07.02.2013 · Die Kosten für die Elbphilharmonie in Hamburg steigen. Ende des Monats wird wohl ein Gesamtpreis von 575 Millionen Euro in den Verträgen stehen. Auch die Planer bekommen mehr Geld.
Von Christian Müßgens, HamburgRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Architekten machen sicherlich keine Verluste - im Gegenteil!
Da die Honorarberechnung auf Basis der Gesamtkosten geschieht,
führt eine Verteuerung automatisch zu einer Erhöhung des
Honorars. Diese wird in § 7 Abs. 5 HOAI festgelegt und unterstellt,
dass der Bauherr(!) ein bewusst reduziertes Planungsmodell zugrundelegt,
um dann während der Bauphase "aufzurüsten".
Tatsächlich belohnt man so Versagen, denn schlechte
Bauausführung oder Verzögerungen verteuern das Projekt und
vergrößern so das Architektenhonorar.
Der sogenannte "Verlust" des Architekten ist also in
Wirklichkeit die Abweichung einer Maximalbetrachtung, steht also nicht
wesentlich für erbrachte Leistungen und bedeutet tatsächlich
nur "weniger Gewinn"!
In jedem besseren Vertriebstraining werden Techniken gezeigt, die zu
einer nachträglichen "Projektoptimierung" führen. Es
gibt Angebote speziell für Projekte der Öffentlichen Hand oder
mit Politikerbeteiligung.
Sozialromantik a’la Win-Win taugt höchstens, um Bücher
zu verkaufen. In der Praxis ist sie vollkommen irrelevant!
Abzocke mit System, ein Fall für den Staatsanwalt
Es ist doch ein offenes Geheimnis, das bereits jedem Kind bekannt ist. Erst wird das öffentliche Projekt schön billig gerechnet und wenn bereits Unkosten entstanden sind, so dass ein Stop sich nicht mehr lohnt wird nachgekartet. Ich kenne kein öffentliches Projekt der letzten 25 Jahre welches hinterher nicht mindestens doppelt so teuer wurde wie ursprünglich geplant.
Empire State Building: Start Fundamentarbeiten im Januar 1930 / Eröffnung am 01. Mai. 1931
Das Empire State Building galt mit seinen 102 Stockwerken noch bis 1972
als höchstes Gebäude der Welt. ( Strukturelle Höhe 381
Meter / incl. Antennenspitze 443 Meter )
Die Fertigstellung des äußeren Baukörpers erfölgte
nach Abschluss der Fundamentarbeiten innerhalb von 12 Monaten: Von
Mitte März 1930 bis Mitte März 1931.
Offenbar bestand vor über 80 Jahren noch die Kompetenz, derartige
"Wahrzeichen-Projekte" zu handhaben.
"Beraterverträge" statt Bauleistung : Der diskrete Charme der Großprojekte
Kleinstprojekte werden penibel geprüft, Grossprojekte jedoch selbst
in klammen Kommunen durchgewunken. Den Grund für das paradoxe
Verhalten offenbart laborhaft deutlich das rheinische Köln:
Ob überdimensionierte Müllverbrennungsanlage,
kostenträchtige U-Bahn-Erweiterung oder dubiose
Finanzierungsmodelle im Veranstaltungs- oder Messegeschäft:
Stets nähren die lokalen Großprojekte Berater, Verhandler,
Spesengaukler+Postenschnorrer. Gerne mit anschließendem
Seitenwechsel von öffentl.Hand zur Wirtschaft.
Die Kosten der Selbstbedienungsprojekte sprengen regelmäßig
den Planrahmen. Allerdings bleibt ungewiss, welcher Kostenanteil
überhaupt greifbare Bausubstanz wird.
Exemplarisch die jüngste U-Bahn-Erweiterung:
Fehlende Armierung im Beton unterirdischer Haltestellen,ein wegsinkender
Kirchturm am Streckenweg, tödlich veschüttete Hausanwohner
beim Tunnelbau. Selbst das Stadtarchiv versank völlig
zertrümmert in einer Baugrube...
Verantwortlich: Niemand ... Wohldotiert: Alle
Von Hochtief geplant in Indien
Die Planungen der Elbphilharmonie läßt Hochtief in Chennai (Madras) durchführen - es wird dann ja alles so billig. Wenn man Hochtief India Chennai googelt, findet man schnell die Referenzen.
