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Elbphilharmonie Warmer Regen für die Architekten

 ·  Die Kosten für die Elbphilharmonie in Hamburg steigen. Ende des Monats wird wohl ein Gesamtpreis von 575 Millionen Euro in den Verträgen stehen. Auch die Planer bekommen mehr Geld.

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© dpa Vergrößern Weiterhin im Bau: die Elbphilharmonie in Hamburg

Die Elbphilharmonie ist ein imposantes Projekt - und das in jeder Hinsicht. Mehr als hundert Meter ragt das Konzerthaus in der Hamburger Speicherstadt in die Höhe. Rund 8000 Tonnen Stahl stecken in der Fassade und in den Trägern, welche die gewaltige Konstruktion zusammenhalten. Mehr als tausend Glaselemente bilden die Außenhaut des Gebäudes, in dem einer der besten Konzertsäle der Welt entstehen soll. Gewaltig sind aber auch die Kosten und die Verspätungen, mit denen Hamburg und der Baukonzern Hochtief wegen der hohen Komplexität und der amateurhaften Planung durch die Stadt zu kämpfen haben.

Fast hätte der Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) dem Baukonzern aus Essen im vergangenen Jahr den Auftrag entzogen. Jetzt laufen abermals Vertragsverhandlungen. Sie sollen bis Ende des Monats abgeschlossen sein. Dann wird wohl ein Gesamtpreis von 575 Millionen Euro in den Verträgen stehen. Der Anteil, den die Stadt tragen muss, ist dann ungefähr fünfmal so hoch, wie in dem ursprünglichen Beschluss der Bürgerschaft aus dem Jahr 2007 avisiert.

Das hat auch Folgen für die beiden beteiligten Architektenbüros Herzog & de Meuron sowie Höhler + Partner. Ihr Honorar steigt wohl auf gut 90 Millionen Euro. Das entspricht einem Nachschlag von insgesamt 35 Millionen Euro, der nun in den Verhandlungen mit der Stadt und Hochtief herausgesprungen ist. Das geht aus dem Kompromissvorschlag hervor, den Hochtief an den Bürgermeister geschickt hat. Das entsprechende Schreiben von Mitte Dezember hat die Stadtverwaltung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage aus der Hamburgischen Bürgerschaft veröffentlicht. Zuvor lag die Auftragssumme für die Architekten noch bei knapp 60 Millionen Euro. Sie steigt nun um ein gutes Drittel.

Trotz des ungewöhnlich hohen Honorars ist das Projekt für die Architekten nach Angaben eines Sprechers wohl ein Verlustprojekt. Alleine für Herzog & de Meuron hätten in den vergangenen sechseinhalb Jahren im Durchschnitt knapp 50 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet - und bis das Gebäude fertig sei, würden weitere dreieinhalb Jahre verstreichen. Zudem würden mit dem Geld zahlreiche Subunternehmer bezahlt. Das Projekt könne daher „nicht verlustfrei abgewickelt werden“. Dass das Honorar deutlich höher wird, hat zudem mit zusätzlichen Aufgaben der Generalplaner zu tun.

Nicht nur die Architekten werden mit Verlust abschließen

Nach Angaben eines Sprechers der Hamburger Kulturbehörde übernehmen die Architekten im Zuge der neu gestalteten Verträge mehr Verantwortung. Bisher agieren die Stadt, der Baukonzern und die Architekten in einem komplexen Dreiecksverhältnis. Da sich dieses Verfahren als absolut ungeeignet erwiesen hat, zieht sich die Stadt weitgehend zurück. Hochtief übernimmt alle Risiken am Bau und arbeitet in Zukunft direkt - ohne Umweg über die Stadt - mit den Architekten zusammen. Diese liefern nicht mehr nur die Pläne, sondern überwachen und leiten zukünftig auch einen Teil der Abläufe auf der Baustelle.

Nicht nur die Architekten werden das Projekt mit Verlust abschließen. Auch der Baukonzern Hochtief rechnet damit, am Ende einen zweistelligen Millionenbetrag zu verlieren. Momentan wird über die Höhe möglicher Strafzahlungen verhandelt, die Hochtief leisten muss, sollte das Projekt sich weiter verzögern. Im Gespräch ist offenbar, diese Summe auf 5 Prozent der Gesamtkosten zu begrenzen. Ein Sprecher der Stadt betonte aber, es gebe darüber hinaus weitere Ansatzpunkte, um Hochtief für mögliche Vertragsverstöße zur Verantwortung zu ziehen. Die Elbphilharmonie soll mit sechs Jahren Verspätung im Jahr 2016 fertig sein.

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