17.04.2012 · Fast 200 Milliarden Euro gibt Deutschland jedes Jahr für die Familien aus. Doch längst nicht alles landet an der richtigen Stelle. Aber wer profitiert von welcher Maßnahme, und was ist das Beste für die Kinder? Eine Analyse von fünf Betreuungsmodellen - mit einem interaktiven FAZ.NET-Flash.
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Wer nicht funktionieren möchte, zahlt - jetzt noch: nur - drauf!
Kernpunkt ist der unglaubliche Absatz: "Die Betreuung zu Hause gilt
unter Experten am Ende als teuer und schlecht vereinbar mit dem Ziel,
Chancengerechtigkeit herzustellen. Kindern von gebildeten Eltern, die
sich mit ihrem Kind beschäftigen, geht es zu Hause nämlich
deutlich besser als Kindern, denen die Eltern wenig Anregung zukommen
lassen können oder wollen."
Chancengerechtigkeit muss also dadurch erzielt werden, indem man diesen
Kindern "gebildeter" (igitt!) Leute diese entzieht oder sagt:
"Selber schuld, wenn Ihr denen bessere Chancen verschaffen wollt.
So weit käm's noch!"
Am 4.4. wurde in der Druckausgabe der FAZ ein ganzseitiger Beitrag
von Dr. Rainer Böhm, Kinderarzt, veröffentlicht. Er hat betont, daß dissoziale Verhaltensweisen von Kindern in langjähriger frühkindlicher Krippen und Kindergartenbetreuung unabhängig von der Qualität der Einrichtung beobachtet werden. Die NICHD-Sudie hat gezeigt, daß die beste Betreuung für Kinder von gebildeten Eltern in der Familie, die zweitbeste von einer (guten) Tagesmutter, die drittbeste von guten Krippen, die schlechteste von schlechten Krippen geleistet wird. Eine gute Krippe ist dort definiert als eine Krippe mit dem Personalschlüssel 1:3. Hierbei wird nicht das gesamte Personal der KiTa zugrunde gelegt, sondern die tatsächlich eingesetzten ErzieherInnen in den Gruppen. Andere wissenschaftlich anerkannte Ergebnisse von Studien sind mir nicht bekannt. Somit kann nur die Betreuung in der Familie ein förderungswürdiges Modell sein.
Hier fehlt etwas im Vergleich,
nämlich die Möglichkeit einer Kinderfrau. Kind bleibt in gewohnter Umgebung, hat eine weitere Bezugsperson, die am besten gut qualifiziert ist und das Kind so gut fördern kann wie die Eltern. ABER: Das kann sich kaum einer leisten, weil der Staat hier zweimal abkassiert: Vom Gehalt der Eltern gehen Abgaben für Versicherungen und Steuern weg, und dann nochmal vom Gehalt der Kinderfrau. Das resultiert darin, dass selbst, wenn das komplette Nettogehalt z.B. der Frau an die Kinderfrau gezahlt werden würde, dies dieser nach Abzug ihrer Abgaben nicht zum Leben reicht. Schon gar nicht, wenn es sich um das erste Kind handelt, man also nicht mehrmals Kindergeld und andere Zuschüssen beantragen kann und selbst noch am Anfang des Berufslebens steht! So sieht es aus in Deutschland! Frustrierte Grüße von einer Mutter eines drei Monate alten Kindes, auf der bisher vergeblichen Suche nach einer bezahlbaren und qualifizierten Betreuung.
Wo bleibt eigentlich die Qualität der staatlichen Kinderförderung?
Wer Kinder im KITA Alter hat kennt die Probleme: Es mangelt an Kita Plätzen, es mangelt dort an Personal, d.h. schon längst können die freien Stellen nicht mehr besetzt werden, es herscht ein Qualitätsmangel in der Betreuung wegen Personalmangel und z.T. auch wg. der Qualifikation der Erzieherinnen und Pflegerinnen. Deswegen versteht man gut, wenn Eltern ihre Kinder lieber wieder alleine betreuen. Wir machen das auch wieder so- zum Glück leben wir ja in einem Land, in dem die Bildung der Kinder vor allem von der der Eltern abhängt!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 12:57 UhrDanke, Danke, Danke....
doch das Problem das ich oftmals beobachte, wenn man dieses Thema in der
Politik anspricht: Ignoranz, Herabwiegeln, Vertrösten...
Mag sein, dass Krippen gut sind für Kinder aus dem Prekariat - ich
kam auch daher. Doch für Kinder, aus bildungsnahen Haushalten ist
sie das derzeit nicht.
Mal davon abgesehen: Ich wehre mich entschieden gegen die Ideologie,
dass der Zug abgefahren sei, wenn ein Kind keine frühkindliche
Bildung genossen habe. Mitnichten!
Wer diese Meinung vertritt, der will nur stromlinienförmige
Lemminge züchten, keine selbstständigen Bürger.
Welche Informationen brauchen Politiker noch zur Förderung frühkindlicher Erziehung und Bildung ??
Es ist nach Lektüre dieses Artikels völlig klar, wie sehr die frühe Kindheit über die späte Karriere entscheidet: "Bis zu 50 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens gibt der Staat pro Kind aus - am meisten in den Jahren zwischen 11 und 17. Dabei ist schon seit einer ganzen Weile klar: Die wichtigsten Weichen für das Schicksal eines Kindes werden in den ersten Lebensjahren gestellt. „Die frühen Jahre sind eine große Chance. Hier werden die Fähigkeiten geschaffen, die das Leben und Lernen später erleichtern“, sagt der Nobelpreisträger und Bildungsökonom James Heckman aus Chicago. „Es ist besser, eine gute Basis zu schaffen, als später korrigieren zu müssen.“Umso wichtiger ist es, sich über die Betreuung in den ersten Jahren Gedanken zu machen." Und wo und wie bitte, machen sich Politker wirklich Gedanken um eine QUALITATIVE Förderung der frühkindlichen Erziehung und Bildund??? Z. B. mit Aufklärung, Einfühlungs- und Dialog-Training der Mütter, Erzieherinnen und Grundschul-Lehrerinnen??
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 13:01 UhrGibt es bei Ihnen eigentlich auch Männer, die Bildung weitergeben?
"Z. B. mit Aufklärung, Einfühlungs- und Dialog-Training
der Mütter, Erzieherinnen und Grundschul-Lehrerinnen??"
Männer finden wohl in Ihrem beschränktem Weltbild keinen Platz mehr?
Na ja, gut, dass die Kinder immer noch einen Vorteil haben, bei denen
Mutter UND Vater für Bildung und Erziehung sorgen.
Mitnichten
Ich wehre mich entschieden gegen die Ideologie, dass der Zug abgefahren
sei, wenn ein Kind keine frühkindliche Bildung genossen habe. Mitnichten!
Bin erst mit 8 (!!!) Jahren aus dem Kinderheim gekommen, vorher war ich
drei Jahre darin.
Dennoch habe ich später studiert und verdiene -ich gehe jede Wette
ein - mehr als viele der heutigen Krippenprediger in den Medien.
Kinder sind unbezahlbar und kostbar...
... in viel mehr als nur dem ökonomischen Sinn, der dem Artikel zu
Grunde liegt. Es ist ein Skandal, wie den Eltern hier vorgerechnet wird,
dass sie mit ihren Kindern der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Durch
x-faches Wiederholen wird dieses Mantra auch nicht wahrhaftiger. Die
Wahrheit sieht ganz anders aus, auch das ist vielfach belegt:
Wer Kinder bekommt und selber aufzieht, zahlt doppelt und dreifach (weil
Familienarbeit mit Verachtung und Geringschätzigkeit gestraft und
nicht entlohnt wird und der kindliche Lebensbedarf - Schnuller, Windeln,
Aletegläschen, Kleider, Schuhe, Schulranzen, Sportbedarf usw. usw.
- grundsätzlich auch der Mehrwertsteuer unterliegt - das
relativiert den angeblichen Geldsegen (Steuerfreibeträge,
Kindergeld) für Eltern mittlerer und höherer Einkommen, und
die Eltern in den unteren Einkommensgruppen legen netto in jedem Fall
drauf. Entlohnt werden sie von den Kindern selbst - durch Lachen,
Familienspaß und -Stress in wechselnden Anteilen.
Eines fehlt: Wer entscheidet, wie wir leben wollen
Die interaktive Anwendung zu den Modellen fand ich gut. Danke!
Aber mir fehlte als Kriterium die Wahlfreiheit: die Frage, wer bestimmt,
wie wir leben wollen. Das Gesellschaftsmodell in Deutschland (ich war
jetzt 10 Jahre in den USA) scheint darauf hinauszulaufen, der
Bevölkerung viel Geld abzuknöpfen und es dann denen
zurückzugeben, die sich so verhalten, wie es die staatlichen
Beglückungsplaner vorgeben.
