen drittem Hilfspaket zu

Das Ja der Euro-Finanzminister rückt ein drittes Hilfspaket für Griechenland in greifbare Nähe. Bundesfinanzminister Schäuble rechnet mit einer weiteren Beteiligung des IWF. Mehr

14.08.2015, 22:50 Uhr | Wirtschaft
Reformen nicht ausreichend Keine Einigung auf weitere Kredite für Griechenland

Die Finanzminister der Euroländer konnten sich in Brüssel nicht einigen, ob Griechenland weitere Kredite bekommt. Mehr

10.03.2015, 09:27 Uhr | Wirtschaft
Drittes Hilfspaket für Hellas Merkel hat keinen Zweifel, dass der IWF mitmacht

Die Kanzlerin gibt sich sicher: Der Internationale Währungsfonds werde sich auch am dritten Hilfspaket für Griechenland finanziell beteiligen. Auch zur Disziplin in ihrer Fraktion nimmt sie im Fernsehen Stellung. Mehr

16.08.2015, 17:41 Uhr | Wirtschaft
Schäuble Kein Schuldenschnitt für Griechenland erforderlich

Wolfgang Schäuble widerspricht Medienberichten: Laut dem Bundesfinanzminister dringt der Internationale Währungsfonds IWF nicht auf einen Schuldenschnitt für Griechenland. Schäuble wies entsprechende Meldungen zurück. Mehr

05.05.2015, 15:51 Uhr | Wirtschaft
Griechenland-Krise Spahn: Schuldenschnitt ist ausgeschlossen

Kommt er oder kommt er nicht, der Schuldenschnitt für Griechenland? Jens Spahn, Staatssekretär im Finanzministerium, findet vor der anstehenden Bundestagsentscheidung über neue Hilfspakete klare Worte. Mehr

17.08.2015, 04:47 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 13.11.2012, 08:31 Uhr

Die Währungsunion wackelt

Von Christian Schubert

Die Wirtschafts- und Währungsunion steht wie ein Flamingo nur auf einem Bein, doch sie kommt anders als der Vogel immer wieder aus dem Gleichgewicht. Ob ein europäisches Finanzministerium das verbessern kann? Mehr 14 7


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden