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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Debatte ums Betreuungsgeld Wie soll der Staat die Kinder fördern?

 ·  Fast 200 Milliarden Euro gibt Deutschland jedes Jahr für die Familien aus. Doch längst nicht alles landet an der richtigen Stelle. Aber wer profitiert von welcher Maßnahme, und was ist das Beste für die Kinder? Eine Analyse von fünf Betreuungsmodellen - mit einem interaktiven FAZ.NET-Flash.

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Marzo Matto
Marzo Matto (maerzc) - 20.04.2012 00:21 Uhr

Wer nicht funktionieren möchte, zahlt - jetzt noch: nur - drauf!

Kernpunkt ist der unglaubliche Absatz: "Die Betreuung zu Hause gilt unter Experten am Ende als teuer und schlecht vereinbar mit dem Ziel, Chancengerechtigkeit herzustellen. Kindern von gebildeten Eltern, die sich mit ihrem Kind beschäftigen, geht es zu Hause nämlich deutlich besser als Kindern, denen die Eltern wenig Anregung zukommen lassen können oder wollen."
Chancengerechtigkeit muss also dadurch erzielt werden, indem man diesen Kindern "gebildeter" (igitt!) Leute diese entzieht oder sagt: "Selber schuld, wenn Ihr denen bessere Chancen verschaffen wollt. So weit käm's noch!"

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 19.04.2012 21:42 Uhr

Am 4.4. wurde in der Druckausgabe der FAZ ein ganzseitiger Beitrag

von Dr. Rainer Böhm, Kinderarzt, veröffentlicht. Er hat betont, daß dissoziale Verhaltensweisen von Kindern in langjähriger frühkindlicher Krippen und Kindergartenbetreuung unabhängig von der Qualität der Einrichtung beobachtet werden. Die NICHD-Sudie hat gezeigt, daß die beste Betreuung für Kinder von gebildeten Eltern in der Familie, die zweitbeste von einer (guten) Tagesmutter, die drittbeste von guten Krippen, die schlechteste von schlechten Krippen geleistet wird. Eine gute Krippe ist dort definiert als eine Krippe mit dem Personalschlüssel 1:3. Hierbei wird nicht das gesamte Personal der KiTa zugrunde gelegt, sondern die tatsächlich eingesetzten ErzieherInnen in den Gruppen. Andere wissenschaftlich anerkannte Ergebnisse von Studien sind mir nicht bekannt. Somit kann nur die Betreuung in der Familie ein förderungswürdiges Modell sein.

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Hannah Meyer

Hier fehlt etwas im Vergleich,

nämlich die Möglichkeit einer Kinderfrau. Kind bleibt in gewohnter Umgebung, hat eine weitere Bezugsperson, die am besten gut qualifiziert ist und das Kind so gut fördern kann wie die Eltern. ABER: Das kann sich kaum einer leisten, weil der Staat hier zweimal abkassiert: Vom Gehalt der Eltern gehen Abgaben für Versicherungen und Steuern weg, und dann nochmal vom Gehalt der Kinderfrau. Das resultiert darin, dass selbst, wenn das komplette Nettogehalt z.B. der Frau an die Kinderfrau gezahlt werden würde, dies dieser nach Abzug ihrer Abgaben nicht zum Leben reicht. Schon gar nicht, wenn es sich um das erste Kind handelt, man also nicht mehrmals Kindergeld und andere Zuschüssen beantragen kann und selbst noch am Anfang des Berufslebens steht! So sieht es aus in Deutschland! Frustrierte Grüße von einer Mutter eines drei Monate alten Kindes, auf der bisher vergeblichen Suche nach einer bezahlbaren und qualifizierten Betreuung.

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Michael Muscholl

Wo bleibt eigentlich die Qualität der staatlichen Kinderförderung?

Wer Kinder im KITA Alter hat kennt die Probleme: Es mangelt an Kita Plätzen, es mangelt dort an Personal, d.h. schon längst können die freien Stellen nicht mehr besetzt werden, es herscht ein Qualitätsmangel in der Betreuung wegen Personalmangel und z.T. auch wg. der Qualifikation der Erzieherinnen und Pflegerinnen. Deswegen versteht man gut, wenn Eltern ihre Kinder lieber wieder alleine betreuen. Wir machen das auch wieder so- zum Glück leben wir ja in einem Land, in dem die Bildung der Kinder vor allem von der der Eltern abhängt!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 12:57 Uhr
Marco Vogt

Danke, Danke, Danke....

doch das Problem das ich oftmals beobachte, wenn man dieses Thema in der Politik anspricht: Ignoranz, Herabwiegeln, Vertrösten...

Mag sein, dass Krippen gut sind für Kinder aus dem Prekariat - ich kam auch daher. Doch für Kinder, aus bildungsnahen Haushalten ist sie das derzeit nicht.

Mal davon abgesehen: Ich wehre mich entschieden gegen die Ideologie, dass der Zug abgefahren sei, wenn ein Kind keine frühkindliche Bildung genossen habe. Mitnichten!

Wer diese Meinung vertritt, der will nur stromlinienförmige Lemminge züchten, keine selbstständigen Bürger.

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Torsten Milsch

Welche Informationen brauchen Politiker noch zur Förderung frühkindlicher Erziehung und Bildung ??

Es ist nach Lektüre dieses Artikels völlig klar, wie sehr die frühe Kindheit über die späte Karriere entscheidet: "Bis zu 50 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens gibt der Staat pro Kind aus - am meisten in den Jahren zwischen 11 und 17. Dabei ist schon seit einer ganzen Weile klar: Die wichtigsten Weichen für das Schicksal eines Kindes werden in den ersten Lebensjahren gestellt. „Die frühen Jahre sind eine große Chance. Hier werden die Fähigkeiten geschaffen, die das Leben und Lernen später erleichtern“, sagt der Nobelpreisträger und Bildungsökonom James Heckman aus Chicago. „Es ist besser, eine gute Basis zu schaffen, als später korrigieren zu müssen.“Umso wichtiger ist es, sich über die Betreuung in den ersten Jahren Gedanken zu machen." Und wo und wie bitte, machen sich Politker wirklich Gedanken um eine QUALITATIVE Förderung der frühkindlichen Erziehung und Bildund??? Z. B. mit Aufklärung, Einfühlungs- und Dialog-Training der Mütter, Erzieherinnen und Grundschul-Lehrerinnen??

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 13:01 Uhr
Marco Vogt

Gibt es bei Ihnen eigentlich auch Männer, die Bildung weitergeben?

"Z. B. mit Aufklärung, Einfühlungs- und Dialog-Training der Mütter, Erzieherinnen und Grundschul-Lehrerinnen??"

Männer finden wohl in Ihrem beschränktem Weltbild keinen Platz mehr?

Na ja, gut, dass die Kinder immer noch einen Vorteil haben, bei denen Mutter UND Vater für Bildung und Erziehung sorgen.

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Marco Vogt

Mitnichten

Ich wehre mich entschieden gegen die Ideologie, dass der Zug abgefahren sei, wenn ein Kind keine frühkindliche Bildung genossen habe. Mitnichten!

Bin erst mit 8 (!!!) Jahren aus dem Kinderheim gekommen, vorher war ich drei Jahre darin.

Dennoch habe ich später studiert und verdiene -ich gehe jede Wette ein - mehr als viele der heutigen Krippenprediger in den Medien.

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Markus Baum

Kinder sind unbezahlbar und kostbar...

... in viel mehr als nur dem ökonomischen Sinn, der dem Artikel zu Grunde liegt. Es ist ein Skandal, wie den Eltern hier vorgerechnet wird, dass sie mit ihren Kindern der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Durch x-faches Wiederholen wird dieses Mantra auch nicht wahrhaftiger. Die Wahrheit sieht ganz anders aus, auch das ist vielfach belegt:

Wer Kinder bekommt und selber aufzieht, zahlt doppelt und dreifach (weil Familienarbeit mit Verachtung und Geringschätzigkeit gestraft und nicht entlohnt wird und der kindliche Lebensbedarf - Schnuller, Windeln, Aletegläschen, Kleider, Schuhe, Schulranzen, Sportbedarf usw. usw. - grundsätzlich auch der Mehrwertsteuer unterliegt - das relativiert den angeblichen Geldsegen (Steuerfreibeträge, Kindergeld) für Eltern mittlerer und höherer Einkommen, und die Eltern in den unteren Einkommensgruppen legen netto in jedem Fall drauf. Entlohnt werden sie von den Kindern selbst - durch Lachen, Familienspaß und -Stress in wechselnden Anteilen.

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Wolfgang Schlage

Eines fehlt: Wer entscheidet, wie wir leben wollen

Die interaktive Anwendung zu den Modellen fand ich gut. Danke!

Aber mir fehlte als Kriterium die Wahlfreiheit: die Frage, wer bestimmt, wie wir leben wollen. Das Gesellschaftsmodell in Deutschland (ich war jetzt 10 Jahre in den USA) scheint darauf hinauszulaufen, der Bevölkerung viel Geld abzuknöpfen und es dann denen zurückzugeben, die sich so verhalten, wie es die staatlichen Beglückungsplaner vorgeben.