In der Familienpolitik sieht das so aus: wer die Berufstätigkeit
und Karriere beider Eltern (also faktisch der Frau) mit Kinderkrippe und
Kita usw. will, wird belohnt. Wer sich abweichend verhält, z.B.
weil man beschließt, für die Kinder selbst zu sorgen, geht
*leider* leer aus. Die Familie wird dadurch zum Instrument staatlicher
Wirtschafts-, Sozial- und Integrationspolitik degradiert anstatt
Wirtschafts-, Sozial- und Integrationspolitik so auszurichten, dass die
Menschen leben können, wie sie wollen. Bei allem Respekt für
die guten Absichten: das kann nicht richtig sein.
Es wird doch jetzt schon kräftig umverteilt: Steuern belohnen Alleinverdiener!
Sie haben vollkommen recht: Es gibt eine riesige Umverteilungsmaschine
in die unglaubliche Mengen Geld reingesteckt werden und dann eine etwas
geringere Menge (Behörden haben ja auch ihren Preis) irgendwo
wieder heraus kommt. Das kann man im Ausland kaum erklären!
Wenn es zur Diskussion um das Familiengeld/die Herdprämie geht,
wird aber der bestehende Teil der Umverteilung ausgeblendet.
Schließlich wird jetzt eine Familie in der nur einer das Geld
verdient, steuerlich enorm begünstigt und ein arbeitender 2.
Elternteil bestraft. Das man für das Ehegattensplitting nicht mal
Kind zu haben braucht, ist dabei schon wieder ein ganz anderes Problem.
Aber warum eine Alleinverdienerfamilie für die Nichtinanspruchnahme
einer evtl. angebotenen Betreuung zusätzlich zu der Steuerersparnis
noch weiter belohnt werden soll, das geht mir einfach nicht in den Kopf.
Familien die diese Modell leben, werden schon belohnt - da setzt das
"Familiengeld" nur noch die sinnfreie Krone auf.
Applaus
...für Ihren bemerkenswerten Kommentar, Herr Schlage! Ihre
Schilderung der politischen Lage in Deutschland und der Ideologie, die
dahinter steckt, trifft den Nagel auf den Kopf. Genau so ist es. Die
Politik hierzulande ist darauf ausgerichtet, den Bürger zu
schröpfen, das heißt, ihm das Geld aus der linken Tasche zu
ziehen, um es ihm dann per staatlicher "Fürsorge" und
zwecks staatlich gewünschter Verhaltenslenkung in die rechte Tasche
teilweise wieder zuzuteilen.
Mein Sohn, der mit seiner Familie (vier Kinder) in den USA lebt, zahlt
zwar auch recht hohe Steuern, aber der Staat mischt sich so gut wie gar
nicht in das Leben der Bürger ein und läßt sie ihr Leben
nach ihrem Gusto selbst bestimmen. Geldzuwendungen oder
"Lenkungssteuern" für politisch erwünschtes
Verhalten kennt man nicht. Obwohl es kein "Kindergeld" gibt
und die "guten" Kindergärten, Schulen, Colleges und Unis
teuer bezahlt werden müssen, haben die Famlien dort mehr Kinder als
in D. Daraus könnte man hier viel lernen...
Staatliche Schulung für die Eltern
Warum nicht der altbewährte Blockwart oder die DDR
"Hausgemeinschaft" ? Vorteil: er/sie kann auch die anderen
Aktivitäten der Familie "betreuen".
Die Aussenstehenden werden eher sprachlos, wenn man solche
Virschläge aus einem Blatt wie FAZ vewrnehmen muss.
Wer hat eigentlich einmal auf die Aussagen der Gehirnforscher
gehört? Kinderlernen mit persönlicher Zuwendung schneller und
tiefer. Sie brauchen dafür geliebte Bezugspersonen. Kinder brauchen
eigenes Spielen, um kreativität und Erfahrung zu sammeln. Eine
Kippe hat wechselnde Betreuer, hat zuviel kinder, in einem Alter, in dem
Kinder noch fast nicht für größere Gruppen geeignet
sind. Es ist ein Skandal, dass nur Frauenwünsche und Wirtschaft
mitreden. Wir brauchen lebenstüchtige Menschen und nicht
Chancengleich zu lasten glücklicher Kinder. Kind und Mutter machen
sich gegenseitig glücklich.Weg von Ideologie!
