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Energiepreise Klimaschutz verdoppelt Kosten für Haushalte

Die europäischen Verbraucher müssen sich in den kommenden Jahren auf deutlich höhere Energiepreise einstellen. Ein internes EU-Papier geht von einer Verdoppelung bis 2030 aus. Doch die Annahmen der Szenarien sind zweifelhaft.

© ZB Vergrößern Mehr Energie: Die Haushalte werden künftig mehr Geld für Strom und Heizen ausgeben

Die europäischen Verbraucher müssen sich in den kommenden Jahren auf deutlich höhere Energiepreise einstellen. Die Ausgaben der privaten Haushalte für Energie werden sich bis 2030 voraussichtlich verdoppeln. Dies geht aus einem internen Entwurf für ein Strategiepapier zur EU-Energiepolitik bis 2050 hervor, das der zuständige Kommissar Günther Oettinger bis Ende des Jahres offiziell vorstellen will.

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Derzeit wenden die Haushalte 7 bis 8 Prozent ihres Einkommens für die Energieversorgung auf. Nach dem Papier werden es bis 2030 bis zu 15 Prozent und 2050 bis zu 16 Prozent sein. Darin sind auch die Kosten für die bessere Isolierung von Gebäuden und für die Anschaffung effizientere Fahrzeuge enthalten, die nötig sind, um die Energieeffizienzziele der EU zu erfüllen. Der Strompreis wird bis 2030 inflationsbereinigt bis zu 50 Prozent steigen, anschließend aber leicht sinken.

Gemeinsames Klimaschutzabkommen

Wie stark die Kosten steigen, hängt auch davon ab, inwieweit die EU künftig auf erneuerbare Energiequellen setzt und ihren Energieverbrauch senkt. Die EU-Kommission hat dazu sieben verschiedene Szenarien analysiert - nicht aber, wie sich die Energiekosten entwickeln würden, wenn die EU ihre globale Vorreiterrolle im Kampf gegen den Klimawandel aufgeben würde.

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Vielmehr basiert die Analyse auf der Annahme, dass sich die Staaten der Welt doch noch auf ein gemeinsames Klimaschutzabkommen einigen. Am stärksten wird der Preis demnach bis 2030 ansteigen, wenn die EU sich weitgehend aus der Kernenergie verabschiedet und keine neuen Atomkraftwerke mehr baut. Der Anteil der Kernenergie an der Energieerzeugung sänke dann bis 2050 auf 2,5 Prozent. 65 Prozent entfielen auf erneuerbare Quellen und 33 Prozent auf fossile Brennstoffe.

Viele Variablen in den Berechnungen

Ähnlich stark steigt der Preis, wenn die EU die erneuerbaren Energiequellen besonders fördert. In diesem Szenario würden 83 Prozent der in der EU erzeugten Energie aus diesen Quellen gewonnen, allein 49 Prozent aus Windkraft. Der Anteil von Atomenergie sänke auf 3,5 Prozent, derjenige fossiler Brennstoffe auf unter 10 Prozent. Etwas geringer steigt der Preis, wenn die EU auf die noch nicht marktreife und stark umstrittene Abspaltung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS) setzte.

Bis 2050 würde der Strompreis in den meisten Szenarien leicht sinken. Nur bei der starken Förderung der erneuerbaren Energie stiege er weiter an. Allerdings basiert das auf der nach Ansicht von Fachleuten zweifelhaften Annahme, dass die aus erneuerbaren Quellen erzeugte Energie nur ineffizient gespeichert werden kann und dass mit Atomkraft und mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke mit geringer Auslastung (20 bis 50 Prozent) betrieben werden. Das treibt die Stromkosten künstlich nach oben.

Infrastrukturinvestitionen führen auch zu Anstieg

In allen anderen Szenarien liegt die Auslastung zwischen 40 und 90 Prozent. Am günstigen wäre es nach der Analyse langfristig, wenn keine Technologie bevorzugt wird und die EU sowohl CCS als auch die Kernenergie weiter nutzt. Die Atomkraft machte dann 2050 16 Prozent der Energieerzeugung aus, die erneuerbaren Energien 59 Prozent und fossile Brennstoffe 25 Prozent. Auch in diesem Szenario läge der Strompreis 2050 aber noch ein Drittel höher als heute.

Grund für den Preisanstieg sind nicht zuletzt die Infrastrukturinvestitionen, um das Stromnetz zu modernisieren oder an den Ausbau der erneuerbaren Energie anzupassen. Die Kosten dafür hatte Oettinger schon zuvor auf allein 200 Milliarden Euro bis 2020 beziffert. Ein Teil davon dürfte allerdings auch ohne den Klimaschutz anfallen. Das EU-Energienetz ist 30 bis 40 Jahre alt und muss dringend erneuert werden. Hinzu kommen unter anderem die Kosten für die Förderung erneuerbarer Energie, die für die Erzeugung von Strom aus Gas, Öl oder Kohle nötigen Emissionsrechte sowie die Senkung des Energieverbrauchs von Gebäuden.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 24.10.2011, 17:52 Uhr

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