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Energetische Sanierung : Wie Häuser Energie sparen

Die Sanierung lohnt sich. Bild: F.A.Z.

Schluss mit hohen Heizkosten. Die Wände sind zu dünn, die Fenster nicht dicht. So vergeuden wir eine Menge Energie. Wer das Haus oder die Wohnung dämmt, spart viel Geld. Das lohnt sich auch für Mieter.

          Wenn das Haus einen neuen Anstrich braucht, sollten Besitzer mutig sein: Meist lohnt sich eine energetische Sanierung. Es zahlt sich schon im ersten Jahr aus.

          Nadine Oberhuber

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Kaum beginnt der Frühling, wird vielen Bürgern wieder ganz warm vor Aufregung, wenn sie nicht sogar Hitzewallungen bekommen. Dann nämlich, wenn sie die neueste Heizkostenabrechnung in der Hand halten und auf den Euro genau wissen, was sie der Winter gekostet hat. Es wird wieder mehr sein als im Jahr zuvor. Aufschläge von rund 20 bis 30 Prozent sind drin, warnen Energieexperten.

          Und schon drohen im jüngst entflammten Atomstreit die Stromkonzerne, dass die Energiepreise noch weiter anziehen, wenn Meiler abgeschaltet oder teuer umgerüstet werden müssen. Da wünschen sich viele einen Ausstieg aus der Energiepreisspirale. Es gibt ihn. Viele, die ihr Haus oder ihre Wohnung energetisch sanieren, können viel Geld sparen.

          So viel kostet die Dämmung einer Fassade, Dach, Keller und neue Fenster mit und ohne Kredit.
          So viel kostet die Dämmung einer Fassade, Dach, Keller und neue Fenster mit und ohne Kredit. : Bild: F.A.Z.

          Nun kostet das Sanieren allerdings auch viel. In der Regel kommen fünfstellige Summen zusammen, um ein Einfamilienhaus auf den bestmöglichen Energiestandard zu bringen. Lohnt sich das also? Und geht es bei jedem Haus und jeder Wohnung, oder wann ist das Umrüsten sinnvoll?

          Dann kann man auch gleich die Energiebilanz aufhübschen

          Das lässt sich natürlich nicht per Ferndiagnose für alle Wohnhäuser der Republik beantworten. Und grundsätzlich steht jedem Hausbesitzer die Wahl frei, nachdem die Bundesregierung ihr kürzlich geplantes Gesetz zur Zwangssanierung doch wieder zurückgezogen hat. Die allermeisten aber, sagen Studien von Bauforschern, Ökoinstitut, Bundesstiftung Umwelt und der Deutschen Energie Agentur, haben guten Grund, eine Sanierung in Betracht zu ziehen.

          Und das gilt nicht nur für Besitzer, sondern auch für Mieter: Drei Viertel aller Wohnungen liegen in Häusern, die vor 1978 gebaut wurden. Die sind allein wegen ihres Alters oft sanierungsbedürftig. Bei Häusern aus den 60er und 70er Jahren sind spätestens jetzt größere Instandhaltungsarbeiten fällig und viele Vorkriegshäuser könnten die zweite Verschönerungsrunde vertragen. Wenn also ohnehin ein Anstrich oder eine neue Heizungsanlage ansteht, kann man auch gleich die Energiebilanz des Hauses mit aufhübschen. „70 Prozent der von Eigentümern und Hausverwaltungen geplanten Sanierungen zur Energieeinsparung könnten bei den heutigen Energiepreisen rentierlich sein“, sagt der CO2-Gebäudereport, den das Fraunhofer Institut für Bauphysik für das Bauministerium erstellt hat.

          „Etwa 90 Prozent der Häuser haben dieselben Sanierungsergebnisse“

          Die Einsparungen, die möglich wären, sind enorm: Bisher verheizen wir rund 50 Milliarden Euro jährlich sinnlos, weil viele unserer Wände zu dünn und Fenster nicht dicht sind. Das sind 1200 Euro pro Haushalt. Unsere Häuser schlucken immerhin knapp 40 Prozent des deutschen Energiebedarfs - den Rest verbrauchen Industrie und Verkehr. Aber: 50 bis 80 Prozent unserer Heizkosten könnten wir uns sparen. Wer sein Haus für 30 000 Euro saniert, rechnet der Gebäudereport vor, kann bis zu 2500 Euro pro Jahr sparen.

          Wir müssten an fünf Hausecken anpacken (siehe Grafik): Die Fassaden vieler Häuser stammen aus der Zeit, als Energie noch billig war und Baukredite teuer. Deshalb ist das Mauerwerk zu dünn und durchlässig. Wer es dämmt, kann 21 Prozent der Energie sparen. Eine zusätzliche Wärmeschicht unterm Dach und unter der Kellerdecke bringt ebenso viel. Neue Fenster mit Wärmeschutzglas sorgen zwar nur für fünf Prozent Ersparnis, aber ihr Einbau ist sinnvoll und bauphysikalisch notwendig, wenn die Fassade sowieso erneuert wird. Ein richtiges Energiesparwunder kann eine neue Heizanlage sein. Brennwertkessel oder Holzpelletheizungen verbrauchen 20 bis 30 Prozent weniger, macht alles zusammen 70 bis 80 Prozent weniger Heizkosten.

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