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Freitag, 10. Februar 2012
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„Der Sozialismus ist gar nicht so übel“ Debatte über eine Provokation

03.01.2010 ·  Es war eine Provokation, aber sie war ernst gemeint: „Der Sozialismus ist gar nicht so übel“, behauptete die F.A.S. vor wenigen Wochen und sorgte damit für heftige Reaktionen. Lesen Sie hier, was unsere Leser über den Sozialismus denken - und was renommierte Wissenschaftler sagen.

Von Rainer Hank
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (9)

Es war eine Provokation, aber sie war ernst gemeint. „Der Sozialismus ist gar nicht so übel“, hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 20. Dezember behauptet und daraufhin sehr viel Kritik von ihren Lesern erfahren. So war es gewollt, als Anstoß einer dem guten Argument verpflichteten Debatte, aber in keiner Weise als auch nur leise Rechtfertigung der Verbrechen aller früheren real existierenden Sozialismen und Planwirtschaften.

Über 450 Debattenbeiträge sind bei uns eingegangen; zum Teil handelt es sich um ausgewachsene Essays. Für ihr Engagement bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Lesern und dokumentieren hier ihre Reaktionen. Hinzu kommen pointierte Artikel zweier Wissenschaftler, die wir um eine Stellungnahme gebeten haben.

Die lebhafte Diskussion beweist: Auch nach dem verdienten Untergang des realen Sozialismus bleibt die sozialistische Idee so irritierend wie faszinierend. Gleiche Chancen für alle - wer wäre dagegen? Den anderen, mit dem ich im wirtschaftlichen Tausch stehe, nie nur als Mittel, sondern immer als Endzweck zu behandeln - wer will dieser Idee ihre Verführungskraft absprechen?

Mehr noch: Was wäre passiert, hätten wir unser Gedankenexperiment eines an Chancengleichheit und Gemeinschaft orientierten Gesellschaftsideals veröffentlicht, ohne das Wort Sozialismus zu gebrauchen? Die Vermutung liegt nahe, dass der Text eine breite (womöglich ob ihrer Betulichkeit leicht gelangweilte) Unterstützung, aber kaum Empörung provoziert hätte. Denn gut lässt sich argumentieren, dass ein (über)reifer Wohlfahrtsstaat wie der unsere, der seinen Bürgern aus Gleichheits- und Gerechtigkeitsgründen über Steuern und Abgaben zwangsweise mehr als die Hälfte ihres Einkommens - also ihres Eigentums - nimmt, längst mehr ist als eine milde Form des Sozialismus.

Literaturhinweis: G. A. Cohen: Why not Socialism? Princeton University Press 2009.

Was halten Sie vom Sozialismus? Schreiben Sie uns weiter -
per Mail an „sozialismus@faz.de“

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Das Leben auf Pump geht weiter: Der Süden druckt einfach das Geld, das er für Rechnungen braucht. Warum soll sich Griechenland ändern, wenn es doch immer wieder neue Kredite gibt? Mehr 24 100

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