"Kind und Mutter machen sich gegenseitig glücklich"
Als Kind einer Mutter, die ihren Beruf für mich aufgegeben hat, kann ich nur sagen: Das ist Ideologie! Mag manchmal zutreffen, manchmal aber auch nicht. Meine Mutter hat ihren ganzen Ehrgeiz auf mich projeziert, sowie auf ihren Mann, meinen Vater (wehe, wenn da die Karriere nicht so lief wie erwartet! "Ich halte dir hier den Rücken frei, und du..."). Sobald ich selbstständiger war, also nicht mehr rund um die Uhr betreut werden musste, fiel sie in ein Loch, Depressionen und psychosomatische Wehwehchen..., das macht kein Kind glücklich! Ich habe mir SEHR oft gewünscht, dass meine Mutter gearbeitet hätte. EINE Bezugsperson alleine birgt nicht zu verachtende Risiken. Leider gibt es heutzutage keine Großfamilien mehr wie früher, eine Betreuung außer Haus IN MAßEN kann da Abhilfe schaffen.
Zerstörung der Familien im Namen der "Chancengerechtigkeit"?
"Die Betreuung zu Hause gilt unter Experten am Ende als teuer und
schlecht vereinbar mit dem Ziel, Chancengerechtigkeit herzustellen.
Kindern von gebildeten Eltern, die sich mit ihrem Kind
beschäftigen, geht es zu Hause nämlich deutlich besser als
Kindern, denen die Eltern wenig Anregung zukommen lassen können
oder wollen."
Ich übersetze das mal:
Wunschkinder von Akademikern müssen möglichst früh aus
ihren Familien herausgenommen werden, um in einer Kinderkrippe in ihrer
Entwicklung gehemmt zu werden. Da die Kinderkrippe gleichzeitig den
Kindern aus Problemfamilien gut tut, kommt unter dem Strich angeblich
sowas wie "Chancengerechtigkeit" raus.
Wenn das auch nicht hilft, gibts demnächst für Kinder aus
Problemfamilien die Quote bei den Jobs mit den besseren Einkommen.
Außerdem ist es teuer, wenn Eltern sich selber um ihre Kinder
kümmern, man lese und staune!
Frau Meyer, gegen Kindergärten
... habe ich doch auch ausdrücklich nichts gesagt. Falls die Forderungen für deren Qualität, die Sie zu Recht anführen, erfüllt sind, ist dagegen nichts zu sagen - besonders auch für Einzelkinder. Krippen dagegen lehne ich ab - in Fällen, wo es keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt, ist eine (sehr gute) Tagesmutter die bessere Lösung.
Frau Ziessler
unsere Vorfahren kannten keine Kindergärten, die wuchsen in einer Großfamilie auf. Wieviele Familien mit mehr als 3 Kindern und Großeltern im selben Haus kennen sie denn heutzutage? Ich keine einzige. Hier kann ein Kindergarten ein guter Ersatz sein, sofern gut geleitet mit qualifiziertem Personal.
Werter Herr Messerschmidt,
sie schreiben: „Sämtliche ernsthaften, nicht durch
weltanschauliche Anschauung verfälschten Studien zeigen, das sich
Kinder am Besten in einer pädagogisch qualifiziert geführten
Gemeinschaft entwickeln können.“ Seit 30 Jahren verfolge ich
die wissenschaftliche Literatur zur Frühpädagogik. Richtig
ist, daß solide Studien bestätigen, daß Kinder aus
asozialen Verhältnissen vom Besuch von Kinderkrippe und -garten
profitieren. Diese Studien zeigen dies für Kinder gebildeter Eltern
nicht. Aber alle Kinder mit langjähriger Fremdbetreuung neigen zu
dissozialem Verhalten.
Bitte, teilen Sie mir mit, welche Studien Sie hier anführen. Ich
bin brennend an diesen Studien interessiert.
Herzlichen Dank im Voraus.
Sehr interessant, Herr Doomdey,
... was Sie hier von Ihrer Tochter berichten. Ich habe mit meiner
Tocher gleiches erlebt. Im Kindergarten war sie todunglücklich, so
dass ich sie nach kurzer Zeit dort abmeldete, in der Schule war es
ähnlich. Dann mit 16 Jahren ein Jahr Amerika, danach, bis zum
Abitur ging es besser. Allerdings denkt meine Tochter bis heute nicht
mit Freude an die gesamte Schulzeit zurück, da sie die Schule immer
für eine indoktrinäre Anstalt hielt, wo sich ein kritischer,
widerspruchsvoller Geist nicht entfalten konnte.
Dennoch - vor allem für Einzelkinder halte ich einen (guten)
Kindergarten für eine passable Sache. Eine Krippe für unter
Dreijährige allerdings lehne ich grundsätzlich ab.
Volle Zustimmung, Herr Heinz!
Was für die Schulen gilt - Ansprüche so weit senken auf ein
tiefes Niveau, bis auch der Dümmste das Abitur besteht - das muss
doch möglichst schon im Kleinkindalter begonnen werden. So schafft
man den "neuen Menschen", der sich später willig
(ver)führen läßt.
Zu dem, was @ Frank Messerschmidt hier schreibt, eine Frage: Welche
Studien zeigen denn, dass "sich Kinder am Besten in einer
pädagogisch qualifiziert geführten Gemeinschaft entwickeln
können"? Nach meiner Kenntnis zeigen Studien, dass zumindest
für das Kleinkindalter (bis drei) die Liebe und Geborgenheit im
Elternhaus das allerwichtigste und durch nichts zu ersetzen ist.
Von Friedrich Fröbel wurde der erste Kindergarten in Deutschland
1840 gegründet. Es dauerte natürlich Jahrzehnte, bis sich die
Idee im ganzen Land ausbreitete. Forciert wurde sie im Dritten Reich und
in der DDR - warum wohl?
Wollen Sie, Herr Messerschmidt, etwa behaupten, dass unsere Vorfahren,
die keine Kindergärten kannten, ihre Kinder schlechter erzogen?
"Ich will ja nur Dein Bestes" - Kennen wir das nicht?
"...Studien zeigen, das sich Kinder am Besten in einer
pädagogisch qualifiziert geführten Gemeinschaft entwickeln
können.
" Was ist "am Besten"?
Sehr geehrter Herr Messerschnidt, gerade in der Definition des Terminus
"Besten" liegt die Crux. Dazu haben Sie leider nichts gesagt.
Vielleicht sollten Sie auch bedenken, dass das "Beste" dem
Zeitgeist unterliegt und sogar grotesken Auswüchsen unterlag.
Eines meiner Kinder hat Kindergarten und Grundschule wegen ihrer
pädagogischen Umsorgung regelrecht gehaßt und ist erst
aufgeblüht, als er mit 16 in den USA und anschließend in der
gymnasialen Oberstufe ohne diese "Betreuung" auskommen durfte.
Ich frage mich, welchen Einfluß die von ihm so negativ empfundene
Betreuung auf sein heutiges Denken hat.
Werter Herr Till Heinz,
ihre Übersetzung ist wohl ziemlich das unsinnigste was ich in
letzter Zeit gelesen habe.
Niemand zwingt Akademiker usw.; dazu ihre „Wunschkinder“
aus dem ach so lauschigem Familienverband zu reißen.
Sie sind offensichtlich auch sehr lange im akademischen Haushalt auf
sich allein gestellt gewesen. Sämtliche ernsthaften, nicht durch
weltanschauliche Anschauung verfälschten Studien zeigen, das sich
Kinder am Besten in einer pädagogisch qualifiziert geführten
Gemeinschaft entwickeln können. Auch Akademiker und andere
gebildeten Eltern haben einen Job der sie fordert, wo soll also die Zeit
und das Wissen herkommen das gut ausgebildete pädagogisch und
Kinderphysiologisch geschultes Erziehungspersonal durch Studium und
jahrelange Erfahrung erworben haben.
Die traurige Wahrheit ist jedoch. Betreuungsgeld erhalten in den
meisten Fällen nur Familien die es nicht benötigen, oder jene
die es für alles Mögliche ausgeben, aber nicht zum Wohl der Kinder.
Wie soll der Staat die Kinder fördern? Eine Idee von mehreren dutzend Ideen.
Nun, da zuviel, und erst recht nicht eigenhändig erworbenes, Geld
den Charakter verdirbt, in dem Falle den der Eltern, wäre es
zweifellos vorausschauender, wenn der Staat anstatt das Geld in den
Familien zu versenken, geeignete Rahmenbedingungen für die Kinder schafft!
Und damit meine ich keineswegs, dass da drei Kindergärtnerinnen um
etwa ein Dutzend Kids herumtollen, sondern vielmehr eine ausreichende
Ausstattung mit SPIELPLÄTZEN!