In der Familienpolitik sieht das so aus: wer die Berufstätigkeit und Karriere beider Eltern (also faktisch der Frau) mit Kinderkrippe und Kita usw. will, wird belohnt. Wer sich abweichend verhält, z.B. weil man beschließt, für die Kinder selbst zu sorgen, geht *leider* leer aus. Die Familie wird dadurch zum Instrument staatlicher Wirtschafts-, Sozial- und Integrationspolitik degradiert anstatt Wirtschafts-, Sozial- und Integrationspolitik so auszurichten, dass die Menschen leben können, wie sie wollen. Bei allem Respekt für die guten Absichten: das kann nicht richtig sein.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 17:04 Uhr
Daniel Berger
Daniel Berger (kleifaz) - 19.04.2012 17:04 Uhr

Es wird doch jetzt schon kräftig umverteilt: Steuern belohnen Alleinverdiener!

Sie haben vollkommen recht: Es gibt eine riesige Umverteilungsmaschine in die unglaubliche Mengen Geld reingesteckt werden und dann eine etwas geringere Menge (Behörden haben ja auch ihren Preis) irgendwo wieder heraus kommt. Das kann man im Ausland kaum erklären!

Wenn es zur Diskussion um das Familiengeld/die Herdprämie geht, wird aber der bestehende Teil der Umverteilung ausgeblendet. Schließlich wird jetzt eine Familie in der nur einer das Geld verdient, steuerlich enorm begünstigt und ein arbeitender 2. Elternteil bestraft. Das man für das Ehegattensplitting nicht mal Kind zu haben braucht, ist dabei schon wieder ein ganz anderes Problem.
Aber warum eine Alleinverdienerfamilie für die Nichtinanspruchnahme einer evtl. angebotenen Betreuung zusätzlich zu der Steuerersparnis noch weiter belohnt werden soll, das geht mir einfach nicht in den Kopf. Familien die diese Modell leben, werden schon belohnt - da setzt das "Familiengeld" nur noch die sinnfreie Krone auf.

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Helga Zießler

Applaus

...für Ihren bemerkenswerten Kommentar, Herr Schlage! Ihre Schilderung der politischen Lage in Deutschland und der Ideologie, die dahinter steckt, trifft den Nagel auf den Kopf. Genau so ist es. Die Politik hierzulande ist darauf ausgerichtet, den Bürger zu schröpfen, das heißt, ihm das Geld aus der linken Tasche zu ziehen, um es ihm dann per staatlicher "Fürsorge" und zwecks staatlich gewünschter Verhaltenslenkung in die rechte Tasche teilweise wieder zuzuteilen.
Mein Sohn, der mit seiner Familie (vier Kinder) in den USA lebt, zahlt zwar auch recht hohe Steuern, aber der Staat mischt sich so gut wie gar nicht in das Leben der Bürger ein und läßt sie ihr Leben nach ihrem Gusto selbst bestimmen. Geldzuwendungen oder "Lenkungssteuern" für politisch erwünschtes Verhalten kennt man nicht. Obwohl es kein "Kindergeld" gibt und die "guten" Kindergärten, Schulen, Colleges und Unis teuer bezahlt werden müssen, haben die Famlien dort mehr Kinder als in D. Daraus könnte man hier viel lernen...

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Max Schmid
Max Schmid (CH-Gast) - 18.04.2012 19:17 Uhr

Staatliche Schulung für die Eltern

Warum nicht der altbewährte Blockwart oder die DDR "Hausgemeinschaft" ? Vorteil: er/sie kann auch die anderen Aktivitäten der Familie "betreuen".
Die Aussenstehenden werden eher sprachlos, wenn man solche Virschläge aus einem Blatt wie FAZ vewrnehmen muss.

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Ingo Hackel
Ingo Hackel (Spardorf) - 18.04.2012 17:32 Uhr

Was brauchen Kinder

Wer hat eigentlich einmal auf die Aussagen der Gehirnforscher gehört? Kinderlernen mit persönlicher Zuwendung schneller und tiefer. Sie brauchen dafür geliebte Bezugspersonen. Kinder brauchen eigenes Spielen, um kreativität und Erfahrung zu sammeln. Eine Kippe hat wechselnde Betreuer, hat zuviel kinder, in einem Alter, in dem Kinder noch fast nicht für größere Gruppen geeignet sind. Es ist ein Skandal, dass nur Frauenwünsche und Wirtschaft mitreden. Wir brauchen lebenstüchtige Menschen und nicht Chancengleich zu lasten glücklicher Kinder. Kind und Mutter machen sich gegenseitig glücklich.Weg von Ideologie!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 18:32 Uhr
Hannah Meyer

