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Das Ende der 60-Watt-Glühbirne Kunden und Händler horten Restbestände

29.08.2011 ·  Glühbirne ade: Vom 1. September an darf kein europäisches Land die 60-Watt-Birne mehr herstellen oder vertreiben. Verbraucher und Händler decken sich mit den letzten Exemplaren ein.

Von Anne-Christin Sievers
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Den meisten Verbrauchern ist es gar nicht bewusst, aber die Gewitztesten machen ein Geschäft daraus. Vom 1. September an dürfen 60-Watt-Glühbirnen in der EU nicht mehr produziert und vertrieben werden. Die 100- und 75-Watt-Glühbirnen sind schon in den vergangenen Jahren gemäß EU-Verordnung aus den Regalen von Baumärkten und Fachgeschäften verschwunden. Im Handel dürfen die 60-Watt-Birnen, die mit rund 50 Prozent den größten Marktanteil haben, aber weiterhin verkauft werden - solange der Vorrat reicht. Viele Verbraucher begeben sich deshalb auf die Suche nach den letzten Birnen und decken sich damit ein.

„In einigen Märkten sind die Regale schon leergeräumt“, sagt eine Sprecherin der Baumarktkette Max Bahr. Die Leuchten seien stärker gefragt als früher. Von Januar bis August 2011 habe das Unternehmen 60 Prozent mehr der Glühbirnen mit 60 Watt verkauft als im Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage hänge aber von Standort und Wettbewerbssituation vor Ort ab. In Lübeck habe es schon Hamsterkäufe gegeben: „Da schleppen die Kunden die Glühbirnen massenweise raus.“ In anderen Märkten wie etwa in Berlin seien noch Restbestände vorhanden.

„In den vergangenen Tagen ist die Nachfrage klar gestiegen“, bestätigt ein Sprecher der Praktiker AG. „Man kann aber nicht sagen, dass es zu einem Ansturm auf die Geschäfte kommt.“ Er rechnet damit, dass die letzten Lampen im Oktober über die Ladentheke gehen. Praktiker macht aus dem Verbot noch eine Verkaufsaktion: Von kommendem Montag an bietet es seinen Kunden 10-Stück-Packungen zum Sonderpreis.

Bei einigen Fachhändlern und Ebay gibt es die verbotenen Birnen weiter zu kaufen

Dabei wussten Anfang August nur 20 Prozent der Verbraucher, dass die alte Birne schon im nächsten Monat langsam vom Markt verschwindet. Das geht aus einer Forsa-Umfrage hervor, die der Lampenhersteller Osram in Auftrag gegeben hat. Nur 10 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich auf Vorrat mit Glühbirnen eindecken wollen. „Auch die europaweite Nachfrage nach 60-Watt-Glühbirnen von Seiten des Großhandels und der Handelspartner ist in den vergangenen Monaten gleich geblieben“, sagt eine Osram-Sprecherin. Deshalb habe das Unternehmen die Produktion nicht ausgeweitet.

Aber nicht nur Privatkunden, auch Händler kaufen die 60-Watt-Glühbirnen jetzt auf. Das Fachgeschäft Lichtservice Schrader in Hamburg hat sich auf den Verkauf der verbotenen Glühbirnen spezialisiert und deckt sich damit ein. Auf der Auktionsplattform Ebay kann der Bieter Großpackungen mit 60-Watt-Glühbirnen erwerben, zum Beispiel 100 Stück für 56 Euro plus Versandkosten.

Von September 2012 an verbietet die EU dann auch alle anderen Glühlampen mit mehr als 7 Watt. Nur vor dem Weihnachtsfest machen die Regularien halt: Auf den Christbäumen dürfen die schummrigen Lichter weiter leuchten.

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