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Energie Der Ölpreis könnte bis 2030 auf 97 Dollar steigen

07.11.2006 ·  Die Internationale Energieagentur warnt vor Engpässen bei der Versorgung. Falls die aktuelle Entwicklung anhalte, „stehen wir vor einer künftigen Energie-Situation, die schmutzig, unsicher und teuer ist“, sagte der IEA-Exekutivdirektor Claude Mandil.

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Die Menschen müssen sich nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) für lange Zeit auf hohe Energiepreise einrichten. Die zur OECD gehörende Organisation hat in ihrem Jahresbericht die Prognose für die Rohölpreise der kommenden Jahrzehnte drastisch angehoben. Zwar werde aufgrund zusätzlicher Angebotskapazitäten der Ölpreis bis Anfang des kommenden Jahrzehnts von derzeit etwa 60 Dollar je Faß auf 47 Dollar sinken. Doch stellt diese Prognose eine grundlegende Revision früherer Vorhersagen dar, denn in den vergangenen beiden Jahren hatte die IEA noch ein Niveau von rund 35 Dollar vorhergesagt.

Von Anfang des kommenden Jahrzehnts an werde der Ölpreis dann kontinuierlich bis zum Jahr 2030 steigen, sagt die IEA voraus. „Neue geopolitische Spannungen oder, noch schlimmer, ein größerer Angebotsrückgang könnten die Preise höher treiben“, heißt es im jüngsten „Welt-Energie-Ausblick“. Bis 2030 sei ein Ölpreis von nominal 97 Dollar denkbar, wenn die Investitionen nicht drastisch anstiegen und die Regierungen ihre Energiestrategien beibehielten. Seit diesem Sommer ist der Ölpreis von seinem Höchststand von 78 Dollar auf rund 60 Dollar gefallen.

„Schmutzig, unsicher und teuer“

„Wenn die aktuellen Entwicklungen anhalten, dann stehen wir vor einer künftigen Energie-Situation, die schmutzig, unsicher und teuer ist“, sagte der IEA-Exekutivdirektor Claude Mandil in London. Nicht nur sei eine ausreichende Energieversorgung infrage gestellt, es entstünde beim aktuellen Energieverbrauch auch zuviel Schaden für die Umwelt. Das geht in zunehmendem Maße auf Wachstumsländer wie China und Indien zurück.

Die IEA erwartet, daß China schon 2010 die Vereinigten Staaten als weltgrößter Emittent von Kohlendioxyd abgelöst haben wird. Die aufstrebenden Volkswirtschaften stillen ihren Energiebedarf zunehmend mit Kohle. Bis 2030 bleibe zwar Öl der wichtigste Brennstoff, doch der Großteil der zusätzlich gebrauchten Energie entfalle auf Kohle. „Kohle ist für die Stromerzeugung nun billiger als Erdgas. Währenddessen könnte Atomenergie in einigen Fällen billiger als Kohle und Gas sein – selbst wenn der Ausstoß von Kohlendioxyd finanziell nicht bestraft wird“, schreiben die Energieexperten.

IEA entwirft Positivszenario

IEA-Chef Mandil verwies darauf, daß die Atomenergie die bedenkliche Abhängigkeit von Gasimporten vieler OECD-Länder senken könnte und gleichzeitig die Klimabilanz verbessere. Die Finanzierung des Baus neuer Kernkraftwerke ist weiterhin jedoch eine hohe Hürde. Die Privatwirtschaft alleine gilt als überfordert für ihre Realisierung. Daher ruft die IEA zu einem verstärkten Engagement der Regierungen jener Staaten auf, „wo Atomenergie akzeptiert wird“. Damit sind vor allem Subventionen gemeint.

Alternativ zu einem Szenario, in dem die Regierungen so weitermachen wie bisher, entwirft die IEA eine positivere Prognose: Wenn ein Katalog von Empfehlungen befolgt werde, der die Diversifizierung von Energiequellen, das Energiesparen, mehr Investitionen und den Einsatz von erneuerbaren Energien einschließt, dann könne der weltweite Energiebedarf 2030 um 10 Prozent unter dem Niveau liegen, zu dem die aktuelle Entwicklung führen würde. Diese Verringerung entspreche dem aktuellen Energieverbrauch Chinas. Der weltweite Kohlendioxyd-Ausstoß würde dann um 16 Prozent niedriger liegen. Den höheren Energie-Investitionen der vergangenen Jahre steht die IEA skeptisch gegenüber. Dabei handele es sich weitgehend um nominale Zuwächse, denn die Kosten seien drastisch gestiegen.

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Von Heike Göbel

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