Diese Ideal-Standard-Spielplätze hier sind doch ein Graus. In
Dresden, wohlgemerkt zu DDR-Zeiten, hatten wir einen riesigen
Indianerspielplatz (natürlich ohne Eintritt und den es wohl heute
deswegen nicht mehr gibt, nehme ich an), von geschätzten
2500m² oder mehr, nicht diese Witzlosfleckchen fürs schlechte
Gewissen wie man sie hier überall sieht. Da liegt dann wohl
überall eine Gummimatte, damit die Kids sich nichts anstoßen,
aber Spaß macht das Spielen da nicht, sind ja auch meist leer, und
so wird das auch nix mit früh erlernter Sozialkompetenz.
Schulden abbauen statt ewige Umverteilung
Wann beginnt der Staat eigentlich endlich mal damit, die Neuverschuldung zu stoppen und die ganzen Schulden zu tilgen??? Macht endlich Schluss mir der ewigen Umverteilung! Bringt ja unterm Strich eh alles nichts ausser wieder neue Schulden. Als wenn man mit Geld alles bewirken könnte; welch ein Schwachsinn. Die Ursachen für die geringe Geburtenrate liegen viel tiefer. Eine Trendwende lässt sich weder mit Kindergeld, noch mit Elterngeld, noch mit Betreuungsgeld und auch nicht mit der Subventionierung von KiTas herbeiführen. In früheren Zeiten gab es keine staatlichen Geldgeschenke, dafür aber hinreichend viele Neugeburten. Heute gibt es Kindergeld, Elterngeld, staatliche KiTa-Subventionierung und bald Betreuungsgeld und eine Elternrente, etc. pp. und trotz alledem bleiben die Geburtenzahlen weit hinter der Reproduktionsrate zurück. Vergesst den ganzen Unsinn und beginnt endlich einmal ernsthaft mit dem Abbau der Staatsschulden!!!
Zufall oder ein bewußter Schritt in die richtige Richtung
Schule für Eltern ist der richtige Lösungsansatz, aber nicht der Einzige. Wer schon einmal den Versuch unternommen hat die Festplatte eines Computers selbst einzurichten, der weiß, dass sich Fehler später bei der Benutzung des Gerätes immer wieder mehr oder weniger bemerkbar machen, bis hin zum Absturz. Wenn man diesen Gedanken als Benchmarking verfolgt und die Gehirnentwicklung der Kinder bis zum 14. Lebensjahr mit der Computereinrichtung vergleicht, sollte die Wichtigkeit der Rolle der ersten und wichtigsten Programmierer, den Eltern klar werden. Sie können es am Besten. Grundlage für ein funktionierendes kognitives Lernen ist die Liebe und Sicherheit vermittelnde Funktion der Eltern. Nur wenn sie vorhanden sind setzt das kognitive Lernen von allein ein. Wir haben es alle beobachtet: ein Kleinkind mit Vertrauen zur Bezugsperson ist mutig und lernt von Fall zu Fall. Eltern haben durch die Evolution diese hervorragende Gabe alle erhalten. Man muss diese Gaben wieder aktivieren.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 13:38 UhrGenau so ist es
... aber genau das wollen unsere Politiker nicht. Wir sind langsam aber
sicher auf dem Weg in einen sozialistischen Staat à la DDR:
Frauen an die Werkbank (kann auch die Supermarktkasse sein), Babies in
die Krippe, von staatlich gedrilltem Personal "betreut". Auf
diese Weise wird sichergestellt, dass der Staat sich die Sorte von
gefügigen, gehorsamen und unkritischen Bürgern heranzieht, die
auch später bereit sind, widerspruchslos alles zu tun, was man von
ihnen erwartet und verlangt. "Brave New World"!
Das "Betreuungsgeld" ist doch reine Augenwischerei. Welche
Frau, ob wohlhabend oder arm, wird sich denn wohl wegen fünf
Euro/Tag aus ihrem Job verabschieden? Die Wohlhabende braucht den
lächerlichen Betrag nicht, für die andere ist es zu wenig. Das
ganze ist eine politische Schnapsidee - teuer, überflüssig,
wirkungslos. Wie so vieles andere auch.
Der politiche Wahnsinn wächst und wächst...
„Der Staat fördert die Kinderbetreuung und will gleichzeitig
eine andere Förderung dafür einführen, dass die Eltern
die geförderte Kinderbetreuung nicht in Anspruch nehmen".
Genau das ist der Punkt.
Die staatliche Alimentierung jeder denkbaren Lebenssituation führt
letzten Endes dazu, dass sowohl Ja als auch Nein alimentiert werden.
