Home
http://www.faz.net/-gqg-14q6r
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Die wichtigsten Änderungen 2010 Die Steuern sinken, das Kindergeld steigt

Das neue Jahr bringt neue Gesetze - und viele Änderungen für die Bürger. Schwarz-Gelb hat lange um das Konjunkturpaket gerungen, doch nun ist es da: Familien profitieren von Steuerentlastungen und höherem Kindergeld. Wir dokumentieren die wichtigsten Änderungen.

© dpa Vergrößern Der Blick nach vorn: was ändert sich 2010?

Das neue Jahr bringt neue Gesetze - und damit auch wieder viele Änderungen für die Bürger. Schwarz-Gelb hat lange um das Konjunkturpaket gerungen, doch nun ist es da: Besonders Familien profitieren von Steuerentlastungen und höherem Kindergeld. Wir dokumentieren die wichtigsten Änderungen.

Corinna Budras Folgen:     Joachim Jahn Folgen:      

STEUERN
-Grundfreibetrag

Mehr zum Thema

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt zum Januar von jährlich 7834 Euro auf 8004 Euro für Alleinstehende und von 15 669 Euro auf 16 009 Euro für Ehepaare. Wer unter diesem Einkommen liegt, muss keine Steuern zahlen.

-Tarifkurve

Eine gewisse Steuerentlastung gibt es auch, weil alle Eckwerte in der Tarifkurve nochmals verschoben werden. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent etwa greift dann also erst von 52 882 Euro an und nicht - wie zuletzt - bereits ab 52 552 Euro. Nach der bereits 2009 vorgenommenen Absenkung des Eingangssteuersatzes von 15 Prozent auf 14 Prozent und der Anhebung der übrigen Tarifeckwerte um 400 Euro tritt zudem nun eine weitere Anhebung der Tarifeckwerte um 330 Euro ein.

-Familien

Der jährliche Kinderfreibetrag steigt von 6024 Euro auf 7008 Euro. Das monatliche Kindergeld wird um je 20 Euro erhöht - also auf 184 Euro für das erste und zweite Kind, auf 190 Euro für das dritte Kind und auf je 215 Euro für das vierte sowie weitere Kinder. Der Höchstbetrag für abziehbare Unterhaltsleistungen an gesetzlich Unterhaltsberechtigte und ihnen gleichgestellte Personen wird von derzeit 7680 Euro auf 8004 Euro (vom Veranlagungszeitraum 2010 an) angehoben. Zusätzlich sind dann die für die unterhaltene Person übernommenen Beiträge zu einer Basiskranken- und einer Pflegepflichtversicherung abziehbar.

-Ehegatten

Die bei Ehegatten wegen hoher Abschläge unbeliebte Steuerklasse V wird entschärft. Von 2010 an können sich Doppelverdiener-Ehepaare für ein "Faktorverfahren" entscheiden: Eheleute mit unterschiedlich hohem Einkommen können dann nicht mehr nur die Kombination der Steuerklassen III und V wählen, sondern stattdessen auf eigenen Wunsch gemeinsam nach Steuerklasse IV mit einem individuell bestimmbaren Vervielfältiger besteuert werden. Dadurch wird der Steuervorteil des Ehegattensplittings bei beiden Eheleuten schon bei der monatlichen Lohnauszahlung und nicht erst später beim Steuerjahresausgleich berücksichtigt. Damit soll sichergestellt werden, dass geringer verdienende Ehegatten nicht mehr so hoch belastet werden wie in der Steuerklasse V. Ziel des Faktorverfahrens ist es, einen Anreiz zur Aufnahme einer steuerpflichtigen (und sozialversicherungspflichtigen) Beschäftigung zu schaffen - besonders für geringer verdienende Ehepartner.

-Vorsorge

Nach bisherigem Recht sind Beiträge für eine Kranken- und Pflegeversicherung zusammen mit den anderen sonstigen Vorsorgeaufwendungen nur begrenzt abzugsfähig. Diese Höchstbeträge werden künftig auf bis zu 2800 Euro erhöht. Damit soll sichergestellt werden, dass künftig alle Krankenversicherungsbeiträge des Steuerpflichtigen voll abziehbar sind, soweit sie ein Leistungsniveau absichern, das dem der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflege-Pflichtversicherung entspricht; dies geht auf Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zurück. Steuerlich sind also mindestens die Beiträge für eine Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung als Sonderausgaben anzusetzen. Diese Abzugsmöglichkeiten gelten für privat wie auch für gesetzlich Krankenversicherte und werden auch lohnsteuerlich wirksam.

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Auto, Steuer, Altersvorsorge Zum Jahresende noch schnell Geld sparen

Verbraucher können mit einigen Weichenstellungen vor dem Jahreswechsel noch Geld sparen. So kann es sich unter anderem lohnen, bei der Altersvorsorge bis zum Jahresende aktiv zu werden. Aber auch bei Auto, Steuer und Erspartem lässt sich der ein oder andere Euro herausholen. Mehr

15.11.2014, 06:29 Uhr | Wirtschaft
Jahressteuergesetz Das Aus für die Weihnachtsfeiern?

O du fröhliche: Der Fiskus will die Regeln für Betriebsfeste zu Weihnachten verschärfen. Die Wirtschaft hält die geplanten Änderungen für nicht handhabbar – und will die Feiern retten. Mehr

22.11.2014, 12:00 Uhr | Wirtschaft
Mittelstandsanleihen-Ticker Rickmers-Rating fällt auf CCC

Alno siegt vor Gericht: Das Unternehmen durfte seinen Vorstandschef feuern. Ferratum will an die Börse und German Pellets begibt eine neue Anleihe. Mehr

19.11.2014, 13:57 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2010, 21:36 Uhr

Muskelspiel

Von Kerstin Schwenn

Mitten im Advent droht wieder Streik. Den Bahnkunden ist es egal, ob Lokführer oder Fahrdienstleister ihre Zugfahrt verhindern. Ihre Geduld schwindet in dem Maße, wie der Schaden wächst. Mehr 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Deutsche fühlen sich für Unternehmerdasein nicht gerüstet

Nur 34 Prozent der Deutschen glauben, ihre Ausbildung habe ihnen die Fähigkeit vermittelt, ein eigenes Unternehmen zu führen. Mehr 4