"Kind und Mutter machen sich gegenseitig glücklich"

Als Kind einer Mutter, die ihren Beruf für mich aufgegeben hat, kann ich nur sagen: Das ist Ideologie! Mag manchmal zutreffen, manchmal aber auch nicht. Meine Mutter hat ihren ganzen Ehrgeiz auf mich projeziert, sowie auf ihren Mann, meinen Vater (wehe, wenn da die Karriere nicht so lief wie erwartet! "Ich halte dir hier den Rücken frei, und du..."). Sobald ich selbstständiger war, also nicht mehr rund um die Uhr betreut werden musste, fiel sie in ein Loch, Depressionen und psychosomatische Wehwehchen..., das macht kein Kind glücklich! Ich habe mir SEHR oft gewünscht, dass meine Mutter gearbeitet hätte. EINE Bezugsperson alleine birgt nicht zu verachtende Risiken. Leider gibt es heutzutage keine Großfamilien mehr wie früher, eine Betreuung außer Haus IN MAßEN kann da Abhilfe schaffen.

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Till Heinz
Till Heinz (tillheinz) - 18.04.2012 16:29 Uhr

Zerstörung der Familien im Namen der "Chancengerechtigkeit"?

"Die Betreuung zu Hause gilt unter Experten am Ende als teuer und schlecht vereinbar mit dem Ziel, Chancengerechtigkeit herzustellen. Kindern von gebildeten Eltern, die sich mit ihrem Kind beschäftigen, geht es zu Hause nämlich deutlich besser als Kindern, denen die Eltern wenig Anregung zukommen lassen können oder wollen."

Ich übersetze das mal:

Wunschkinder von Akademikern müssen möglichst früh aus ihren Familien herausgenommen werden, um in einer Kinderkrippe in ihrer Entwicklung gehemmt zu werden. Da die Kinderkrippe gleichzeitig den Kindern aus Problemfamilien gut tut, kommt unter dem Strich angeblich sowas wie "Chancengerechtigkeit" raus.

Wenn das auch nicht hilft, gibts demnächst für Kinder aus Problemfamilien die Quote bei den Jobs mit den besseren Einkommen.

Außerdem ist es teuer, wenn Eltern sich selber um ihre Kinder kümmern, man lese und staune!

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Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 19:51 Uhr
Helga Zießler

Frau Meyer, gegen Kindergärten

... habe ich doch auch ausdrücklich nichts gesagt. Falls die Forderungen für deren Qualität, die Sie zu Recht anführen, erfüllt sind, ist dagegen nichts zu sagen - besonders auch für Einzelkinder. Krippen dagegen lehne ich ab - in Fällen, wo es keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt, ist eine (sehr gute) Tagesmutter die bessere Lösung.

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Hannah Meyer

Frau Ziessler

unsere Vorfahren kannten keine Kindergärten, die wuchsen in einer Großfamilie auf. Wieviele Familien mit mehr als 3 Kindern und Großeltern im selben Haus kennen sie denn heutzutage? Ich keine einzige. Hier kann ein Kindergarten ein guter Ersatz sein, sofern gut geleitet mit qualifiziertem Personal.

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 19.04.2012 16:14 Uhr

Werter Herr Messerschmidt,

sie schreiben: „Sämtliche ernsthaften, nicht durch weltanschauliche Anschauung verfälschten Studien zeigen, das sich Kinder am Besten in einer pädagogisch qualifiziert geführten Gemeinschaft entwickeln können.“ Seit 30 Jahren verfolge ich die wissenschaftliche Literatur zur Frühpädagogik. Richtig ist, daß solide Studien bestätigen, daß Kinder aus asozialen Verhältnissen vom Besuch von Kinderkrippe und -garten profitieren. Diese Studien zeigen dies für Kinder gebildeter Eltern nicht. Aber alle Kinder mit langjähriger Fremdbetreuung neigen zu dissozialem Verhalten.
Bitte, teilen Sie mir mit, welche Studien Sie hier anführen. Ich bin brennend an diesen Studien interessiert.
Herzlichen Dank im Voraus.

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Helga Zießler

Sehr interessant, Herr Doomdey,

... was Sie hier von Ihrer Tochter berichten. Ich habe mit meiner Tocher gleiches erlebt. Im Kindergarten war sie todunglücklich, so dass ich sie nach kurzer Zeit dort abmeldete, in der Schule war es ähnlich. Dann mit 16 Jahren ein Jahr Amerika, danach, bis zum Abitur ging es besser. Allerdings denkt meine Tochter bis heute nicht mit Freude an die gesamte Schulzeit zurück, da sie die Schule immer für eine indoktrinäre Anstalt hielt, wo sich ein kritischer, widerspruchsvoller Geist nicht entfalten konnte.

