Home
http://www.faz.net/-gqg-7jn15
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Drogen untersagen Was die Deutschen gerne verbieten würden

Die Deutschen sehnen sich nach einer Reihe von Verboten. Sagen zumindest die Forscher, die den Freiheitsindex erheben.

© F.A.Z. Vergrößern

Der Wert der Freiheit wird in Deutschland geringer geschätzt als Werte wie Gleichheit, Gerechtigkeit oder Sicherheit. Zu diesem Schluss kommt das John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung in seinem Freiheitsindex. Grundlage sind eine Befragung der Bevölkerung und eine Analyse überregionaler Printmedien. Demnach liegt der Freiheitsindex derzeit bei minus 2,7 auf einer Skala von minus 50 bis plus 50. Vergangenes Jahr lag er noch bei minus 0,7. Allerdings stellen die Wissenschaftler einen Unterschied zwischen Bevölkerung und Medien fest: Die mehr als 1500 befragten Bürger schätzten den Stellenwert der Freiheit höher ein, als die Medien es widerspiegelten; der Teilindex aus der Bevölkerungsbefragung liegt deutlich im Plus, der aus der Medienanalyse noch deutlicher im Minus. Immerhin 47 Prozent der Befragten waren „im Zweifel für die Freiheit“, nur 36 Prozent „im Zweifel für die Gleichheit“.

Henrike Roßbach Folgen:    

Allerdings rufen die Deutschen auch nach einer Reihe von Verboten. Für richtig halten sie vor allem ein Verbot harter Drogen, rechtsradikaler Parteien und ein Verbot, Menschen zu klonen. Fast zwei Drittel wollen aber auch ungesunde Lebensmittel verboten sehen. Ein deutlicher Unterschied zu 2012: Nur noch 37 Prozent fordern ein Verbot, weitere Kredite aufnehmen zu dürfen, wenn man schon verschuldet ist – im Vorjahr verlangte das noch jeder Zweite. Kaum jemand allerdings möchte sich verbieten lassen, auf der Autobahn schneller als 130 Kilometer in der Stunde zu fahren. Auch Sterbehilfe will nur gut jeder Zehnte verboten sehen.

Gespalten ist derweil das Verhältnis der Deutschen zu Europa. Zwar wird Europa insgesamt positiv bewertet, gleichzeitig aber herrscht ein permanentes Misstrauen gegenüber den EU-Institutionen. Die häufigsten Assoziationen im Zusammenhang mit der EU sind Bürokratie, Vielfalt und Vorschriften. Erst dann kommen freier Handel, Frieden und Freiheit.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Frankfurter Studie Cannabis-Konsum unter Jugendlichen steigt

Jugendliche greifen weniger zu Tabak, Alkohol und Räuchermischungen - das ist die gute Nachricht aus einer neuen Studie aus Frankfurt. Die schlechte: Es wird mehr gekifft. Mehr

18.09.2014, 13:13 Uhr | Rhein-Main
Gericht in Ägypten bestätigt Todesurteil für 183 Islamisten

Unter den Verurteilten ist auch das Oberhaupt der inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft Mohammed Badie. Mehr

21.06.2014, 15:31 Uhr | Politik
Drogenkriegsfilm Heli Werdet erwachsen, lernt sterben

Wer noch lebt, hat bloß Glück gehabt: Amat Escalantes Heli sieht Mexikos Jugend als Totenwelt. Doch der Film verzichtet auf den sozialkritischen Frontalangriff - er stellt Tatsachen fest. Mehr

18.09.2014, 07:57 Uhr | Feuilleton
Die Nacht ist mit mir

Rapper Marteria ist bei Germanisten beliebt und hat Texte für die Toten Hosen geschrieben. Ein Gespräch über die junge Generation, Drogen, Diebstahl und Deutsche im Ausland. Mehr

25.07.2014, 09:03 Uhr | Gesellschaft
Inzest und das genetische Risiko Das bleibt in der Familie

Der Deutsche Ethikrat befasste sich mit Paragraph 173, dem Inzestverbot. Es ist Ausdruck eines Tabus, für das auch eine biologische Grundlage bestehen könnte. Mehr

29.09.2014, 10:13 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.11.2013, 18:06 Uhr

Alle gegen Google

Von Patrick Bernau

Politiker denken sich harte Gesetze aus, um die Internet-Konzerne zu zähmen. Dabei gibt es eine sanftere Idee, die noch mehr bringt. Mehr 5 6


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Der Herbst gehört dem deutschen Film

Der deutsche Thriller „Who am I“ führt die Kinocharts hierzulande an. Passend zum beginnenden Herbst ist damit wieder ein deutscher Film erfolgreich in den Kinos. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden