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Energiemarkt Stromverbrauch geht erstmals seit 15 Jahren zurück

23.08.2007 ·  Erstmals seit 15 Jahren ist der Stromverbrauch in Deutschland zurückgegangen - und das trotz guter Konjunktur. Das meldet der Verband der Elektrizitätswirtschaft. Mit ein Grund sei das wachsende Bewusstsein der Verbraucher.

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Einer Erhebung zufolge haben Industrie und private Haushalte in Deutschland von Januar bis Juni mit 279 Milliarden Kilowattstunden 1,1 Prozent weniger Strom verbraucht als im Vorjahreszeitraum. Das teilte der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) am Donnerstag mit. Es sei der erste Rückgang des Stromverbrauchs in Deutschland seit 15 Jahren.

Die Experten des Verbandes schätzen, dass auch im Gesamtjahr die Menge unter dem Vorjahreswert liegen wird. Seit dem Jahr 2000 sei der Verbrauch hingegen kontinuierlich angestiegen. 2006 habe die Menge mit 540 Milliarden Kilowattstunden 0,7 Prozent über dem Vorjahr gelegen. Dennoch müssen die deutschen Haushalte inzwischen mehr als ein Fünftel mehr für ihren Strom bezahlen als noch vor wenigen Jahren.

Verbraucher sind sparbewusster

„Die weiter steigende Energieeffizienz beim strombetriebenen Geräten und das wachsende Bewusstsein der Verbraucher beim Einsatz von Strom dämpfen den allgemeinen Stromverbrauch“, sagte DEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller. Zudem habe die milde Witterung zu Anfang des Jahres den Verbrauch gesenkt. Der rückläufige Trend dürfte sich nach den Schätzungen des Verbandes auch bis zum Jahresende fortsetzen, sagte ein Sprecher.

Nach den Berechnungen des Verbands zahlte ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt im Jahr 2007 bislang eine Stromrechnung von 60,20 Euro pro Monat, im Jahr der Liberalisierung des Strommarktes 1998 waren es noch 49,95 Euro monatlich. Viele Verbraucher greifen angesichts steigender Energiepreise daher auf günstigere Alternativen zurück. Früheren Angaben des VDEW zufolge haben inzwischen in Deutschland rund 47 Prozent der Haushalte einen neuen Tarif bei ihrem bisherigen Stromlieferanten gewählt oder zu einem anderen Anbieter gewechselt.

Positiv wirke sich der immer geringere Stromverbrauch von Elektrogeräten aus, hieß es beim VDEW. Insgesamt gebe es zwar immer mehr Elektrogeräte und Elektronik etwa durch die zunehmende Automatisierung in der Industrie, durch mehr Raumklimatisierung und Umweltschutz-Technik sowie mehr Unterhaltungstechnik und Computer. Die Geräte würden aber immer effizienter.

Steigende Heizkosten

Trotz des gesunkenen Energieverbrauchs müssen sich deutsche Haushalte auf drastische Mehrkosten für Heizenergie einstellen. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes ist vor allem das Heizen mit Erdgas erheblich teurer geworden. Die Kosten für Wärme und Warmwasser seien im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, obwohl Mieter und Verbraucher aufgrund des milden Winters und sparsameren Verhaltens im Schnitt rund sechs Prozent weniger Heizenergie verbraucht hätten, teilte der Mieterbund am Donnerstag mit.

Dem neuen bundesweiten „Heizspiegel 2007“ zufolge wurden die Heizkosten 2006 in erdgasbeheizten Gebäuden im Vergleich zu 2005 im Schnitt um 12,5 Prozent erhöht. Bei fernwärmebeheizten Gebäuden seien die Preise um durchschnittlich 4,7 Prozent gestiegen, bei ölbeheizten Gebäuden um 2,3 Prozent. „Wir verbrauchen Jahr für Jahr weniger Energie und zahlen trotzdem immer höhere Heizkosten“, monierte Verbandspräsident Franz-Georg Rips. In Zukunft müsse viel mehr als bisher in die Energieeffizienz der Gebäude investiert werden, appellierte er.

Der Grund für den stärkeren Anstieg bei Gas liegt laut Verband darin, dass die Ölpreise bereits 2005 kräftig angehoben wurden, die Gaspreise zum Großteil jedoch erst ein Jahr später nachzogen. Seit 2000 seien die Preise für Heizöl um 44,3 Prozent und für Gas um 57,8 Prozent gestiegen.

Der VDEW mit Sitz in Berlin vertritt die Interessen von rund 735 Stromunternnehmen, die rund 95 Prozent des deutschen Strommarktes abdecken.

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