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Dobrindt-Plan : In diese Straßen fließen jetzt Milliarden

  • Aktualisiert am

Nachtbaustelle in Berlin Bild: dpa

Die Bundesregierung steckt 2,7 Milliarden in 72 Straßenprojekte. Die Grünen kritisieren, dass es sich vor allem um Ortsumgehungen handelt. Kommt das Geld auch in Ihre Nähe? Unsere Karte zeigt die Projekte.

          Die Bundesregierung finanziert mit ihrem 2,7 Milliarden Euro großen Programm zur Sanierung maroder Straßen und Brücken 72 Projekte in Deutschland. Das meiste Geld davon fließt nach Bayern (621 Millionen Euro), es folgen Baden-Württemberg (537 Millionen Euro) und Hessen (390 Millionen Euro). In Nordrhein-Westfalen werden sechs Vorhaben mit insgesamt 128 Millionen Euro verwirklicht.

          Das sind die Projekte:

          Wenn Sie auf die roten Pins und blauen Linien klicken, bekommen Sie nähere Angaben.

          „Alle Projekte können umgehend umgesetzt werden“, sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag in Berlin. Man erwarte, dass es im laufenden und im kommenden Jahr erste Spatenstiche geben werde. Koalitionspolitiker lobten das Straßenbauprogramm. Es werde nicht mehr nach Himmelsrichtungen, sondern nach dem realen Bedarf investiert, betonte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Sören Bartol. Stück für Stück arbeite die Koalition den Investitionsstau bei bröckelnden Brücken und Straßen ab. Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Ulrich Lange, appellierte an die Länder, ihre Planungen voranzubringen, damit es auch baureife Vorhaben gebe.

          Grüne bemängeln die Umgehungsstraßen

          Kritik kam von der Opposition. Die Grünen-Politikerin Valerie Wilms wies darauf hin, dass es bei mehr als der Hälfte der Projekte um Ortsumgehungen gehe, die keinen Effekt für das überregionale Straßennetz hätten. „Dobrindt beglückt mit Ortsumgehungen einzelne Wahlkreise. Das geht zwangsläufig auf Kosten vieler anderer, die weiter im Stau stehen werden“, urteilte die Abgeordnete. Sie warf dem Minister vor, das meiste Geld nach Bayern zu lenken und notwendige Erhaltungsmaßnahmen nachrangig zu behandeln. „Das ist ideologische Politik nach Parteibuch, die den Stau verschiebt, statt ihn aufzulösen. Dobrindt ist der neue Verkehrsverhinderungsminister.“

          Der Verkehrsclub für Deutschland bemängelte, dass 2,2 Milliarden Euro in Lückenschlüsse von Autobahnen und Bundesstraßen sowie weitere Neubauprojekte fließen. Dagegen seien für die Modernisierung bestehender Straßen nur 500 Millionen Euro vorgesehen. „Dobrindt agiert wie ein Häuslebauer, dessen Dach undicht ist. Anstatt dieses zu reparieren, baut er lieber eine dritte Garage“, meinte sein Vorsitzender Michael Ziesak.

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