Dennoch - vor allem für Einzelkinder halte ich einen (guten) Kindergarten für eine passable Sache. Eine Krippe für unter Dreijährige allerdings lehne ich grundsätzlich ab.

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Helga Zießler

Volle Zustimmung, Herr Heinz!

Was für die Schulen gilt - Ansprüche so weit senken auf ein tiefes Niveau, bis auch der Dümmste das Abitur besteht - das muss doch möglichst schon im Kleinkindalter begonnen werden. So schafft man den "neuen Menschen", der sich später willig (ver)führen läßt.

Zu dem, was @ Frank Messerschmidt hier schreibt, eine Frage: Welche Studien zeigen denn, dass "sich Kinder am Besten in einer pädagogisch qualifiziert geführten Gemeinschaft entwickeln können"? Nach meiner Kenntnis zeigen Studien, dass zumindest für das Kleinkindalter (bis drei) die Liebe und Geborgenheit im Elternhaus das allerwichtigste und durch nichts zu ersetzen ist.
Von Friedrich Fröbel wurde der erste Kindergarten in Deutschland 1840 gegründet. Es dauerte natürlich Jahrzehnte, bis sich die Idee im ganzen Land ausbreitete. Forciert wurde sie im Dritten Reich und in der DDR - warum wohl?
Wollen Sie, Herr Messerschmidt, etwa behaupten, dass unsere Vorfahren, die keine Kindergärten kannten, ihre Kinder schlechter erzogen?

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Weitere Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 19.04.2012 07:57 Uhr

"Ich will ja nur Dein Bestes" - Kennen wir das nicht?

"...Studien zeigen, das sich Kinder am Besten in einer pädagogisch qualifiziert geführten Gemeinschaft entwickeln können.
" Was ist "am Besten"?
Sehr geehrter Herr Messerschnidt, gerade in der Definition des Terminus "Besten" liegt die Crux. Dazu haben Sie leider nichts gesagt. Vielleicht sollten Sie auch bedenken, dass das "Beste" dem Zeitgeist unterliegt und sogar grotesken Auswüchsen unterlag.
Eines meiner Kinder hat Kindergarten und Grundschule wegen ihrer pädagogischen Umsorgung regelrecht gehaßt und ist erst aufgeblüht, als er mit 16 in den USA und anschließend in der gymnasialen Oberstufe ohne diese "Betreuung" auskommen durfte. Ich frage mich, welchen Einfluß die von ihm so negativ empfundene Betreuung auf sein heutiges Denken hat.

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Frank Messerschmidt

Werter Herr Till Heinz,

ihre Übersetzung ist wohl ziemlich das unsinnigste was ich in letzter Zeit gelesen habe.
Niemand zwingt Akademiker usw.; dazu ihre „Wunschkinder“ aus dem ach so lauschigem Familienverband zu reißen.
Sie sind offensichtlich auch sehr lange im akademischen Haushalt auf sich allein gestellt gewesen. Sämtliche ernsthaften, nicht durch weltanschauliche Anschauung verfälschten Studien zeigen, das sich Kinder am Besten in einer pädagogisch qualifiziert geführten Gemeinschaft entwickeln können. Auch Akademiker und andere gebildeten Eltern haben einen Job der sie fordert, wo soll also die Zeit und das Wissen herkommen das gut ausgebildete pädagogisch und Kinderphysiologisch geschultes Erziehungspersonal durch Studium und jahrelange Erfahrung erworben haben.
Die traurige Wahrheit ist jedoch. Betreuungsgeld erhalten in den meisten Fällen nur Familien die es nicht benötigen, oder jene die es für alles Mögliche ausgeben, aber nicht zum Wohl der Kinder.

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Roland Magiera

Wie soll der Staat die Kinder fördern? Eine Idee von mehreren dutzend Ideen.

Nun, da zuviel, und erst recht nicht eigenhändig erworbenes, Geld den Charakter verdirbt, in dem Falle den der Eltern, wäre es zweifellos vorausschauender, wenn der Staat anstatt das Geld in den Familien zu versenken, geeignete Rahmenbedingungen für die Kinder schafft!

Und damit meine ich keineswegs, dass da drei Kindergärtnerinnen um etwa ein Dutzend Kids herumtollen, sondern vielmehr eine ausreichende Ausstattung mit SPIELPLÄTZEN!

