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Drogen In Südasien floriert der Opiumhandel

Chinas Wachstum treibt auch die Nachfrage nach Heroin. Der wichtigste Nachschub kommt aus den ärmsten Ländern der Region, Burma und Laos. Der Transport auf dem Landweg ist einfach.

© dapd Vergrößern Opium-Ernte in Burma (Myanmar).

Entgegen den Zusagen der Regierungen nimmt der Anbau von Opium in Südostasien wieder deutlich zu. Ein Grund dafür ist die massiv steigende Nachfrage von Heroinabhängigen in China, die offensichtlich auch über eine stärkere Kaufkraft als in den vergangenen Jahren verfügen. Der wichtigste Nachschub kommt aus den ärmsten Ländern der Region, Burma (Myanmar) und Laos. Dort bauen die Bauern Schlafmohn an, aus dem Opium gewonnen wird, das unter anderem zur Herstellung von Heroin dient. Da Burma eine lange Grenze mit China besitzt und Chinesen im Nordteil des Landes das Geschäftsleben bestimmen, ist der Transport auf dem Landweg einfach.

Christoph Hein Folgen:    

In den vergangenen sechs Jahren stieg der Anbau des Grundstoffs in Südostasien um mehr als das Doppelte. Das „goldene Dreieck“ Burma, Laos und Thailand ist das zweitgrößte Opiumanbaugebiet der Welt nach dem Anbaugebiet in Afghanistan, Pakistan und Iran. Mit dem Drogenhandel verdienen private Schutztruppen und die Armee der ethnischen Minderheiten Burmas das Geld, das sie für den Kauf von Waffen brauchen. Jedes dritte Dorf in diesen Gegenden Burmas baut Opium an, berichtet das Büro für Drogen und Verbrechen der Vereinten Nationen (UNODC). Gut 45 Prozent der Bauern gaben an, den verbotenen Anbau zu betreiben, da sie das Geld für den Kauf von Lebensmitteln brauchen. Die Menschen im Norden leben unterhalb des Existenzminimums von einem Dollar täglich. Insgesamt dürften die Burmesen in diesem Jahr mehr als 700 Tonnen Opium erzeugen - noch 2009 waren es nur 330 Tonnen gewesen.

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Burma liefert rund ein Viertel des Weltbedarfs der Droge. Dabei hatte die damals das Land beherrschende Militärjunta schon vor 13 Jahren versprochen, den Drogenanbau zu unterbinden. Das aber unterblieb: Seit 2006 nahm die Anbaufläche in Burma von 21.600 Hektar auf nun gut 51.000 Hektar wieder sprunghaft zu. Allerdings hatte sie 1996 noch bei 160.000 Hektar gelegen. Damals war Burma mit Abstand der größte Opiumproduzent der Welt. Die Fläche im benachbarten Laos wuchs seit 2006 von 2500 auf 6800 Hektar. Das Interesse am Opiumanbau hat zwei Gründe: Zum einen verdienen die armen Bauern in den entlegenen Gebieten Nordburmas deutlich mehr Geld mit dem Opiumanbau, als mit anderen Saaten. Zum anderen finanzieren sich die Separatistengruppen über den Drogenhandel nach China. „Weil sie die Lebensgrundlage der extrem Armen bedroht und zugleich das Einkommen bewaffneter Gruppen, beinhaltet die Ausrottung eine ganze Reihe von Risiken“, warnt Gary Lewis, Chef der Ostasien und Pazifik Abteilung der UNDOC.

2,5 Millionen Drogenabhängige in China

Ein Grund für das wachsende Geschäft mit den Drogen liegt wohl in der größeren Kaufkraft Chinas. Inzwischen stehen die Abhängigen in Ostasien und Pazifik für ein Viertel des Weltverbrauchs. Bis 2005 machte diese Gruppe nur ein Fünftel aus. 70 Prozent der registrierten Drogenabhängigen der Region leben in China - schätzungsweise 2,5 Millionen.

Für die Ärmsten der Bauern eröffnet sich damit ein blendendes Geschäft: Denn der - verbotene - Opiumanbau bringt ihnen in etwa das 15-fache der Preise, die sie für Getreide erzielen könnten. Umgerechnet in Dollar hat sich der Preis je Kilo seit 2002 fast verfünffacht. Noch 2010 hatte ein Bauer für ein Kilo Rohopium 305 Dollar bekommen. Heute sind es 520 Dollar. Aufgrund der galoppierenden Inflation in Burma ist die Kaufkraft freilich kaum gestiegen. Wegen des wesentlich geringeren Angebotes liegt der Kilopreis in Laos allerdings bei 1800 Dollar je Kilo. Die Vereinten Nationen schätzen, dass das Geschäft mit dem Opium in Burma heute rund 360 Millionen Dollar ausmacht, ein Wachstum von 31 Prozent im Vergleich zu 2011.

Quelle: F.A.Z.

 
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