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Deutsche Bahn Gute Zahlen, schlechte Beratung

29.03.2007 ·  Die Deutsche Bahn legt ein Rekordergebnis vor, der Betriebsgewinn steigt auf fast 2,5 Milliarden Euro. Beim Service freilich klemmt es immer noch: Stiftung Warentest gibt der Ticketkauf-Beratung nur die Note „ausreichend“.

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Angeschoben durch den Wirtschaftsaufschwung und die Fußball WM hat die Deutsche Bahn 2006 wieder ein Rekordergebnis eingefahren. Rund zwei Jahre vor dem geplanten Börsengang des größten Deutschen Staatsunternehmen will Vorstandschef Hartmut Mehdorn Gewinn und Umsatz weiter steigern.

Weniger gute Noten bekommt die Bahn unterdessen von der Stiftung Warentest: Die Ticketkauf-Beratung des Staatsunternehmens verdiene nur die Bewertung „ausreichend“. Viele Kunden bekämen nicht den besten Preis.

Fast 2,5 Milliarden Euro Betriebsgewinn

„Es war das bisher beste Jahr in der Geschichte der Deutschen Bahn AG“, sagte Mehdorn am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin. Zudem habe das Unternehmen mehr Menschen und Güter als jemals zuvor seit Gründung 1994 transportiert. Der Konzern wies für 2006 einen Betriebsgewinn von fast 2,5 Milliarden Euro aus, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Allerdings sind darin Sondereffekte wie Rückzahlungen des Bundes für den Einsatz der Bundespolizei an Bahnhöfen enthalten. Ohne dessen Berücksichtigung lag der Betriebsgewinn bei 2,1 Milliarden Euro, der Umsatz betrug rund 30 Milliarden Euro.

Mehdorn: Börsengang ist unerlässlich

Obwohl die Bahn für 2007 ein etwas schwächeres Wachstum erwartet, will sie weiter zulegen: Der Umsatz soll um drei Prozent steigen, der Gewinn zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro liegen. „2007 ist nahtlos gut angelaufen. Wir haben unseren Plan eingehalten und das Vorjahr übertroffen“, sagte Mehdorn.

Für das künftige Wachstum sei ein Börsengang mit seinen Milliarden-Erlösen allerdings unerlässlich, betonte er. „Wir sind auf diese Eigenkapitalzufuhr angewiesen. Sie ist geradezu lebensnotwendig.“ Er appellierte an die Politik, das Unternehmen seinen Weg gehen zu lassen und einen „europäischen Champion“ daraus zu machen. „Aus unternehmerischer Sicht können sich private Kapitalanleger 2008 an der DB beteiligen.“ Derzeit ist ein Gesetzentwurf zur Privatisierung in der Ressortabstimmung. Das Unternehmen soll bis 2009 privatisiert werden.

„Wirklich grüne Mobilität nur auf der Schiene“

2006 stieg auch wegen der Fußball WM die Zahl der Reisenden um vier Prozent auf 1,85 Milliarden. Im Schienengüterverkehr verbesserte die Bahn die Verkehrsleistung um zehn Prozent. Mehdorn nannte dies auch einen Beitrag zum Klimaschutz, da die Bahn das umweltfreundlichste Verkehrsmittel sei. „Nicht Toyota kaufen, sondern Bahn fahren heißt das Gebot der Stunde“, erklärte er. „Wirklich grüne Mobilität gibt es nur auf der Schiene.“

Im vergangenen Jahr konnte besonders die lange kriselnde Güterbahn Railion ihren Gewinn kräftig auf 226 Millionen Euro steigern. Allerdings erwartet das Unternehmen hier 2007 einen Rückgang. Der ebenfalls lange schwächelnde Fernverkehr machte ein Plus von 126 Millionen Euro und will diesen - auch dank weiterer Sonderangebote - 2007 weiter steigern. Die größte Beiträge zum Gewinn lieferten 2006aber wieder der Regionalverkehr und die internationale Spedition Schenker (Lkw, Flugzeug, Schiff).

Ticketkauf-Beratung der Bahn nur „ausreichend“

Unterdessen teilte die Stiftung Warentest mit, dass Fahrgäste der Bahn beim Ticketkauf oft nicht den günstigsten Preis bekommen. Für seine Beratungsangebote vom Schalter bis zum Internet bekam der Konzern nur die Gesamtnote „ausreichend“, wie es in der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Test“ heißt.

Wer sich als Kunde mit Sonderangeboten, Ländertickets und Streckenführungen nicht selbst auskenne, zahle oft drauf, urteilten die Tester. In den meisten von 90 Beratungsgesprächen in Reisezentren in 25 Städten seien auf Anhieb nur teure Tickets angeboten worden. Auf Sparangebote oder günstigere Intercity- statt ICE-Züge sei zunächst nur selten hingewiesen worden.

Am besten schnitten im Test die Hauptbahnhöfe Kiel und Saarbrücken ab, die das Qualitätsurteil „befriedigend“ bekamen. Am schlechtesten war die Beratung demnach in Magdeburg mit der Note „mangelhaft“. Für die Untersuchung hatten sich drei geschulte Experten an 90 Schaltern sowie per Telefon, an Automaten und auf der Internet-Seite der Bahn über bestimmte Verbindungen informiert.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters und dpa
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Von Rainer Hank

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