Diese Ideal-Standard-Spielplätze hier sind doch ein Graus. In Dresden, wohlgemerkt zu DDR-Zeiten, hatten wir einen riesigen Indianerspielplatz (natürlich ohne Eintritt und den es wohl heute deswegen nicht mehr gibt, nehme ich an), von geschätzten 2500m² oder mehr, nicht diese Witzlosfleckchen fürs schlechte Gewissen wie man sie hier überall sieht. Da liegt dann wohl überall eine Gummimatte, damit die Kids sich nichts anstoßen, aber Spaß macht das Spielen da nicht, sind ja auch meist leer, und so wird das auch nix mit früh erlernter Sozialkompetenz.

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Hanns J.  Baum

Schulden abbauen statt ewige Umverteilung

Wann beginnt der Staat eigentlich endlich mal damit, die Neuverschuldung zu stoppen und die ganzen Schulden zu tilgen??? Macht endlich Schluss mir der ewigen Umverteilung! Bringt ja unterm Strich eh alles nichts ausser wieder neue Schulden. Als wenn man mit Geld alles bewirken könnte; welch ein Schwachsinn. Die Ursachen für die geringe Geburtenrate liegen viel tiefer. Eine Trendwende lässt sich weder mit Kindergeld, noch mit Elterngeld, noch mit Betreuungsgeld und auch nicht mit der Subventionierung von KiTas herbeiführen. In früheren Zeiten gab es keine staatlichen Geldgeschenke, dafür aber hinreichend viele Neugeburten. Heute gibt es Kindergeld, Elterngeld, staatliche KiTa-Subventionierung und bald Betreuungsgeld und eine Elternrente, etc. pp. und trotz alledem bleiben die Geburtenzahlen weit hinter der Reproduktionsrate zurück. Vergesst den ganzen Unsinn und beginnt endlich einmal ernsthaft mit dem Abbau der Staatsschulden!!!

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Ole Braesig

Zufall oder ein bewußter Schritt in die richtige Richtung

Schule für Eltern ist der richtige Lösungsansatz, aber nicht der Einzige. Wer schon einmal den Versuch unternommen hat die Festplatte eines Computers selbst einzurichten, der weiß, dass sich Fehler später bei der Benutzung des Gerätes immer wieder mehr oder weniger bemerkbar machen, bis hin zum Absturz. Wenn man diesen Gedanken als Benchmarking verfolgt und die Gehirnentwicklung der Kinder bis zum 14. Lebensjahr mit der Computereinrichtung vergleicht, sollte die Wichtigkeit der Rolle der ersten und wichtigsten Programmierer, den Eltern klar werden. Sie können es am Besten. Grundlage für ein funktionierendes kognitives Lernen ist die Liebe und Sicherheit vermittelnde Funktion der Eltern. Nur wenn sie vorhanden sind setzt das kognitive Lernen von allein ein. Wir haben es alle beobachtet: ein Kleinkind mit Vertrauen zur Bezugsperson ist mutig und lernt von Fall zu Fall. Eltern haben durch die Evolution diese hervorragende Gabe alle erhalten. Man muss diese Gaben wieder aktivieren.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.04.2012 13:38 Uhr
Helga Zießler

Genau so ist es

... aber genau das wollen unsere Politiker nicht. Wir sind langsam aber sicher auf dem Weg in einen sozialistischen Staat à la DDR: Frauen an die Werkbank (kann auch die Supermarktkasse sein), Babies in die Krippe, von staatlich gedrilltem Personal "betreut". Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der Staat sich die Sorte von gefügigen, gehorsamen und unkritischen Bürgern heranzieht, die auch später bereit sind, widerspruchslos alles zu tun, was man von ihnen erwartet und verlangt. "Brave New World"!
Das "Betreuungsgeld" ist doch reine Augenwischerei. Welche Frau, ob wohlhabend oder arm, wird sich denn wohl wegen fünf Euro/Tag aus ihrem Job verabschieden? Die Wohlhabende braucht den lächerlichen Betrag nicht, für die andere ist es zu wenig. Das ganze ist eine politische Schnapsidee - teuer, überflüssig, wirkungslos. Wie so vieles andere auch.

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Helga Zießler

Der politiche Wahnsinn wächst und wächst...

