http://www.faz.net/-gqe-8z8ug

EU-Haushalt : Oettinger: Brexit reißt Milliardenlücke

  • Aktualisiert am

Günther Oettinger Bild: AFP

Der EU gehen durch den Brexit Einnahmen von mindestens 10 Milliarden Euro verloren, so Haushaltskommissar Oettinger. Die Vergabe von Hilfen könnte derweil bald an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit geknüpft werden.

          Wegen des Brexits und neuer Aufgaben für die EU sieht Haushaltskommissar Günther Oettinger eine Finanzierungslücke von jährlich rund 20 Milliarden Euro im EU-Budget. „Alleine der Ausstieg des Vereinigten Königreichs lässt uns mit einem Einnahmeminus von mindestens zehn Milliarden Euro pro Jahr zurück“, erklärte Oettinger am Mittwoch. Hinzu kämen „neue Prioritäten wie Migration oder Verteidigung“. „Die Gesamtlücke könnte deshalb bis zu doppelt so hoch ausfallen.“

          Die künftige Finanzierung gleiche „der Quadratur des Kreises“, schrieb Oettinger in einem Beitrag auf seiner Kommissionswebsite. Deshalb brauche die EU entweder „die finanziellen Ressourcen, um diese neuen Aufgaben zu erfüllen“ oder müsse ihre „Ziele zurückschrauben“.

          „Was ist den Mitgliedstaaten Europa wert?“

          Ein Teil lasse sich durch Kürzungen und Umschichtungen ausgleichen, doch nicht der gesamte zusätzliche Bedarf, sagte Oettinger. Deshalb stelle sich die Frage: „Was ist den Mitgliedstaaten Europa wert?“ Oettinger plädierte auch für weitere Einnahmequellen, darunter die Einnahmen aus dem Verkauf von Zertifikaten beim EU-Emissionshandel. Außerdem sollten alle Rabatte für bestimmte EU-Staaten wegfallen, wenn auch der sogenannte Briten-Rabatt nicht mehr gelte.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          Die digitale F.A.Z. PLUS

          Die F.A.Z. stets aktuell, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken.

          Mehr erfahren

          Die Europäische Kommission nimmt zudem Ungarn und Polen abermals ins Visier und regt die Kopplung von Mitteln aus dem EU-Haushalt an den Respekt der Rechtsstaatlichkeit an. Es bestehe ein klarer Zusammenhang zwischen der Rechtsstaatlichkeit einerseits und einer effizienten Durchführung der aus dem EU-Etat geförderten Investitionen andererseits, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Papier der Brüsseler Behörde. Die rechtsgerichteten Regierungen Ungarns und Polens liegen mit der EU-Kommission bei einer Reihe von Themen überkreuz, unter anderem bei der Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Küstenwachschiff „Diciotti“ : Salvinis Paradoxie

          Wenn es um das Vermeiden von Migration geht, wird Italiens Innenminister zum Pedanten. Da kommt es auf jede Seemeile an. In anderen Fällen ist er nicht so genau. Ein Kommentar.

          Krise in der Türkei : Was kann den Lira-Crash stoppen?

          Die türkische Währung verliert jeden Tag an Wert. Die Regierung hat verschiedene Möglichkeiten, den Verfall aufzuhalten – keine dürfte Erdogan leichtfallen.

          Umsetzung des Atomdeals : Iran unzufrieden mit EU-Trio

          Außenminister Sarif wirft Deutschland, Frankreichs und Großbritannien vor, zu viel zu reden und zu wenig praktische Schritte zu unternehmen. Der EU blieben nur noch ein paar Monate.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.