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Deutscher Arbeitsmarkt Mehr Abwanderer als Zuwanderer

 ·  Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen nach Deutschland eingewandert als fortgezogen. „Die wirtschaftliche Situation und die hohe Unsicherheit am Arbeitsmarkt machen die Zuwanderung für Arbeitsmigranten unattraktiver“, sagen Experten.

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Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen nach Deutschland eingewandert als fortgezogen. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden geht ersten Schätzungen zufolge von einem Minus von 20.000 bis 70.000 Personen aus. Die ungewöhnlich große Spanne erklärt sich durch eine hohe Unsicherheit, sagte Behördenmitarbeiter Reinhold Zahn der F.A.Z.

Durch die Einführung der Steuer-Identifikationsnummer für alle Einwohner seien im Jahr 2009 – wie auch schon im Vorjahr – viele Melderegister in Kommunen bereinigt worden. Wie viele solcher Fälle noch in den Karteien schlummern, lasse sich derzeit nicht genau sagen. Im Jahr 2008 war der Wanderungssaldo erstmals seit der Wiedervereinigung negativ gewesen. Rückschlüsse auf Alter, Nationalität oder berufliche Qualifikation der Migranten lassen sich aus den Zahlen nicht ziehen.

„Die derzeitige wirtschaftliche Situation und die hohe Unsicherheit am Arbeitsmarkt machen die Zuwanderung für Arbeitsmigranten unattraktiver“, sagte Hans-Dietrich von Loeffelholz vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dies gelte vor allem für Arbeitnehmer mit geringen und mittleren Qualifikationen. „Der Arbeitsmarkt für Hochqualifizierte ist davon ein Stück weit unabhängiger“, sagte Loeffelholz, wobei die Unterschiede zwischen den Branchen groß seien. In exportabhängigen Wirtschaftszweigen sei die Lage schwieriger als in Branchen, die von der Wirtschaftskrise kaum getroffen seien. Die Zahl der Arbeitserlaubnisse für hochqualifizierte Ausländer ist ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes zufolge im Vorjahr gestiegen. Genauere Zahlen liegen in Kürze vor.

In der Vergangenheit hatten Wissenschaftler wiederholt gefordert, die Zuwanderung in Deutschland nach angelsächsischem Vorbild stärker nach beruflicher Qualifikation zu steuern und weniger die Familienzusammenführung in den Mittelpunkt zu stellen. Einer Untersuchung des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus dem Jahr 2008 zufolge liegt die berufliche Qualifikation von Ausländern in Deutschland nicht nur deutlich unter der von Zuwanderern in den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien, sondern auch unter dem durchschnittlichen Niveau in ihren Herkunftsländern. Während zum Beispiel in Nordamerika und Australien jeder zweite Ausländer über einen Schulabschluss verfügt, gilt dies in Deutschland nur für jeden vierten.

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