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Endesa-Übernahme Ein neuer Rivale für Eon

26.09.2006 ·  Im Ringen um eine Übernahme des spanischen Stromversorger Endesa hat der Energiekonzern Eon überraschend einen neuen Rivalen bekommen. Das spanische Bauunternehmen Acciona hat zehn Prozent der Kapitalanteile von Endesa erworben.

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Im Ringen um eine Übernahme des spanischen Stromversorgers Endesa hat der Energiekonzern Eon überraschend einen neuen Rivalen bekommen. Das spanische Bauunternehmen Acciona gab am Montag in Madrid bekannt, zehn Prozent der Kapitalanteile von Endesa erworben zu haben. Es zahlt dafür knapp 3,4 Milliarden Euro. Acciona teilte zudem mit, eine weitere Aufstockung der Anteile sei nicht ausgeschlossen. Diese könne bis zu einem Wert von knapp unter 25 Prozent der Endesa-Anteile gehen. Ab dieser Marke müßte ein förmliches Übernahmeangebot vorgelegt werden.

Acciona zahlte beim Kauf seines Aktienanteils von zehn Prozent 32 Euro pro Endesa-Aktie. Dies ist erheblich mehr, als Eon geboten hatte. Der Düsseldorfer Konzern hatte bei seinem Übernahmeangebot einen Preis von 25,40 Euro pro Aktie offeriert. Bisher hatte Eon mit dem spanischen Energieversorger Gas Natural um die Übernahme von Endesa gestritten. Die Offerte von Gas Natural blieb jedoch erheblich unter der von Eon.

Eon hält an Plänen fest

Trotz des Einstiegs von Acciona verfolgt Eon sein Übernahmeangebot für Endesa unverändert weiter. Eon habe das Vorgehen von Acciona „zur Kenntnis genommen“, teilte der Konzern am Dienstag mit. Eon verfolge die Übernahme aber weiter und gehe davon aus, daß sich alle Voraussetzungen dafür „in Kürze“ erfüllten.

Das Angebot steht unter anderem unter der Bedingung, daß Eon mindestens 50,01 Prozent an Endesa erwerbe, wie der Konzern bekräftigte. Die vorübergehend an der Börse ausgesetzte Endesa-Aktie stieg nach der Wiederaufnahme des Handels um knapp acht Prozent.

Kurz vor höherem Druck der EU

Zuvor hatte die EU-Kommission angekündigt, am Dienstag den Druck auf die Regierung in Madrid erhöhen zu wollen. Auf dem Programm der Kommissare in Straßburg stehe ein Beschluß, demzufolge die spanischen Auflagen für den deutschen Eon-Konzern ganz überwiegend illegal sind, hieß es am Montag in Brüssel. Mit einer solchen Entscheidung könnte Eon vor einem spanischen Gericht gegen die weitreichenden Bedingungen klagen, auch auf Schadenersatz.

Die Kommission hatte die Endesa-Übernahme durch Eon im Wert von rund 27 Milliarden Euro im April ohne Auflagen gebilligt. Die spanische Energiebehörde CNE hatte hingegen 19 Bedingungen für Eon gemacht, unter anderem die Abgabe der Atom- und Kohlekraftwerke von Endesa. Die spanische Regierung hatte sich Mitte des Monats zwar zur Lockerung der Auflagen bereit erklärt. Eine konkrete Entscheidung dazu wurde jedoch Brüssel bisher nicht mitgeteilt.

Acciona größter Endesa-Aktionär

Acciona wird mit dem Erwerb größter Aktionär von Endesa, knapp vor dem bisher größten Kapitaleigner Caja Madrid. Die Sparkassenkette verfügt nach spanischen Medienberichten über 9,94 Prozent der Endesa-Anteile. Der Baukonzern Acciona mit Sitz in Alcobendas bei Madrid war 1997 aus einer Fusion mehrerer Unternehmen hervorgegangen. Er ist bereits in der Energiewirtschaft tätig, vor allem in Bereichen alternativer Energieformen wie der Sonnen- und Windenergie.

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Von Heike Göbel

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