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Dubai in Geldnot Aus heiterem Himmel in Not

27.11.2009 ·  Dubais Schulden sind so hoch wie sein Bruttoinlandsprodukt. Zu groß ist das Rad geworden, das Dubai drehen wollte. Die Folgen wird die ganze Region zu tragen haben. Und von dem Ansehensverlust wird sich Dubai lange nicht erholen.

Von Rainer Hermann
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Nach den positiven Signalen der vergangenen Wochen hatte niemand damit gerechnet, dass Dubais größter Staatsschuldner ankündigt, seine Zahlungen sechs Monate auszusetzen. Hoffnungen, das hoch verschuldete Emirat könnte sich rasch aus dem Strudel der Krise ziehen, lösen sich damit in nichts auf. Dubais Schulden sind so hoch wie sein Bruttoinlandsprodukt. Das meiste Geld hatte das einstige „Übermorgenland“ im Überschwang der Boomjahre aufgenommen. Zu groß ist das Rad geworden, das Dubai drehen wollte. Zu sehr haben seine Macher auf den Immobilienmarkt gesetzt, in dem lange leichtes Geld zu verdienen war. Heute haben sich die Immobilienpreise halbiert.

Dass Dubai einem Offenbarungseid so nahe kommen würde, hatte schon deswegen niemand erwartet, weil das schwerreiche Nachbaremirat Abu Dhabi in diesem Jahr stets eingesprungen war, um dem ölarmen Nachbarn Dubai unter die Arme zu greifen. Auch dieses Mal machte Abu Dhabi fünf Milliarden Dollar locker. Offenbar zu wenig, weit mehr war erwartet worden. Nun wird spekuliert, was Abu Dhabi zu dieser Zurückhaltung veranlasst haben könnte. Eine plausible Erklärung lautet, dass es wohl als Gegenleistung erhofft hatte, Aktiva gegen Liquidität zu tauschen –, und dass zu gering war, was Dubai angeboten hat. Das nötige Kleingeld ist in Abu Dhabi vorhanden. Das dokumentiert schon der weltweite Einkauf von Spitzenunternehmen.

Folgen für die ganze Region

Die Folgen wird Abu Dhabi mit der ganzen Region zu tragen haben. In Alarmbereitschaft sind die Märkte versetzt. Den größten Teil der Verbindlichkeiten von Dubai World halten Gläubiger aus der Region. Mit Bedacht hat Dubai diese bittere Pille daher am Vorabend einer langen Reihe religiöser und staatlicher Feiertage bekanntgegeben, die erst am 6. Dezember enden. So lange haben Anleger und Investoren Zeit, nachzudenken.

Die Geldnöte des einstigen Boom-Emirats haben Ängste vor einer neuen Welle der Finanzkrise ausgelöst. An den Märkten in Europa und Asien kamen am Donnerstag Zweifel an der Zahlungsfähigkeit anderer Golf-Staaten aus.

Die Lektion der Maßnahmen, die Dubai bekanntgegeben hat, lautet, dass es weitere Einschnitte geben muss. Die Immobilienwirtschaft, die einstige Vorzeigebranche des Emirats, ist von einer Krise erfasst, deren Ausmaß sich erst langsam abzeichnet. Die Branche muss weiter schrumpfen, und die Sanierung muss transparent werden.

Der Schock sitzt tief. Von diesem Ansehensverlust wird sich Dubai lange nicht erholen. Die Krise wird sich nun in die Länge ziehen. Das darf den Blick aber nicht darauf verstellen, was Dubai bisher geleistet hat. Ist die Krise erst einmal überwunden, kann das Emirat daran wieder anknüpfen.

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