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Elbphilharmonie Warmer Regen für die Architekten

 ·  Die Kosten für die Elbphilharmonie in Hamburg steigen. Ende des Monats wird wohl ein Gesamtpreis von 575 Millionen Euro in den Verträgen stehen. Auch die Planer bekommen mehr Geld.

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Thorsten Kahner

Die Architekten machen sicherlich keine Verluste - im Gegenteil!

Da die Honorarberechnung auf Basis der Gesamtkosten geschieht, führt eine Verteuerung automatisch zu einer Erhöhung des Honorars. Diese wird in § 7 Abs. 5 HOAI festgelegt und unterstellt, dass der Bauherr(!) ein bewusst reduziertes Planungsmodell zugrundelegt, um dann während der Bauphase "aufzurüsten".

Tatsächlich belohnt man so Versagen, denn schlechte Bauausführung oder Verzögerungen verteuern das Projekt und vergrößern so das Architektenhonorar.

Der sogenannte "Verlust" des Architekten ist also in Wirklichkeit die Abweichung einer Maximalbetrachtung, steht also nicht wesentlich für erbrachte Leistungen und bedeutet tatsächlich nur "weniger Gewinn"!

In jedem besseren Vertriebstraining werden Techniken gezeigt, die zu einer nachträglichen "Projektoptimierung" führen. Es gibt Angebote speziell für Projekte der Öffentlichen Hand oder mit Politikerbeteiligung.

Sozialromantik a’la Win-Win taugt höchstens, um Bücher zu verkaufen. In der Praxis ist sie vollkommen irrelevant!

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Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 08.02.2013 06:31 Uhr

Abzocke mit System, ein Fall für den Staatsanwalt

Es ist doch ein offenes Geheimnis, das bereits jedem Kind bekannt ist. Erst wird das öffentliche Projekt schön billig gerechnet und wenn bereits Unkosten entstanden sind, so dass ein Stop sich nicht mehr lohnt wird nachgekartet. Ich kenne kein öffentliches Projekt der letzten 25 Jahre welches hinterher nicht mindestens doppelt so teuer wurde wie ursprünglich geplant.

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Klaus Wege (covenants) - 08.02.2013 01:42 Uhr

Empire State Building: Start Fundamentarbeiten im Januar 1930 / Eröffnung am 01. Mai. 1931

Das Empire State Building galt mit seinen 102 Stockwerken noch bis 1972 als höchstes Gebäude der Welt. ( Strukturelle Höhe 381 Meter / incl. Antennenspitze 443 Meter )
Die Fertigstellung des äußeren Baukörpers erfölgte nach Abschluss der Fundamentarbeiten innerhalb von 12 Monaten: Von Mitte März 1930 bis Mitte März 1931.
Offenbar bestand vor über 80 Jahren noch die Kompetenz, derartige "Wahrzeichen-Projekte" zu handhaben.

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Klaus Wege (covenants) - 08.02.2013 00:57 Uhr

"Beraterverträge" statt Bauleistung : Der diskrete Charme der Großprojekte

Kleinstprojekte werden penibel geprüft, Grossprojekte jedoch selbst in klammen Kommunen durchgewunken. Den Grund für das paradoxe Verhalten offenbart laborhaft deutlich das rheinische Köln:
Ob überdimensionierte Müllverbrennungsanlage, kostenträchtige U-Bahn-Erweiterung oder dubiose Finanzierungsmodelle im Veranstaltungs- oder Messegeschäft:
Stets nähren die lokalen Großprojekte Berater, Verhandler, Spesengaukler+Postenschnorrer. Gerne mit anschließendem Seitenwechsel von öffentl.Hand zur Wirtschaft.
Die Kosten der Selbstbedienungsprojekte sprengen regelmäßig den Planrahmen. Allerdings bleibt ungewiss, welcher Kostenanteil überhaupt greifbare Bausubstanz wird.
Exemplarisch die jüngste U-Bahn-Erweiterung:
Fehlende Armierung im Beton unterirdischer Haltestellen,ein wegsinkender Kirchturm am Streckenweg, tödlich veschüttete Hausanwohner beim Tunnelbau. Selbst das Stadtarchiv versank völlig zertrümmert in einer Baugrube...
Verantwortlich: Niemand ... Wohldotiert: Alle

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Bertram Schröder

Von Hochtief geplant in Indien

Die Planungen der Elbphilharmonie läßt Hochtief in Chennai (Madras) durchführen - es wird dann ja alles so billig. Wenn man Hochtief India Chennai googelt, findet man schnell die Referenzen.