„Der Staat fördert die Kinderbetreuung und will gleichzeitig eine andere Förderung dafür einführen, dass die Eltern die geförderte Kinderbetreuung nicht in Anspruch nehmen". Genau das ist der Punkt.
Die staatliche Alimentierung jeder denkbaren Lebenssituation führt letzten Endes dazu, dass sowohl Ja als auch Nein alimentiert werden. Genau so ist es mit der wahnwitzigen Idee dieses Betreuungsgeldes, der auch die Kanzlerin anhängt. Einerseits sollen Frauen/Mütter endlich befreit werden von der schrecklichen Last und Zumutung, sich mit ihren Kindern beschäftigen zu müssen, sie werden ins Berufsleben gedrängt, man richtet Krippen und Kitas für die Kleinsten ein. Andererseits sollen Mütter mit 150 € belohnt werden, wenn sie sich für Kinder + Küche entscheiden. Ist das ein Schildbürgerstreich??

Aufruf an die Politik: Lasst endlich den Bürgern genug vom selbstverdienten Geld, damit jeder selber entscheiden kann, wie er sein Leben führen will! Kinder sind nicht Eigentum des Staates!

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torsten hunke

Wie der Staat die Kinder fördern sollte

Mmm mal sehen. Also als erstes mal überhaupt nicht. Er könnte aber die Familien von den Steuern befreien, sie nicht mehr zwingen, welche Schulen sie besuchen müssen. Er könnte sich komplett aus der Familie zurückziehen und die Bevormundung lassen.

Alles quatsch, auf solche Fragen lass ich mich nicht ein.

Sollte es überhaupt Staaten geben? Klare Antwort von mir: NEIN

Ein Hoch auf die Privatrechtsgesellschaft.

Wer nicht weiss, was das ist, sollte mal Hans Herman Hoppe als aktuellsten Vertreter der Wiener Schule lesen.

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Helmut Smith
Helmut Smith (fmsus) - 18.04.2012 15:43 Uhr

Pyramidensystem

Sind die Eltern nicht fähig ihre Kinder in ihrer Entwicklung positiv zu unterstützen, kann der Staat kaum mit Geldzahlungen oder ungetesteten Aktionismus helfen. Punkt. Was der "Staat braucht" ist mir schon klar - also liegt es in MEINEM Interesse meine Kinder gescheit ausbilden zu lassen.

Wer sich auf "den Staat verlässt" (auch mit wenig finanziellen Möglichkeiten), erzieht lediglich die Billiglöhner von morgen, die aus ihrem Kreis nicht ausbrechen können - samt Nachkommen.

Es geht auch gar nicht um die Kinder in dieser Diskussion, sondern wie man jahrzehntelanges Versagen wett macht.

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Bernhard Hundt

Kindergärtner sind keine Kidnapper

Immer wieder wird in den Debattenbeiträgen behauptet, es gehe um ein Entweder-Oder: Entweder erziehen die Eltern ihre Kinder, ohne die Kindergärtner tun es. Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Die Kindergärtner kidnappen die Kinder nicht. Sie haben sie eine begrenzte Zahl von Stunden in ihrer Obhut. Und wenn es eine gute Kita ist, können die Kinder dort Dinge tun, die sie allein mit ihren Eltern nicht so tun könnten: Mit Kleineren sorgsam umgehen, den Größeren gegenüber Selbstbewusstsein entwickeln und sich durchsetzen, soziales Verhalten mit Gleichaltrigen einüben. Hinzu kommt ein großes Angebot an spielerischen und pädagogisch sinnvollen Angeboten, wie Singen, Basteln und Ausflüge machen.
Morgens, abends, an Wochenenden und in den Ferien aber sind die Kinder bei ihren Eltern, die die wichtigsten Bezugspersonen bleiben und entscheidenden Einfluß auf die Erziehung haben - wenn sie denn erziehen können und wollen. Ist das nicht der Fall, ist der Kitabesuch für die Kinder umso wichtiger.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.04.2012 18:26 Uhr
Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 18.04.2012 18:26 Uhr

Mit Kitas haben meine Kinder keine Erfahrung,

aber alle 6 besuchten Kindergärten. 5 dieser Einrichtungen durfte ich miterleben. Es gibt Unterschiede, allerdings sind die nur graduell. Ich freue mich jedenfalls, daß hier mal Kinder zur Sache befragt werden und recht aufschlußreiche Antworten zur Diskussion beitragen, auch wenn die aus Finnland kommen. Gute Krippen werden in der NICHD-Studie als die eingeordnet, die ein Betreuungsverhältnis von 1:3, maximal 1:4 haben. Um das sicherzustellen, sind pro Kleingruppe 1,5 BetreuerInnen notwendig. Grund hierfür sind Urlaubstage, Krankheit, Fortbildung usw. Hier wird allerdings nicht gerechnet die Gesamtzahl des Kita-Personals zu den Kindern, sondern nur die für die direkte Betreuung verfügbaren BetreuerInnen, also ohne Leitung und Hilfspersonal. Legt man das als Maßstab an, gibt es in Deutschland keine gute Kitas, weder heute noch auf mittlere Sicht. 1,5 Personen pro 3 Kinder treibt die Kosten pro Kind in die Höhe von ca. 2200 Euro/Monat.

