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Umbau der Wirtschaft : China plant 55 Milliarden Dollar schwere Steuersenkung

  • Aktualisiert am

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang Bild: EPA

Chinas Regierung will den Konsum befeuern und kleine Unternehmen stärken. Die Steuersenkungen sind ein weiterer Teil eines groß angelegten Vorhabens.

          Die chinesische Regierung hat eine groß angelegte Steuersenkung angekündigt. 55 Milliarden Dollar (380 Milliarden Yuan) sollen die Erleichterungen nach Berechnungen der Regierung zusammengenommen betragen. Das Ziel der Reform sei es, den Konsum im Land weiter anzuheizen und kleine Unternehmen zu stärken.

          Konkret ist eine Änderung des Mehrwertsteuersystem vorgesehen. Statt vier Steuerklassen soll es nur noch drei geben. Weiterhin ist etwa geplant, die Steuer auf Produkte wie Gas oder Gerätschaften für die Landwirtschaft von bisher 13 oder 11 Prozent zu kürzen. Wie der amerikanische Finanzsender „CNBC“ weiter berichtet, sollen auch Unternehmen mit mit einem Jahreseinkommen von rund 73.000 Dollar (500,000 Yuan) oder weniger von den Vergünstigungen profitieren. Zudem plant die Regierung neue Anreize um Forschung und Entwicklung anzukurbeln.

          Von Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hieß es, die Maßnahmen würden die Wirtschaft wirksam weiter voranbringen. Einige Maßnahmen wurden bereits Anfang des Jahres beschlosen. Die angekündigten Steuersenkungen sind Teil eines groß angelegten Programms, um mit dem sich abschwächenden Wachstum im Reich der Mitte umzugehen. Kernpunkt ist die angestrebte Umwandlung des chinesischen Wirtschaftsmodell, weg vom Modell der Werkbank der Welt, hin zu einer stärker Konsum getriebenen Wirtschaft.

          Vergangenes Jahr war Chinas Wirtschaft um 6,7 Prozent gewachsen und damit so langsam wie seit 26 Jahren nicht mehr. Im ersten Quartal 2017 legte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt allerdings um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, dabei hatte die Regierung als Ziel 6,5 Prozent ausgegeben. Fachleute warnen jedoch vor steigenden Risiken.

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          Quelle: bfch.

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