Genau so ist es mit der wahnwitzigen Idee dieses Betreuungsgeldes, der
auch die Kanzlerin anhängt. Einerseits sollen Frauen/Mütter
endlich befreit werden von der schrecklichen Last und Zumutung, sich mit
ihren Kindern beschäftigen zu müssen, sie werden ins
Berufsleben gedrängt, man richtet Krippen und Kitas für die
Kleinsten ein. Andererseits sollen Mütter mit 150 € belohnt
werden, wenn sie sich für Kinder + Küche entscheiden. Ist das
ein Schildbürgerstreich??
Aufruf an die Politik: Lasst endlich den Bürgern genug vom
selbstverdienten Geld, damit jeder selber entscheiden kann, wie er sein
Leben führen will! Kinder sind nicht Eigentum des Staates!
Wie der Staat die Kinder fördern sollte
Mmm mal sehen. Also als erstes mal überhaupt nicht. Er könnte
aber die Familien von den Steuern befreien, sie nicht mehr zwingen,
welche Schulen sie besuchen müssen. Er könnte sich komplett
aus der Familie zurückziehen und die Bevormundung lassen.
Alles quatsch, auf solche Fragen lass ich mich nicht ein.
Sollte es überhaupt Staaten geben? Klare Antwort von mir: NEIN
Ein Hoch auf die Privatrechtsgesellschaft.
Wer nicht weiss, was das ist, sollte mal Hans Herman Hoppe als
aktuellsten Vertreter der Wiener Schule lesen.
Sind die Eltern nicht fähig ihre Kinder in ihrer Entwicklung
positiv zu unterstützen, kann der Staat kaum mit Geldzahlungen oder
ungetesteten Aktionismus helfen. Punkt. Was der "Staat
braucht" ist mir schon klar - also liegt es in MEINEM Interesse
meine Kinder gescheit ausbilden zu lassen.
Wer sich auf "den Staat verlässt" (auch mit wenig
finanziellen Möglichkeiten), erzieht lediglich die
Billiglöhner von morgen, die aus ihrem Kreis nicht ausbrechen
können - samt Nachkommen.
Es geht auch gar nicht um die Kinder in dieser Diskussion, sondern wie
man jahrzehntelanges Versagen wett macht.
Kindergärtner sind keine Kidnapper
Immer wieder wird in den Debattenbeiträgen behauptet, es gehe um
ein Entweder-Oder: Entweder erziehen die Eltern ihre Kinder, ohne die
Kindergärtner tun es. Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Die
Kindergärtner kidnappen die Kinder nicht. Sie haben sie eine
begrenzte Zahl von Stunden in ihrer Obhut. Und wenn es eine gute Kita
ist, können die Kinder dort Dinge tun, die sie allein mit ihren
Eltern nicht so tun könnten: Mit Kleineren sorgsam umgehen, den
Größeren gegenüber Selbstbewusstsein entwickeln und sich
durchsetzen, soziales Verhalten mit Gleichaltrigen einüben. Hinzu
kommt ein großes Angebot an spielerischen und pädagogisch
sinnvollen Angeboten, wie Singen, Basteln und Ausflüge machen.
Morgens, abends, an Wochenenden und in den Ferien aber sind die Kinder
bei ihren Eltern, die die wichtigsten Bezugspersonen bleiben und
entscheidenden Einfluß auf die Erziehung haben - wenn sie denn
erziehen können und wollen. Ist das nicht der Fall, ist der
Kitabesuch für die Kinder umso wichtiger.
Mit Kitas haben meine Kinder keine Erfahrung,
aber alle 6 besuchten Kindergärten. 5 dieser Einrichtungen durfte ich miterleben. Es gibt Unterschiede, allerdings sind die nur graduell. Ich freue mich jedenfalls, daß hier mal Kinder zur Sache befragt werden und recht aufschlußreiche Antworten zur Diskussion beitragen, auch wenn die aus Finnland kommen. Gute Krippen werden in der NICHD-Studie als die eingeordnet, die ein Betreuungsverhältnis von 1:3, maximal 1:4 haben. Um das sicherzustellen, sind pro Kleingruppe 1,5 BetreuerInnen notwendig. Grund hierfür sind Urlaubstage, Krankheit, Fortbildung usw. Hier wird allerdings nicht gerechnet die Gesamtzahl des Kita-Personals zu den Kindern, sondern nur die für die direkte Betreuung verfügbaren BetreuerInnen, also ohne Leitung und Hilfspersonal. Legt man das als Maßstab an, gibt es in Deutschland keine gute Kitas, weder heute noch auf mittlere Sicht. 1,5 Personen pro 3 Kinder treibt die Kosten pro Kind in die Höhe von ca. 2200 Euro/Monat.