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Bernhard Hundt

Meine Erfahrung

beruht auf meiner Tochter und all ihren Freundinnen und Freunden, die in ihrer Kita am Prenzlauer Berg in Berlin eine tolle Zeit hatten. Die Erfahrung von 29 finnischen Kindern bringt das nicht ins Wanken. (Ob die finnischen Kinder weniger müde Eltern gehabt hätten, wenn zumindest ein Elternteil sich den ganzen Tag um Haushalt und Kindererziehung hätte kümmern müssen?) Voraussetzung sind gute Kitas mit gut ausgebildeten, motivierten Erziehern/-innen. Daran fehlt es in der Tat - darüber sollte man sich Gedanken machen, nicht über die staatliche Förderung nicht in Anspruch genommener Leistungen.

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 18.04.2012 15:59 Uhr

Haben Sie den Beitrag von Christina Hucklenbroich

auf der Seite N1 von Natur und Wissenschaft mit dem Titel „Kinderspiel“ gelesen? Die dort zitierten Aussagen der Kinder mit Krippenerfahrung stimmen mit Ihrem Kitabild nicht überein.

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 18.04.2012 15:24 Uhr

Es liegen so reichliche Erfahrungen vor,

daß eine Förderung der Krippenbetreuung mit äußerster Zurückhaltung angegangen werden sollte. In der ehemaligen DDR hat man 40 Jahre Erfahrung gesammelt, Kinderärzte aus dem Osten warnen eindringlich. In Schweden hat man 25 Jahre Erfahrung mit einer Vollzeitversorgung. Nun fördert man dort die Betreuung zu Hause mit 180 SEK/Tag (=20Euro, macht 400 Euro bei 20 Tagen pro Monat. Warum nehmen gerade die für die kleinsten Verantwortlichen diese Erfahrungen nicht wahr? Der Industrie geht es nicht um die Kleinsten, denen geht es um ausreichend Arbeitskräfte um die Lohnkosten zu kontrollieren. Politiker helfen da gerne. Die Förderung der Erziehung durch die Mutter oder den Vater müßte bei all den Erfahrungen Anliegen aller Eltern und Politiker sein. Aber die kommenden deutschen Master of nappy changing werden es schon richten.

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gerd oppermann

eine unetische Politk- und Kapital-Kampagne

wer die Kinder und die Jugend hat, hat die Zukunft, hat die Macht.
In der sozialgerechten Zukunft werden die Säuglinge direkt aus den Kita-eigenen Entbindungsstationen in Halbtagswaisenbetreuungseinrichtungen übernommen. Psychische Entwicklungsdefizite werden von examinierten Heiltherapeuten aus- und angeglichen. Sprachentwicklungsstörungen sind nur in den ersten Jahrgängen auffällig und werden durch Nivellierung zur zukünftigen Norm (Kita- statt Muttersprache). Die NDB (neue deutsche Bevölkerung) lauscht den Karriere-Berichten Ihrer selbstverwirklichten Mütter in den Seniorenelendsheimen.
So führt manipulierte Maßlosigkeit zu maßloser Manipulation.

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 18.04.2012 14:38 Uhr

Die Aussage

„.... In den ersten Fällen sind die Unterschiede zwischen der Betreuung zu Hause und in der Krippe klein - Hinweise deuten darauf, dass die Krippe langfristig einen kleinen Vorteil bringt, aber der ist so klein, dass er nach wie vor nicht eindeutig ist.“ Diese Aussage steht konträr zu der Ergebnisse der NICHD-Studie und zu dem Beitrag von Dr. Rainer Böhm in der Druckausgabe der FAZ vom 4.4. Die NICHD-Studie wurde in den 80er Jahren gestartet, ist eine prospektive, kontrollierte Studie, die wissenschaftlich anerkannt ist und die Entwicklung der heute über 15 Jahre alten Teilnehmer weiter beobachtet, dokumentiert und auswertet. Sicher ist, die kognitiven Fähigkeiten sind vergleichbar, aber sozialen Auffälligkeiten sind auch 15 Jahre nach der Krippe noch messbar. Dieses Ergebnis der NICHD-Studie gilt nur bei sehr guten Krippen. Sonst leidet auch der kognitive Bereich. Sehr gute Krippen wird es auf absehbare Zeit in der BRD nicht geben. Dazu fehlen einfach Geld und die ErzieherInnen.

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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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