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Veröffentlicht: 15.05.2017, 14:08 Uhr

Donald Trump im „Economist“ „Das ist eine interessante Frage“

Die Wirtschaftszeitung „Economist“ hat mit dem amerikanischen Präsidenten gesprochen. Die Mitschrift des Gesprächs macht Schlagzeilen, denn Trump überrascht in mehrfacher Hinsicht.

© AP Donald Trump erklärt gegenüber dem „Economist“ seine Pläne.

Seit dem Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump verfolgt die Öffentlichkeit mit großer Spannung, wann und wie der frühere Immobilienunternehmer seine Agenda realisieren wird. Wirtschaftlich hat er bekanntlich ein sehr ambitioniertes Programm angekündigt: Ausgehend von seiner persönlichen Diagnose, nach der sich die amerikanische Volkswirtschaft in einem eher desaströsen Zustand befindet, hat er sich und seiner Regierung aufgetragen, das Land wieder „großartig“ zu machen. Zum Beispiel knöpfte er sich bisher die beiden Nachbarländer Mexiko und Kanada vor, die aus seiner Sicht Amerikaner ausbeuten wegen des ebenfalls aus seiner Sicht schlecht gemachten Handelsabkommens Nafta. Deutschland kritisierte er ebenfalls schon einmal, China auch, wenngleich die Kritik an der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach dem Treffen mit deren Staatschef Xi Jinping deutlich abgenommen hat.

Nun hat Trump eine durchaus prominente Plattform gewählt, um seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen kundzutun. Er führte mit dem renommierten angelsächsischen „Economist“ ein ausführliches Gespräch, einer Zeitung, die auf der ganzen Welt gelesen wird und nicht verdächtig ist, einer parteipolitischen Linie zu folgen – außer der, dass sie seit jeher für die Marktwirtschaft eintritt. Und Trump ist nicht alleine erschienen, an seiner Seite befanden sich sein Finanzminister Steven Mnuchin und sein oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn, hochkarätiger geht es nicht.  Das Gespräch ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert – wohl auch deshalb hat der „Economist“ nun, mehr als eine Woche danach, eine Transkription auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Wie wird Nafta fair?

Für Überraschung sorgen dabei nicht so sehr inhaltlich neue Ankündigungen des Präsidenten, die hat er mit einer Ausnahme nicht gemacht, sondern seine erklärenden Antworten zu verschiedenen Themenkomplexen. So fragen die Redakteure des „Economist“ beispielsweise der Gesprächsmitschrift zufolge gleich zu Beginn, was denn unter „Trumponomics zu verstehen sei und wie sich diese von klassischer republikanischer Wirtschaftspolitik unterscheide. Trump antwortet so: „Das ist eine interessante Frage. Ich denke nicht, dass sie schon einmal genau in dieser Art gestellt worden ist. Aber es hat wirklich etwas zu tun mit dem Selbstwertgefühl einer Nation. Es hat zu tun mit Handelsabkommen, die fair sein müssen und irgendwie reziprok, wenn nicht komplett reziprok.“

Dann kommen die Redakteure ganz konkret auf das nordamerikanische Handelsabkommen Nafta zu sprechen. Sie fragen Trump, ob ihr Eindruck richtig sei, dass er eine wirklich große („pretty big“) Neuverhandlung von Nafta anstrebt und wie ein faires Nafta-Abkommen aus seiner Sicht aussieht. „Groß (big) ist kein ausreichend adäquates Wort. Massiv“, antwortet Trump darauf. Die Redakteure haken nach: „Wie würde ein faires Nafta-Abkommen aussehen?“ Trump antwortet: „Nein, es muss eins sein. Ansonsten würden wir Nafta aufkündigen.“ Nochmals kommt die Nachfrage, wie ein faires Nafta-Abkommen aussähe. Trump antwortet: „Ich war bereit, es aufzukündigen, wissen Sie? Und das war nicht wie...das war kein Spiel, das ich gespielt habe. Ich spiele nicht...wissen Sie, ich habe nicht Schach oder Poker oder irgendetwas anderes gespielt.“

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