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Bundesunternehmen Millionengehälter für die Chefs von Bahn und KfW

Nicht nur in der freie Wirtschaft, auch im Dienst von Bundesunternehmen kann man gut verdienen - zuweilen deutlich mehr als die Bundeskanzlerin. Millionenvergütungen bekommen etwa die Vorstände der Bahn und der Förderbank KfW.

© dpa Vergrößern Gut bezahlt: Bahnchef Rüdiger Grube

Im Dienst von Bundesunternehmen kann man gut verdienen - zuweilen deutlich mehr als die Bundeskanzlerin mit ihren knapp 300.000 Euro. Der Blick in den aktuellen Beteiligungsbericht verrät in den allermeisten Fällen, was den Vorständen und Geschäftsführern von Gesellschaften zufließt, die dem Bund ganz oder zum größten Teil gehören. Demnach erhielt Bahnchef Rüdiger Grube einschließlich seiner variablen Vergütung zuletzt 2,46 Millionen Euro im Jahr, hinzu kamen 961.000 Euro für seine Pension. Wie alle weiteren Angaben bezieht sich dies auf das Jahr 2011. Die übrigen Bahnvorstände verdienten zwischen gut 1,6 und 1,1 Millionen Euro (jeweils plus Pensionsaufwand).

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Noch mehr erhielt Telekom-Chef René Obermann. Doch er steht keinem reinen Bundesunternehmen vor, sondern einem der dreißig wichtigsten Unternehmen, die in Frankfurt an der Börse gehandelt werden. Alles in allem gab es für ihn 3,26 Millionen Euro, plus einem „Dienstzeitenaufwand“ von knapp 700.000 Euro. Der gesamte Vorstand des Dax-Unternehmens bekam 13,6 Millionen Euro, ohne den Dienstzeitenaufwand von etwas mehr als 2,4 Millionen Euro. Der Bund hält noch 15 Prozent am Grundkapital der Telekom, die staatseigene KfW 17Prozent.

Etwas mehr als eine Million Euro für KfW-Chef

In der Förderbank KfW strich der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder einschließlich der variablen Vergütung immerhin etwas mehr als eine Million Euro ein. Für seine Pension kamen noch einmal knapp 300.000 Euro hinzu. Die Bezüge der „einfachen“ Vorstandskollegen lagen bei etwas mehr als einer halben Million Euro im Jahr. Als Finanzminister hatte Peer Steinbrück mit über die teure Personalie Schröder entschieden, als SPD-Kanzlerkandidat wirbt er heute für mehr Bescheidenheit in den Vorstandsetagen. Im Entwurf ihres Wahlprogramms fordert die SPD, eine „Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit von Vorstands- und sonstigen Managergehältern einschließlich Boni und von Abfindungen auf maximal 50 Prozent der Beträge, die 500.000 Euro übersteigen“. Dies träfe auch die Telekom, die Bahn und die KfW, wo Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat sitzen.

Über der von der SPD genannten Schwelle liegt auch Erich Staake mit fast 635.000 Euro, er ist Chef des Duisburger Hafens, seit langem ein Privatisierungskandidat des Finanzministeriums. Weniger verdienen die Geschäftsführer der Finanzagentur des Bundes: Carl Heinz Daube erhielt gut 360.000 Euro im Jahr und Carsten Lehr knapp 313.000 Euro. Die Finanzagentur organisiert als Dienstleister für den Bund die Kreditaufnahme. Auch die Rettungsbanker des Bundes verdienen deutlich weniger als seine Förderbanker. Christopher Pleister, Sprecher des Leitungsausschusses der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung, hat ein Festgehalt von 240.000 Euro, außerdem gab es sonstige Bezüge von 14.000 Euro, alles in allem kassierte er für das erste halbe Jahr 254.000 Euro, wie dem Beteiligungsbericht zu entnehmen ist.

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Der mittlerweile geschasste Chef des Flughafens Berlin Brandenburg, Rainer Schwarz, hat danach mit 377.000 Euro etwas weniger verdient als sein Kollege vom Köln-Bonner Flughafen Michael Garvens, der 389.000 Euro einstrich. In München kassierte Michael Kerkloh mit 425.000 Euro noch etwas mehr. Da können die Geschäftsführer der Deges Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH nicht mithalten. Dirk Brandenburger erhielt 205.000 Euro, Bodo Baumbach 176.000 Euro. Dieter Kaden, Chef der Deutschen Flugsicherung, erhielt hingegen 434.000 Euro.

Im Geschäftsbereich des Verteidigungsministeriums gibt es einige Bundesunternehmen. Dietmar Johannes Zimmer leitet den Fuhrparkservice der Bundeswehr. Er kommt dort auf knapp 200.000 Euro. Martin Rüttler von der Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb mbH (g.e.b.b.) verdiente knapp 245.000 Euro. Ulrich Frieling und Winfried Zimmer in der HIL Heeresinstandsetzungslogistik GmbH kassierten zusammen 453.000 Euro. Auch im Umfeld des Entwicklungsministeriums arbeitet man nicht für lau: Bernd Eisenblätter kam als Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit auf mehr als 252.000 Euro. In der NOW GmbH verdient Geschäftsführer Klaus Bonhoff knapp 142.000 Euro, sein Kollege Kai Klinder 78.000 Euro. Sie soll den Einstieg in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik organisieren und das Programm Elektromobilität koordinieren. Die Bayreuther Festspiele GmbH gibt nur einen Gesamtverdienst an. Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner erhielten demnach zusammen 260.000 Euro.

Doch gibt es auch geringere Einkommen an der Spitze von Bundesunternehmen. In der Gästehaus Petersberg GmbH bekamen Richard Freymann 67.000 Euro und Jürgen Siewert 14.500 Euro. Noch bescheidener ist das Salär in der Internationalen Mosel-Gesellschaft. Die beiden Geschäftsführer Wilhelm Farwig und Fernand Joder erhielten jeweils 4200 Euro, für das ganze Jahr wohlgemerkt. Vielleicht liegt das auch am Gegenstand des Unternehmens. Es kümmert sich um die Finanzierung und den Ausbau der Mosel. Seit 1994 sind die Bautätigkeiten abgeschlossen.

Quelle: F.A.Z.

 
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