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Deutsche Bahn Lokführer rechnen mit kräftiger Lohnsteigerung

29.08.2007 ·  Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn rechnet die Gewerkschaft der Lokomotivführer fest mit spürbaren Verbesserungen. Nachdem der Streik vorerst abgewendet ist, bringen sich die Gewerkschaften in Position.

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Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Manfred Schell, hat „namhafte Zuwächse im Entgelt und Verbesserungen bei der Arbeitszeit“ für die Lokführer angekündigt. Die GDL wollte am (heutigen) Mittwoch in Frankfurt am Main dem Bahn-Vorstand ihre Tarifforderungen übermitteln.

„Wir werden zügig verhandeln“, sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert der AP. Sie wies darauf hin, dass ein Ergebnis bis zum 30. September angestrebt werde. Bis dahin herrsche Friedenspflicht und Streikverbot. Einen Verhandlungstermin gebe es noch nicht.

2500 Euro Einstiegsgehalt gefordert

Unter anderem werde man eine Erhöhung des Einstiegsgehalts für Lokführer von bisher 1970 Euro auf 2500 Euro fordern, bei entsprechender Dienstzeit soll das Gehalt auf 3000 Euro steigen können, sagte Seibert. Mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA will sich die GDL eng abstimmen, wie Seibert weiter erklärte. Geplant sind nach ihren Angaben aber keine gemeinsamen, sondern parallel stattfindende Verhandlungen mit der Bahn.

Bahn und Lokführergewerkschaft hatten sich auf ein Verfahren zur Einigung verständigt, das auch die Konkurrenzgewerkschaften Transnet und GDBA einschließt. Bis zum 30. September sollen neue Entgeltstrukturen für alle Beschäftigten vereinbart werden. Damit ist die Lokführerforderung nach einem eigenen Tarifvertrag vorerst vom Tisch. Dafür verhandelt die GDL federführend für alle Lokführer über
eine neue Entgeltstruktur.

Lob für Geißler und Biedenkopf

GDL-Chef Schell lobte im Bayerischen Rundfunk die Arbeit der Vermittler Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler: „Die beiden haben sich absolut neutral verhalten und mit viel Mühe ist es ihnen ja auch gelungen, am Montagabend diesen Kompromiss, den ich als Licht und Schatten bezeichne, noch zu Stande zu bringen.“

Im Sender N24 sagte Schell, er sei zuversichtlich für eine Einigung im September - „mit namhaften Zuwächsen insbesondere im Entgelt und Verbesserungen bei der Arbeitszeit“. Außerdem erwarte er, dass die Tarifregelungen auch dem Zugbegleitpersonal zugute kämen: „Wir werden dafür Sorge tragen, dass realisiert wird, was wir auch vorhatten, dass dieses Ergebnis eins zu eins auch für das Zugbegleitpersonal dann übernommen wird“, sagte er.

Transnet hält an 4,5 Prozent fest

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, sieht die Verständigung der Vermittler im Tarifstreit bei der Bahn als Chance für die weiteren Verhandlungen. Es gehe nun darum, ein faires Entgeltsystem für alle Beschäftigten zu finden, sagte Hansen im Deutschlandradio Kultur.

Hansen will an der Lohnerhöhung von 4,5 Prozent in jedem Fall festhalten. „Wir gehen davon aus, dass wir mehr rausholen.“ Weil es mehr als 100 Tätigkeiten bei der Bahn gebe, habe Transnet die Forderungen bewusst nicht beziffert. Der Transnet-Chef betonte, dass es bei den Verhandlungen nicht um einen Tarifwettlauf zwischen den Gewerkschaften gehen dürfe. Die Bahn müsse wissen, dass sich die drei Gewerkschaften in der Sache einig seien.

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