Home
http://www.faz.net/-gqe-75i3d
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Diskussion in der Fed Amerikas Notenbank erwägt Ende des Anleihenkauf-Programms

Amerikas Zentralbank kauft monatlich Staatsanleihen für 45 Milliarden Dollar, um die Wirtschaft zu stützen. Doch jetzt wird deutlich: Es gibt Kritiker in den eigenen Reihen.

Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank (Fed) erwarten überwiegend einen Ausstieg aus den monatlichen Anleihekäufe zur Konjunkturstützung noch in diesem Jahr. Im Ausschuss sei man sich zuletzt uneinig gewesen, ob das Anwerfen der Notenpresse in dieser Form bis zum Jahresende nötig sei oder schon früher beendet werden solle, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der Fed (Minutes) zur Sitzung am 12. Dezember.

Die amerikanische Notenbank hatte im Dezember ein neues Programm zum Kauf von Staatsanleihen zur Stützung der Konjunktur beschlossen. Zinssenkungen, die klassische Maßnahme zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums, sind nicht mehr möglich, da der Leitzins bereits praktisch bei null liegt.

Mehr zum Thema

Von diesem Januar an wird die Fed jeden Monat für 45 Milliarden Dollar (34,3 Mrd. Euro) Rentenpapiere kaufen. Mit dem neuen Programm sind die regelmäßigen monatlichen Anleihekäufe auf insgesamt 85 Milliarden Dollar gestiegen. Zudem hatte die Fed ihre Niedrigzinspolitik erstmals an einem konkreten Schwellenwert der Arbeitslosenquote orientiert, der bei 6,5 Prozent liegen soll. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,7 Prozent.

Mehrere Mitglieder hielten es jetzt für angemessen, die Käufe deutlich vor dem Jahresende zu stoppen oder zu reduzieren. Sie befürchten schädliche Nebenwirkungen des Kaufprogramms, das als historisch einmalig gilt. Die deutliche Kritik wurde von den Finanzmärkten als Überraschung gewertet. Einige Vertreter wollten laut dem Protokoll die Käufe jedoch bis zum Jahresende fortsetzen, während einige andere Mitglieder gar keinen Zeitrahmen nannten.

Quelle: FAZ.net / dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Geldpolitik Fed bereitet zaghaft Zinserhöhung vor

Die amerikanische Notenbank öffnet wie erwartet die Tür für die erste Zinserhöhung seit 9 Jahren. Doch wann sie den entscheidenden Schritt wagt, bleibt offen. Mehr

19.03.2015, 08:23 Uhr | Wirtschaft
Videografik Die Anleihekäufe der EZB erklärt

Die Europäische Zentralbank (EZB) will eine drohende Inflationsspirale verhindern, indem sie jeden Monat Anleihen für 60 Milliarden Euro aufkauft - anderthalb Jahre lang. Welche Folgen eine Deflation hätte und wie die Anleihekäufe das verhindern sollen, erklärt eine Videografik. Mehr

12.03.2015, 09:59 Uhr | Wirtschaft
Historische Schulden? Die Akte Griechenland

Athen sagt, Deutschland habe noch Schulden aus dem Zweiten Weltkrieg bei Griechenland. Das könnte zutreffen. Zumindest steht es so in Unterlagen des Naziregimes über Kosten und Lasten der Besatzungszeit. Mehr Von Michael Martens

17.03.2015, 14:24 Uhr | Politik
EZB-Anleihenkäufe 60 Milliarden Euro monatlich

Die Europäische Zentralbank will einer Deflation vorbeugen und bis September 2016 60 Milliarden Euro pro Monat in Staats- und Unternehmensanleihen pumpen. Dies gab EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt bekannt. Mehr

22.01.2015, 16:22 Uhr | Wirtschaft
Renditeträchtige Anleihen Zinsen und Real locken nach Brasilien

Regierung und Zentralbank kämpfen gegen Haushaltsdefizit und Inflation. Die wirtschaftliche Lage Brasiliens ist unsicher. Es gibt aber Anleihen auch von der deutschen KfW, die 10 Prozent bieten. Mehr Von Carl Moses, Buenos Aires, und Hanno Mußler, Frankfurt

27.03.2015, 18:28 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.01.2013, 08:06 Uhr

Camerons zwiespältige Bilanz

Von Marcus Theurer, London

In Großbritannien beginnt die heiße Phase vor den Wahlen im Mai. Der Premierminister muss trotz Aufschwungs um sein Amt bangen. Wird er wiedergewählt, kommt es zum Showdown mit Europa. Mehr 1 12


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wo es den meisten Urlaub gibt

In Deutschland haben Arbeitnehmer gesetzlich einen Urlaubsanspruch von 24 Tagen. Wie es in anderen Ländern ist, zeigt unsere Grafik des Tages. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden