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Unabhängigkeit von Russland : EU will durch Energieunion Milliarden sparen

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Der Europäische Kommissar für die Energieunion Maros Sefcovic (li.) und Energiekommissar Miguel Arias Canete in Brüssel. Bild: dpa

Strategische Partnerschaft ohne Russland: Eine Energieunion soll Milliardeneinsparungen bringen und Europa weniger abhängig von Gasimporten machen.

          Mit mehr Strom- und Gasleitungen zwischen den Staaten könnte Europa nach EU-Berechnungen jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge sparen. Ziel sei es, etwa beim Strom grenzüberschreitende Leitungen zu bauen, die einen Austausch von zehn Prozent der Produktion möglich machten.

          Europa verliere jährlich bis zu 40 Milliarden Euro, weil es keinen verflochtenen Energie-Markt habe, sagte Energie-Kommissar Miguel Arias Canete am Mittwoch in Brüssel bei der Vorstellung des Konzepts zur Energieunion. Die nötigen Aufwendungen für Ausbau- und Modernisierung der Energie-Infrastruktur der EU bezifferte der Kommissar auf 200 Milliarden Euro bis 2020. Doch auf der anderen Seite stünden Effizienzgewinn und dadurch Geldeinsparungen.

          Zwölf Mitgliedsstaaten seien besonders schlecht mit den Nachbarn verbunden, heißt es im Bericht von Canete, über den die Energieminister im März beraten. Dies seien neben Inselstaaten wie Großbritannien, Irland, Malta und Zypern das Baltikum, aber auch Spanien und Portugal.

          Abhängigkeit von russischem Gas

          Die bessere Vernetzung würde nicht nur die Integration von Ökostrom etwa aus Wind oder Sonne vereinfachen, der je nach Wetter starke Überschüsse oder auch Strommangel verursache. Bei der Gas- oder Ölversorgung könne so auch die Abhängigkeit von Russland verringert werden. Von dort kamen im letzten Jahr 27 Prozent des europäischen Erdgases. Insgesamt importieren die Länder der Union mehr als die Hälfte der benötigten Energie und geben dafür insgesamt etwa eine Milliarde Euro pro Jahr aus.

          Die Bundesregierung erklärte, ein stärkerer Austausch bedeute kostengünstigere Lösungen für die Verbraucher. Genauso wichtig seien für Deutschland aber auch die übrigen EU-Ziele wie etwa die Kürzung des Treibhausgas-Ausstoßes oder die Einsparung von Energie, die schon vergangenes Jahr beschlossen wurden.

          Die Grünen kritisierten das Konzept des EU-Energiekommissars. Es greife zu kurz. Klimaschutz und Ausbau des Ökostroms würden dadurch ausgebremst, sagte Grünen-Klimaexpertin Annalena Baerbock.

          Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sprach von neuem Schwung für Europas Energiepolitik. „Energiewende und Versorgungssicherheit lassen sich nur europäisch meistern“, sagte Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. Der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) verwies darauf, dass viele EU-Staaten sich immer noch selbst versorgen wollten. So deckelten einige die Endkundenpreise und öffnete ihre Märkte nicht für den Wettbewerb, kritisierte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller.

          Der Verfall der Strompreise hat in vielen Ländern wie auch in Deutschland Investitionen in Kraftwerke ausgebremst. In Phasen hoher Nachfrage kann dies aber die Versorgungssicherheit gefährden.

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