Ich habe in den letzten Jahren Operaufführungen (Händel, Mozart, Rossini) liebengelernt, ...
aber dass solche Summen wie Hamburg für den Bau von Opernhäusern und dann 90% des Eintrittskartenpreises staatlich subventioniert werden, ist langsam eine Zumutung gegenüber den Steuerzahlern, die dieses Angebot nicht nutzen können oder wollen. Of ist dann kein Geld für öffentliche Sporteinrichtungen, Bäder usw. Mein schlechtes Gewissen als Nutzniesser wächst langsam.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 07:03 UhrSie bringen es auf den Punkt
Ole von Beust hat für seine Vorhaben (wie auch für die
Untertunnelung der Innenstadt, die nur einige handverlesene
Interessenten wollten) Schwimmbäder und Büchereien
geschlossen. In dem Parallelartikel zu S21 hier in der FAZ wird gerade
publizistisch der Boden dafür bereitet, die Fortsetzung auch dieses
Vorhabens als alternativlos darzustellen.
Lustig ist, dass es trotz Kostenexplosion nur Verlierer geben soll. Klar doch.
BER-Abrissprojekt, Elbphilharmonie Hbg, Nürburgring-Debakel, unfähige SPD-Freaks am Werk!
Auch bei S 21 ist die SPD - zusammen mit der CDU - mit von der Partie. Wg. der bevorstehenden Wahlen ist es höchste Zeit, dass die SPD ihren Blindgängern Wowereit, Platzeck sowie den Versagern bei der Elbphilharmonie u. bei S 21 den Garaus macht. Damit sie nicht als Partei in die Geschichte eingeht, die bei Großprojekten schlimm versagte. Forderungen nach der Bürger Steuergeld, um es hirnlos bei schlecht betreuten Bauprojekten zu verplempern, kann nicht im Interesse dieser Umverteilerpartei sein. Während die Kanzlerin mit ihrem Schuldenkrisenversager-Finanzminister in der €-GR-Z-Schuldenkrise ein Fass ohne Boden hat, öffnete die SPD geschickt neue Baustellen - s.o. - , auf denen Mrd verbuddelt werden, weil es ihr nicht gelingt, aufsichts- und fachblinde Politiker davonzujagen. Dem steht allerdings die den falschen Doktoranden blindes Vertrauen spendende Kanzlerin in nichts nach. Die Deutschen könnten lachen über so viel Politiker-Unfähigkeit, wenn diese nicht so teuer wäre!
wir haben alle den falschen beruf, zumindest ich! noch jemand?
ich will auch so einen job, wo ich durch fehlleistungen bis zum fünffachen kassieren darf, aber nur maximal 5% strafe blechen muß! - wir übertreffen schilda bei weitem, kein märchendichter hätte sich diese stories vor hundert jahren träumen lassen, wo ALLE involvierten an EINEM strang ziehen, um aus den unendlichen steuertöpfen den maximalgewinn herauszuholen.
Unfähigkeit oder so macht man Kohle?
Wir sind noch nicht einmal in der Lage auf einen alten Lagerschuppen ein Dach zu bauen! In Duisburg übrigens das selbe unfähige Theater mit dem alten Kornspeicher und einer exorbitanten Kostensteigerung. Von S21 und zig weiteren Projekten nicht zu reden. Die Kostenexplosion entsteht immer im Dreieck Stadtverwaltung, Architekturbüro und Bauträger. Wobei erstere bezahlt, was alle nachfordern. Kaum ein Journalist kommt einmal auf die Idee dieses "System" zu hinterfragen. Kostenexplosionen von 300 Prozent und mehr werden als "alternativlos " hingenommen und dem Bürger emotionslos berichtet. Dann wird noch die Mähr kolportiert, dass alle Verluste machen. Dabei wissen doch Fachleute, dass man sich nirgendwo so schnell auf Kosten des Auftraggebers und besonders der Öffentlichen Hand bereichern kann, als am Bau. Das wissen doch schon Baufirmen bei mittleren Auftragsgrössen. Kritischer Journalismus sieht anders aus.
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