http://www.faz.net/-gqe-16r5c
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 23.06.2010, 07:56 Uhr

Drogerie versus Apotheke Rösler kann Arzneiversand nicht abschaffen

Patienten können derzeit Rezepte bei Drogerien abgeben und die von einer Versandapotheke zugestellten Arzneimittel dort abholen. Das wurmt die Apotheken. Und so waren sie hoch erfreut, dass Gesundheitsminister Rösler diese Praxis künftig verbieten wollte. Aber aus dem Verbot wird jetzt doch nichts.

von
© Matthias Lüdecke / F.A.Z. Pillen aus der Drogerie - das sehen Apotheker gar nicht gern

Die von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geplanten Einschränkungen des Versandhandels von Arzneimitteln wird es vorerst nicht geben. Das geplante Verbot sogenannter „Pick-up-Stellen“ sei verfassungswidrig, heißt es in Stellungnahmen des Innen- (CDU) und Justizministeriums (FDP) zu einem Referentenentwurf Röslers. Patienten können also weiter Rezepte bei Drogeriemärkten abgeben und die von einer Versandapotheke zugestellten Arzneimittel dort abholen.

Andreas Mihm Folgen:

Gegen dieses unter Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eingeführte System der „Pick-up-Stellen“ laufen die Apotheker Sturm. Bayern aber auch CDU-geführte Länder hatten schon in der großen Koalition auf eine Änderung gedrungen. Rösler wollte diese Forderungen nun in der Novelle des Arzneimittelmarktes umsetzen. In dem Entwurf heißt es, im Arzneimittelversandhandel hätten sich „Auswüchse mit den sogenannten Pick-up-Stellen entwickelt, die eine Gefahr für die flächendeckende und sichere Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln bilden“.

Mehr zum Thema

Innenministerium: Nur die Apotheker profitieren

Das weisen Innen- und Justizministerium nun zurück. Von der Änderung profitierten nur die Apotheker schreibt das Innenministerium. „Eine Einsparung von Arzneimittelkosten ist hier nicht erkennbar, ganz im Gegenteil.“ Das Argument, dass eine sichere Versorgung gefährdet sei, erscheine „zweifelhaft“.

Das Justizministerium urteilt, es seien „keine triftigen Gründe des Gemeinwohls ersichtlich, die es rechtfertigen könnten, den Versandhandel mit Arzneien zu beschränken“. Eine weitere Prüfung sei „mangels hinreichend plausibler Gründe“ nicht notwendig. Die vom Bundesverwaltungsgericht geäußerten Zweifel, wonach ein Pick-up-Verbot gegen die vom Grundgesetz gesicherte Berufsfreiheit verstoße, bestünden fort.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Apotheker Schon kleine Fehler können die Gesundheit gefährden

Komplexe Systeme und wenige Nebenwirkungen: Besuch bei einem Apotheker in Schonungen, dem es ums Gerne-helfen-Wollen und Naturwissenschaft geht. . Mehr Von Anna-Katharina Spiegel, Bayernkolleg, Schweinfurt

29.08.2016, 14:49 Uhr | Gesellschaft
Kampf gegen Krebs Ein maßgeschneidertes Medikament

Das Mediziner-Ehepaar Özlem Türeci und Ugur Sahin aus Mainz forscht an der Behandlung von Krebs. Mit ihrer Firma Biontech entwickeln sie ein auf jeden Patienten individuell zugeschnittenes Medikament. Mehr

29.08.2016, 15:24 Uhr | Wirtschaft
Arzneimittel und DDR Wieder ein Skandal weniger . . .

Die westlichen Pharmaunternehmen zahlten für Tests von Arzneimitteln in Kliniken der DDR zwar geringere Fallpauschalen als in westlichen Ländern, aber diese Differenz entsprach den im innerdeutschen Handel üblichen Abschlägen. Mehr Von Joachim Scholtyseck

29.08.2016, 09:52 Uhr | Politik
Berlin De Maizière erwartet mehr Selbstkontrolle von Facebook

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat im Rahmen eines Arbeitsbesuches in den Berliner Geschäfträumen von Facebook abermals eine stärkere eigene Kontrolle von verbotenen Inhalten gefordert. Die Unternehmenssprecherin von Facebook Deutschland, Eva-Maria Kirschsiepe, versicherte, das Unternehmen stelle sich dieser gesellschaftlichen Verantwortung. Mehr

29.08.2016, 18:16 Uhr | Politik
Rätselhafte Ärzte-Sprache Die Dolmetscher für das Medizinerdeutsch

Was hab’ ich? Das will eigentlich jeder Patient über seine Krankheit wissen. Doch allzu oft ist komplett unverständlich, was Ärzte in Befunde schreiben. Wie ein Start-up das ändern will. Mehr Von Andreas Mihm

30.08.2016, 06:24 Uhr | Beruf-Chance

Der Commerzbank-Kauf ist ein Luftschloss

Von Gerald Braunberger

Auf dem Papier mag die Übernahme der Commerzbank für die Deutsche Bank reizvoll sein. Realistisch ist das derzeit aber überhaupt nicht. Ein Kommentar. Mehr 3 20

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Apple zahlt immer mehr Steuern

In Irland ist die Steuerlast des Konzerns minimal. Im Heimatmarkt in den Vereinigten Staaten und auch insgesamt im Ausland steigt diese jedoch kontinuierlich. Mehr 0