Meine Erfahrung
beruht auf meiner Tochter und all ihren Freundinnen und Freunden, die in ihrer Kita am Prenzlauer Berg in Berlin eine tolle Zeit hatten. Die Erfahrung von 29 finnischen Kindern bringt das nicht ins Wanken. (Ob die finnischen Kinder weniger müde Eltern gehabt hätten, wenn zumindest ein Elternteil sich den ganzen Tag um Haushalt und Kindererziehung hätte kümmern müssen?) Voraussetzung sind gute Kitas mit gut ausgebildeten, motivierten Erziehern/-innen. Daran fehlt es in der Tat - darüber sollte man sich Gedanken machen, nicht über die staatliche Förderung nicht in Anspruch genommener Leistungen.
Haben Sie den Beitrag von Christina Hucklenbroich
auf der Seite N1 von Natur und Wissenschaft mit dem Titel „Kinderspiel“ gelesen? Die dort zitierten Aussagen der Kinder mit Krippenerfahrung stimmen mit Ihrem Kitabild nicht überein.
Es liegen so reichliche Erfahrungen vor,
daß eine Förderung der Krippenbetreuung mit äußerster Zurückhaltung angegangen werden sollte. In der ehemaligen DDR hat man 40 Jahre Erfahrung gesammelt, Kinderärzte aus dem Osten warnen eindringlich. In Schweden hat man 25 Jahre Erfahrung mit einer Vollzeitversorgung. Nun fördert man dort die Betreuung zu Hause mit 180 SEK/Tag (=20Euro, macht 400 Euro bei 20 Tagen pro Monat. Warum nehmen gerade die für die kleinsten Verantwortlichen diese Erfahrungen nicht wahr? Der Industrie geht es nicht um die Kleinsten, denen geht es um ausreichend Arbeitskräfte um die Lohnkosten zu kontrollieren. Politiker helfen da gerne. Die Förderung der Erziehung durch die Mutter oder den Vater müßte bei all den Erfahrungen Anliegen aller Eltern und Politiker sein. Aber die kommenden deutschen Master of nappy changing werden es schon richten.
eine unetische Politk- und Kapital-Kampagne
wer die Kinder und die Jugend hat, hat die Zukunft, hat die Macht.
In der sozialgerechten Zukunft werden die Säuglinge direkt aus den
Kita-eigenen Entbindungsstationen in
Halbtagswaisenbetreuungseinrichtungen übernommen. Psychische
Entwicklungsdefizite werden von examinierten Heiltherapeuten aus- und
angeglichen. Sprachentwicklungsstörungen sind nur in den ersten
Jahrgängen auffällig und werden durch Nivellierung zur
zukünftigen Norm (Kita- statt Muttersprache). Die NDB (neue
deutsche Bevölkerung) lauscht den Karriere-Berichten Ihrer
selbstverwirklichten Mütter in den Seniorenelendsheimen.
So führt manipulierte Maßlosigkeit zu maßloser Manipulation.
„.... In den ersten Fällen sind die Unterschiede zwischen der Betreuung zu Hause und in der Krippe klein - Hinweise deuten darauf, dass die Krippe langfristig einen kleinen Vorteil bringt, aber der ist so klein, dass er nach wie vor nicht eindeutig ist.“ Diese Aussage steht konträr zu der Ergebnisse der NICHD-Studie und zu dem Beitrag von Dr. Rainer Böhm in der Druckausgabe der FAZ vom 4.4. Die NICHD-Studie wurde in den 80er Jahren gestartet, ist eine prospektive, kontrollierte Studie, die wissenschaftlich anerkannt ist und die Entwicklung der heute über 15 Jahre alten Teilnehmer weiter beobachtet, dokumentiert und auswertet. Sicher ist, die kognitiven Fähigkeiten sind vergleichbar, aber sozialen Auffälligkeiten sind auch 15 Jahre nach der Krippe noch messbar. Dieses Ergebnis der NICHD-Studie gilt nur bei sehr guten Krippen. Sonst leidet auch der kognitive Bereich. Sehr gute Krippen wird es auf absehbare Zeit in der BRD nicht geben. Dazu fehlen einfach Geld und die ErzieherInnen.
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| Euro in Dollar | -- | -- | |
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| Rohöl Brent | -- | -- | |
| Bund Future | -- | -- | |