Home
http://www.faz.net/-gqg-t2yj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Energie Neue Hoffnung für Eon und Endesa

06.09.2006 ·  Der spanische Ministerpräsident Zapatero hat angedeutet, daß eine gütliche Einigung im Streit um die geplante Endesa-Übernahme durch Eon in Sicht ist.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Im monatelangen Streit um die angestrebte Übernahme des spanischen Versorgers Endesa durch Eon zeichnet sich eine rasche Lösung ab. Spaniens Regierung, die sich bislang gegen die Pläne des deutschen Energieriesen gestemmt hat, weckte am Mittwoch Hoffnungen auf eine baldige Einigung.

Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“, es werde eine Verständigung geben, denn Spanien sei ein „offenes Land“. Zapateros Worten zufolge soll eine Lösung Anfang kommender Woche bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel präsentiert werden. Am Dienstag kommen beide zu deutsch-spanischen Regierungskonsultationen in Meersburg zusammen.

Merkel: Übernahmeprojekt auf gutem Weg

„Es wird ein Happy End geben für Spanien, für Europa, für den Energiesektor, für die Stromwirtschaft“, betonte Zapatero. Merkel hatte bereits deutlich gemacht, das Übernahmeprojekt sei auf einem gutem Weg. Zuletzt hatte zudem die EU-Kommission erklärt, zwischen den Regierungen Deutschlands und Spaniens gebe es möglicherweise Verhandlungen über einen Zusammenschluß der beiden Energiekonzerne.

Eon will Endesa für rund 27 Milliarden Euro übernehmen und damit in die Weltspitze der Strom- und Gasunternehmen aufrücken. Die spanische Regierung hatte bislang aber einem Zusammenschluß zwischen Endesa und der ebenfalls spanischen Gas Natural den Vorzug gegeben, um damit einen nationalen Energieriesen zu schmieden. Damit hatte das Land den Vorwurf des Protektionismus auf sich gezogen.

Signale für gütliche Einigung häufen sich

Die spanische Energieaufsicht CNE hatte eine Endesa-Übernahme durch Eon an zahlreiche Auflagen geknüpft, darunter einen Verkauf eines großen Teils der Kraftwerkskapazitäten von Endesa. Dies wiederum hatte die Europäische Kommission auf den Plan gerufen, die durch die Auflagen die Regeln des gemeinsamen Binnenmarktes in der EU verletzt sieht. Brüssel hat der Regierung in Madrid bis Mittwoch Zeit gegeben, auf ihre Bedenken zu antworten.

Einen Tag zuvor findet das Treffen zwischen Merkel und Zapatero statt. Zuletzt hatten sich bereits die Signale für eine gütliche Einigung aus der spanischen Regierung gehäuft. „Das Thema Endesa läuft nun schon seit langer Zeit und ich glaube, wir sind bei den letzten Schritten für eine endgültige Vereinbarung“, hatte der neue Industrieminister Joan Clos am vergangenen Freitag im spanischen Rundfunk gesagt. „Ich hoffe, dies wird die Zustimmung der Europäischen Union finden.“ Mit Clos Vorgänger Jose Montilla war vor wenigen Tagen einer der wichtigsten Verfechter eines Zusammenschlusses zwischen Gas Natural und Endesa aus dem spanischen Kabinett zurückgetreten.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 8 7

29.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2465 −0,19%
Rohöl Brent Crude 106,30 $ −0,51%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.