14.12.2006 · Der Energiekonzern Eon will in den kommenden drei Jahren mehr als 25 Milliarden Euro investieren und damit vor allem seine Kraftwerke und Stromnetze modernisieren. Damit liegt Deutschlands größter Energieversorger deutlich über seinem letzten Drei-Jahres-Plan.
Nach deutlichen Gewinnzuwächsen im laufenden Geschäftsjahr geht der größte deutsche Energiekonzern Eon mit Milliarden-Investitionen in die Offensive. In den kommenden drei Jahren wolle der Konzern 25,3 Milliarden Euro investieren, teilte Eon am Donnerstag mit. Mit 11,4 Milliarden Euro solle der Löwenanteil in den Aus- und Neubau von Kraftwerken in Deutschland und dem europäischen Ausland fließen.
„Mit neuen Kraftwerken werden wir zugleich für ein höheres Stromangebot in unseren Märkten sorgen und so den Wettbewerb weiter beleben“, sagte Konzernchef Wulf Bernotat. Die großen Versorger stehen unter dem Druck der Politik, den Wettbewerb voranzutreiben. Am Mittwoch hatte Eon-Konkurrent RWE erneut mit einem Stopp seiner milliardenschweren Investitionen im Kraftwerksbau gedroht, sollte die Politik die Regulierung weiter verschärfen.
Neue Kraftwerke
Eon kündigte am Donnerstag unter anderem den Bau eines Steinkohlekraftwerks mit 1100 Megawatt Leistung am Standort Staudinger in Hessen an. „Diese Investition steht allerdings noch unter den Vorbehalt verläßlicher energiepolitischer und regulatorischer Rahmenbedingungen“, betonte der Konzern. Darüber hinaus nahm er nicht Bezug auf die politische Debatte.
RWE hatte unter anderem die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos zur Verschärfung des Kartellrechts kritisiert. Eon baut in Deutschland derzeit zwei Kraftwerke in Datteln und Irsching und will weitere Projekte in Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Osteuropa vorantreiben. Auch die Stromnetze sollen modernisiert und ausgebaut werden. Hierfür stellt der Konzern in den kommenden drei Jahren 5,7 Milliarden Euro zur Verfügung.
Vier Milliarden fürs Gasgeschäft
Das Unternehmen will zudem vier Milliarden Euro in sein lukratives Gasgeschäft pumpen. Pipelines und weitere Anlagen sollen ausgebaut oder neu errichtet werden. Mit der nun eingeplanten Summe liegt der im Jahr 2000 aus der Fusion von Veba und Viag entstandene Konzern deutlich über seinem letzten Drei-Jahres-Plan von 2006 bis 2008. Dieser sah Investitionen in Höhe von 18,6 Milliarden Euro vor. Höher waren lediglich die Planungen für die Jahre 2002 bis 2004 mit 28,7 Milliarden Euro gewesen. Der Konzern aktualisiert seine Kalkulation immer im Dezember um ein weiteres Jahr.
Eon kann dabei weiter aus dem Vollen schöpfen, hat das Unternehmen doch auch im laufenden Geschäftsjahr seine Ertragszahlen deutlich verbessert. So stieg in den ersten neun Monaten der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um zehn Prozent auf gut sechs Milliarden Euro. Nicht enthalten in dem Plan ist die geplante Übernahme des spanischen Versorgers Endesa, den Eon für 37 Milliarden Euro kaufen will.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?