27.06.2007 · Arbeitnehmer sollen sich am Erfolg ihrer Unternehmen beteiligen können. Kurt Beck schlägt die Einrichtung eines „Deutschland-Fonds“ vor. Besser wäre es, die Mitarbeiter unmittelbar am Erfolg ihres Unternehmens zu beteiligen - in guten wie in schlechten Tagen. Holger Steltzner kommentiert.
Sollen sich die Arbeitnehmer an den Unternehmen beteiligen, damit aus Arbeitern Kapitalisten werden? Ist die Mitarbeiterbeteiligung ein Trojanisches Pferd, um mehr Lohnflexibilität in die Betriebe zu tragen? Oder wollen Politiker einen „Deutschland-Fonds“ gründen, um Investitionsentscheidungen beeinflussen zu können?
Einig sind sich die Regierungspartner in dem Ziel, dass eine stärkere Beteiligung deutscher Arbeitnehmer an den Unternehmen wünschenswert ist. Doch schon an der Frage, ob Arbeitnehmer nur am unternehmerischen Erfolg oder auch am Kapital beteiligt werden sollen, scheiden sich die Geister. Der SPD-Vorsitzende Beck schlägt einen Deutschland-Fonds vor. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen in diesen Staatsfonds einzahlen, der zudem mit Steuergeldern gefördert und vom Bund auch noch gegen Verluste versichert wird. Dieser Staatsfonds soll das Geld an die einzahlenden Betriebe zurückgeben, in Form von Eigen- oder Fremdkapital. Rechtsform und Größe des Unternehmens spielen keine Rolle, Branchenzugehörigkeit und Region auch nicht.
Mitunternehmer müssen auch die Risiken tragen
Im Prinzip handelt es sich bei Becks Idee um einen staatlichen Sparplan mit eingebauter Wette auf den deutschen Konjunkturverlauf. In guten Zeiten wirft diese besondere „Staatsanleihe“ ein wenig mehr Geld ab, in mageren Zeiten sinkt die Rendite. Ob in einem solchen Beteiligungsmodell die Motivation der Belegschaft oder die Produktivität der Unternehmen steigt, darf bezweifelt werden. Fraglich ist auch, ob mit diesem Staatsfonds der Zielkonflikt zwischen steigenden Unternehmensgewinnen und stagnierenden Löhnen gedämpft werden könnte. Mit Becks „Deutschland-Fonds“ werden Arbeitnehmer nicht an „ihren“ Betrieben beteiligt, sondern die staatliche Förderung des Sparens wird lediglich um ein weiteres Instrument ergänzt.
Die Union setzt hingegen auf direkte Beteiligung der Mitarbeiter, auf Basis betrieblicher Bündnisse des Arbeitgebers und der Belegschaft. Das ist der bessere Weg, weil die Mitarbeiter so unmittelbar am Erfolg „ihres“ Unternehmens teilhaben können – in guten wie in schlechten Zeiten. Und wenn der Inhaber eine Beteiligung anbietet und Mitarbeiter investieren möchten, dann müssen sie als Mitunternehmer auch die Risiken tragen.
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.757,94 | +0,44% |
| FAZ-INDEX | 1.508,12 | +0,49% |
| TecDAX | 780,92 | +0,91% |
| MDAX | 10.353,00 | +0,97% |
| SDAX | 5.020,82 | −0,06% |
| REX | 421,24 | −0,10% |
| Eurostoxx 50 | 2.493,96 | +0,23% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,55 | +0,36% |
| Dow Jones | 12.781,00 | −0,76% |
| Nasdaq 100 | 2.556,01 | −0,75% |
| S&P500 | 1.343,23 | −0,54% |
| Nikkei225 | 9.238,40 | −0,24% |
| EUR/USD | 1,3016 | −0,34% |
| Rohöl Brent Crude | 118,73 $ | −0,26% |
| Gold | 1.733,00 $ | +0,64% |
| Bund Future | 139,05 € | +0,38% |