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Dubai Angst vor Zahlungskrise in der Golfregion

26.11.2009 ·  Mit Nervosität haben Marktteilnehmer und Gläubiger auf die Ankündigung des Emirats Dubai reagiert, bis Ende Mai die Bedienung der Schulden von Dubai World auszusetzen. Was hat dieses Warnsignal zu bedeuten? Sind die Folgen der globalen Finanzkrise doch noch nicht überstanden?

Von Rainer Hermann und Bettina Schulz
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Mit Nervosität haben Marktteilnehmer und Gläubiger am Donnerstag auf die Ankündigung des Emirats Dubai reagiert, bis Ende Mai die Bedienung der Schulden von Dubai World auszusetzen. Weil Marktteilnehmer sich um die hohe Schuldenlast vieler Länder sorgen, gilt der Aussetzer einer Schuldenbedienung von staatlicher Seite als Warnsignal. Die Dubai Holding ist eine der mächtigsten Holdinggesellschaften des Emirats, in die sich die Regierung jetzt eingeschaltet hat.

Die Finanzmärkte reagierten am Donnerstag daher mit deutlich höheren Risikoaufschlägen an den Märkten für Kreditabsicherungen der Schwellenländer, niedrigeren Aktienkursen und einem Rekordhoch des Goldpreises. Nach Angaben von CMA DataVision und Bloomberg schnellten die Absicherungskosten gegen Kreditausfallrisiken von Dubai um 131 auf 571 Basispunkte empor.

Nachdem Anzeichen der Konjunkturerholung in den vergangenen Wochen wieder für größere Zuversicht an den Finanzmärkten gesorgt hatte, kehrte mit der Sorge um Dubai die Furcht an die Weltfinanzmärkte zurück, dass die Folgen der globalen Finanz- und Immobilienkrise doch noch nicht überstanden seien. Einige Bankaktien verloren an den Börsen um mehr als 6 Prozent, obwohl von der Deutschen Bank zum Beispiel zu hören war, dass sie über kein Engagement gegenüber Dubai World verfüge. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) standen im Sommer in den Büchern deutscher Banken 10 Milliarden Dollar Kreditforderungen gegenüber den Vereinigten Arabischen Emiraten, von denen eines Dubai ist.

Dubai World und die Palmeninseln: Schulden über Schulden

Nachdem die Märkte des Nahen Ostens für mehrtätige Feiertage geschlossen hatten und die westlichen Finanzmärkte mit einer Flut amerikanischer Konjunkturdaten beschäftigt waren, hatte Dubai am Mittwoch verkündet, die Holdinggesellschaft der spektakulären Palmeninseln und Luxushäuser Dubai World werde ihrer Schuldenbedienung bis 30. Mai nicht nachkommen. Bei Dubai World unterstehen der Immobilienentwickler Nakheel, der die künstlichen Palmeninseln von der Küste Dubais gebaut hat, der Hafenbetreiber DP World sowie Istithmar und Limitless, die einen etwa 75 Kilometer langen Kanal durch Dubai bauen wollte. Dubai World ist für die zahlreichen Freizonen in Dubai verantwortlich.

Auf dem Höhepunkt der Kreditblase konnten sich die Bauherren des Nahen Ostens billig verschulden, gewaltige Bauprojekte planen und die Schulden mit Hilfe der Verkaufserlöse ihrer Luxusobjekte bedienen. Spekulation trieb den Markt an, bis die Finanzkrise die Phase des billigen Geldes abrupt beendete, der Absatz von Luxuswohnungen einbrach, ihr Wert um die Hälfte kollabierte und das Versiegen der Erlöse die Schuldner in Finanznöte trieb. Auf Dubai World entfallen drei Viertel der Staatsverschuldung des Emirats von 80 Milliarden Dollar. Am 14. Dezember hätte Nakheel, eine Tochtergesellschaft von Dubai World, eine islamische Anleihe im Wert von 4 Milliarden Dollar zurückzahlen müssen.

Dubai hat nun Aidan Birkett von der Beratungsfirma Deloitte zum Chef der Restrukturierung von Dubai World ernannt. Im Oktober hatte Dubai World eine Restrukturierung, die Entlassung von 12.000 Arbeitnehmern und die Einsparung von 800 Millionen Dollar über drei Jahre angekündigt. Indem sich der Staat jetzt in die Sanierung eingeschaltet hat, räumt er das Scheitern der bisherigen Restrukturierung ein. Birkett, ein angesehener Fachmann für Insolvenzfälle, soll sicherstellen, dass die Operationen von Dubai World fortlaufen.

Gleichzeitig gab die Regierung Dubais bekannt, sie werde bei zwei Banken aus dem Emirat Abu Dhabi umgerechnet 5 Milliarden Dollar aufnehmen. Die National Bank of Abu Dhabi (NBAD) und die Hilal Bank werden jeweils 1 Milliarde Dollar sofort über Anleihen bereitstellen. Der Rest werde im kommenden Jahr ausbezahlt. Erwartet worden war jedoch, dass Dubai in diesem Jahr in Abu Dhabi noch 10 Milliarden Dollar aufnehmen werde. Unklar bleibt, ob aus Abu Dhabi die zusätzlichen 5 Milliarden Dollar noch fließen werden.

Im Oktober hatte Dubai auf den internationalen Finanzmärkten erstmals wieder Mittel aufgenommen und Dubais Emir Muhammad Bin Rashid Al Maktoum hatte Anfang November noch erklärt, die zweite Tranche von abermals 10 Milliarden Dollar des Anleihenprogramms mit Abu Dhabi werde noch dieses Jahr aufgelegt.

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