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Energieversorgung Merkel propagiert neue Rohstoffstrategie

20.03.2007 ·  Bundeskanzlerin Merkel hat der Wirtschaft Unterstützung für den ungehinderten Zugang zu internationalen Rohstoffquellen zugesagt. Deutsche Unternehmen sollten verstärkt ausländische Minen kaufen, um die Energieversorgung zu sichern, forderte die Kanzlerin.

Von Andreas Mihm
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Wirtschaft Unterstützung für einen ungehinderten Zugang zu internationalen Rohstoffquellen zugesagt. Zugleich mahnte sie die Unternehmen auf einem Rohstoffkongress des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) am Dienstag, mehr für die Sicherung ihrer Versorgung mit Bodenschätzen zu tun und ihre Bezugsquellen zu diversifizieren. „Dazu könnten Beteiligungen und Zukäufe ausländischer Bergwerksunternehmen durchaus gehören.“ Deutsche Unternehmen hatten in den neunziger Jahren ihre ausländischen Bergwerksbeteiligungen meist verkauft.

BDI-Präsident Jürgen Thumann lobte die Bereitschaft der Regierung, mit der Industrie eine Rohstoffstrategie zu erarbeiten. Angesichts der hohen Preise für Lagerstätten und Minenunternehmen kämen Zukäufe kaum in Frage. „Da stößt die deutsche Industrie auch an die Grenzen ihrer Finanzkraft.“

„Wenn Rohstoffe fehlen, steht unsere Wirtschaft still“

Letztlich blieben die Unternehmen für die Sicherung ihrer Rohstoffe verantwortlich, gab Thumann zu. Doch hätten sich die internationalen Rahmenbedingungen zuletzt so stark geändert, dass man auf die Hilfe der Politik angewiesen sei. Schwellenländer wie China sorgten durch ihre Rohstoffnachfrage für steigende Preise. Sie sicherten sich mit staatlicher Unterstützung und unfairen Praktiken auch den langfristigen Zugang zu Rohstoffquellen. Dagegen müsse die Politik vorgehen.

Wie bei Öl und Gas sei Deutschland bei den meisten metallischen Rohstoffen vom Ausland abhängig. „Wenn die Industrierohstoffe fehlen, dann steht unsere Wirtschaft still.“ Die Preise für metallische Rohstoffe hätten sich seit 2002 mehr als verdoppelt. Das habe Deutschland volkswirtschaftlich fast 100 Milliarden Euro und knapp 150.000 Arbeitsplätze gekostet. Allerdings würden auf dem aktuellen Preisniveau neue Vorkommen erschlossen, was die wachsende Nachfrage decken und damit zu einer Entspannung beim Preisanstieg führen könne.

Interministerieller Ausschuss zur Rohstoffpolitik

Merkel warnte vor der Illusion, der Preisanstieg werde gestoppt. „Die Dynamik wird anhalten.“ Sie bekräftigte, die Unternehmen seien „weiter selbst für ihre Rohstoffversorgung zuständig und verantwortlich“. Allerdings sei die Regierung zur Unterstützung bereit. So kommt die Koalition dem Wunsch des BDI nach und gründet einen interministeriellen Ausschuss zur Rohstoffpolitik. Dem gehören Vertreter aus dem Wirtschafts-, dem Finanz-, Umwelt, Verbraucher- und Entwicklungsministerium an.

Ferner unterstütze die Regierung Rohstoffvorhaben der Wirtschaft im Ausland mit Investitionsgarantien - im Vorjahr in Höhe von 4 Milliarden Euro - sowie vom Bund gedeckte ungebundene Finanzkredite. Merkel bekräftigte das Ziel, die Verhandlungen über einen freieren Welthandel zu einem Erfolg zu führen. Multilaterale Vereinbarungen seien besser als bilaterale.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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