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„Das Schlimmste liegt noch vor uns“ IWF sieht Kriegsgefahr wegen Hungerkrise

18.04.2008 ·  Die Gefahr von Hungerrevolten weltweit wächst, fürchtet der Internationale Währungsfonds. „Es besteht die Gefahr von Kriegen, das Schlimmste liegt vielleicht noch vor uns“, sagt IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Rasant gestiegene Lebensmittelpreise hatten zuletzt immer wieder gewalttätige Proteste ausgelöst.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor dramatischen Folgen der Ernährungskrise: „Es besteht die Gefahr von Kriegen, das Schlimmste liegt vielleicht noch vor uns“, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Freitag. Die Menschen richteten sich in Hungerrevolten gegen ihre Staatsführungen, sie brächten demokratisch gewählte Regierungen zu Fall wie jüngst auf Haiti. „Wenn die Spannungen über die Anzweifelung der Demokratien hinaus steigen, besteht die Gefahr von Kriegen“, warnte Strauss-Kahn. In der Geschichte gebe es viele Beispiele für Kriege, die wegen derartiger Probleme begonnen hätten. Die Welt müsse begreifen, dass die Krise extrem schwerwiegend sei.

Strauss-Kahn stellt betroffenen Ländern Hilfe in Aussicht

Der IWF-Chef rief zu einer Anhebung der Agrarproduktion auf, um die wachsende Nachfrage insbesondere in China und Indien decken zu können. Zugleich warnte er vor der „Versuchung des Protektionismus“ der größten Nahrungsmittelproduzenten. „Ein Ausweg aus der Hungerkrise ist im Gegenteil die Ausweitung des internationalen Handels, der Produktströme.“ Den am stärksten Betroffenen Ländern stellte Strauss-Kahn Hilfe des IWF in Aussicht. Die Organisation überarbeite derzeit ihre Prozeduren, die unzureichend auf die Nahrungsmittelkrise ausgerichtet gewesen seien. „Es ist unsere Aufgabe, den Staaten zu einem ausgeglichenen Außenhandel zu verhelfen.“

Der weltweite Anstieg der Lebensmittelpreise soll auch im Mittelpunkt des jährlichen Treffens der UN-Einrichtungen stehen. Bei dem Treffen unter Leitung von Generalsekretär Ban Ki Moon am 28. April in der schweizerischen Hauptstadt Bern werde es „in hohem Maß um Lebensmittel-Notstände“ gehen, sagte Bans Sprecherin Michèle Montas in New York. An der jährlichen Zusammenkunft nehmen Vertreter von UN-Einrichtungen wie dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank teil.

Weltgipfel zur Nahrungsmittelkrise

Der UN-Generalsekretär denke überdies darüber nach, einen Weltgipfel zu der Nahrungsmittelkrise einzuberufen, sagte Montas. Dem Problem würden zudem zwei weitere UN-Veranstaltungen gewidmet - eine Diskussion im Wirtschafts- und Sozialrat im Mai und ein Gipfel der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) im Juni.

Die rasant gestiegenen Lebensmittelpreise hatten immer wieder gewalttätige Proteste ausgelöst, zuletzt unter anderem in Haiti, Bangladesch, Ägypten, Kamerun und der Elfenbeinküste. IWF und Weltbank hatten sich darüber bei ihrer Frühjahrstagung vergangene Woche beunruhigt gezeigt. Rund 100 Millionen Menschen in den unterentwickelten Staaten drohten wegen der hohen Lebensmittelpreise ins „Elend“ abzurutschen, sagte Weltbank-Direktor Robert Zoellick.

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