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Bernd Chufu
Bernd Chufu (Raneb) - 07.02.2013 20:53 Uhr

Ich habe in den letzten Jahren Operaufführungen (Händel, Mozart, Rossini) liebengelernt, ...

aber dass solche Summen wie Hamburg für den Bau von Opernhäusern und dann 90% des Eintrittskartenpreises staatlich subventioniert werden, ist langsam eine Zumutung gegenüber den Steuerzahlern, die dieses Angebot nicht nutzen können oder wollen. Of ist dann kein Geld für öffentliche Sporteinrichtungen, Bäder usw. Mein schlechtes Gewissen als Nutzniesser wächst langsam.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 07:03 Uhr
Nils Büngener

Sie bringen es auf den Punkt

Ole von Beust hat für seine Vorhaben (wie auch für die Untertunnelung der Innenstadt, die nur einige handverlesene Interessenten wollten) Schwimmbäder und Büchereien geschlossen. In dem Parallelartikel zu S21 hier in der FAZ wird gerade publizistisch der Boden dafür bereitet, die Fortsetzung auch dieses Vorhabens als alternativlos darzustellen.

Lustig ist, dass es trotz Kostenexplosion nur Verlierer geben soll. Klar doch.

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Gerhard Storm

BER-Abrissprojekt, Elbphilharmonie Hbg, Nürburgring-Debakel, unfähige SPD-Freaks am Werk!

Auch bei S 21 ist die SPD - zusammen mit der CDU - mit von der Partie. Wg. der bevorstehenden Wahlen ist es höchste Zeit, dass die SPD ihren Blindgängern Wowereit, Platzeck sowie den Versagern bei der Elbphilharmonie u. bei S 21 den Garaus macht. Damit sie nicht als Partei in die Geschichte eingeht, die bei Großprojekten schlimm versagte. Forderungen nach der Bürger Steuergeld, um es hirnlos bei schlecht betreuten Bauprojekten zu verplempern, kann nicht im Interesse dieser Umverteilerpartei sein. Während die Kanzlerin mit ihrem Schuldenkrisenversager-Finanzminister in der €-GR-Z-Schuldenkrise ein Fass ohne Boden hat, öffnete die SPD geschickt neue Baustellen - s.o. - , auf denen Mrd verbuddelt werden, weil es ihr nicht gelingt, aufsichts- und fachblinde Politiker davonzujagen. Dem steht allerdings die den falschen Doktoranden blindes Vertrauen spendende Kanzlerin in nichts nach. Die Deutschen könnten lachen über so viel Politiker-Unfähigkeit, wenn diese nicht so teuer wäre!

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Dieter Zorn

Unfähigkeit oder so macht man Kohle?

Wir sind noch nicht einmal in der Lage auf einen alten Lagerschuppen ein Dach zu bauen! In Duisburg übrigens das selbe unfähige Theater mit dem alten Kornspeicher und einer exorbitanten Kostensteigerung. Von S21 und zig weiteren Projekten nicht zu reden. Die Kostenexplosion entsteht immer im Dreieck Stadtverwaltung, Architekturbüro und Bauträger. Wobei erstere bezahlt, was alle nachfordern. Kaum ein Journalist kommt einmal auf die Idee dieses "System" zu hinterfragen. Kostenexplosionen von 300 Prozent und mehr werden als "alternativlos " hingenommen und dem Bürger emotionslos berichtet. Dann wird noch die Mähr kolportiert, dass alle Verluste machen. Dabei wissen doch Fachleute, dass man sich nirgendwo so schnell auf Kosten des Auftraggebers und besonders der Öffentlichen Hand bereichern kann, als am Bau. Das wissen doch schon Baufirmen bei mittleren Auftragsgrössen. Kritischer Journalismus sieht anders aus.

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07.02.2013, 16:58 Uhr

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BER wird vom Problem zum Monster

Von Kerstin Schwenn

Die Baustelle des Hauptstadtflughafens liefert nichts als Hiobsbotschaften. Der Flughafen-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn erntet viel Kritik. Aber niemand könnte an seiner Stelle zaubern. Mehr 12 6


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