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Erbschaftsteuer Zu viel unter einem Hut

06.11.2007 ·  Erhalt des Aufkommens, Schonung von Omas Häuschen und Entlastung der Wirtschaft - wer zu viel Unvereinbares unter einen Hut bringen will, der erntet Ungereimtheiten. So ergeht es auch der Koalition bei der neuen Erbschaftsteuer. Ein Kommentar von Manfred Schäfers.

Von Manfred Schäfers
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Roland Koch und Peer Steinbrück haben es geschafft. Der konservative Ministerpräsident aus Hessen und der sozialdemokratische Bundesfinanzminister haben die widerstreitenden Flügel der großen Koalition auf die neue Erbschaftsteuer eingeschworen.

Doch wer zu viel Unvereinbares unter einen Hut bringen will (Erhalt des Aufkommens, Schonung von Omas Häuschen und Entlastung der Wirtschaft), der erntet neue Ungereimtheiten. So ist es auch diesmal.

Schaler Nachgeschmack

Künftig kann ein Erbe, der den Betrieb weiterführt, das zu versteuernde Vermögen zum größten Teil mindern. Angesichts des hohen Freibetrags werden damit die meisten Betriebe ohne Liquiditätsentzug an die nächste Generation gehen. Gut für sie, gut für die Unternehmen.

Doch es bleibt ein schaler Nachgeschmack. Denn Erben gleich großer Kapitalvermögen werden umso stärker zur Kasse gebeten - selbst wenn sie das Geld nutzen, um ein Unternehmen zu gründen und Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Ungleichbehandlung ist wirtschaftspolitisch und rechtlich höchst zweifelhaft. Deswegen dürfte auch nach der Reform noch lange nicht das letzte Wort in Sachen Erbschaftsteuer in Deutschland gesprochen sein.

Quelle: F.A.Z., 06.11.2007, Nr. 258 / Seite 11
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Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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