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Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosenzahl sinkt weiter

28.06.2007 ·  Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im Juni auf weniger als 3,7 Millionen gefallen. Die Arbeitslosenquote ging auf 8,8 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 10,5 Prozent gelegen. Erstmals seit langem ist mit Baden-Württemberg die Quote in einem Bundesland wieder unter die Fünf-Prozent-Marke gesunken.

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Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni so gering gewesen wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ging gegenüber dem Vormonat um 125.000 auf 3,687 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Juni 2006 sank die Zahl um 712.000. Die Arbeitslosenquote verringerte sich auf Monatssicht von 9,1 auf 8,8 Prozent.

Durch die stabile Konjunktur wachse die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die Nachfrage nach Mitarbeitern sei weiter gestiegen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise. Nachdem die Abnahmen in den vergangenen beiden Monaten wegen der geringeren Winterarbeitslosigkeit etwas schwächer ausgefallen seien, habe sich der Abbau im Juni wieder verstärkt. Der Rückgang sei stärker als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre gewesen, betonte er.

Mit Baden-Württemberg weist erstmals seit langem wieder ein Bundesland eine Arbeitslosenquote von weniger als fünf Prozent auf. Bayern folgt dicht mit 5,0 Prozent. Die höchste Quote wurde in Mecklenburg-Vorpommern mit 15,8 Prozent registriert. Nur wenig besser ist die Lage in Berlin mit einer Quote von 15,6 Prozent .

Weiterer Rückgang erwartet

Nach Einschätzung vieler Beobachter wird sich die Erfolgsgeschichte am deutschen Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten fortsetzten. So rechnet etwa der Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Wolfgang Franz, mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Ähnlich die Einschätzung der UniCredit. Die Investitionsaktivität steige und der Aufschwung werde schließlich auf die Konsumausgaben übergreifen, heißt es in einer Studie des Bankhauses. Paradoxerweise könnte sich der derzeitige Aufschwung am Arbeitsmarkt als zu stark erweisen. So suche der Elektrosektor händeringend nach Ingenieuren. Doch auch Stellen für unqualifizierte Mitarbeiter blieben mangels geeigneter Bewerber derzeit unbesetzt.

Kaum Hinweise auf einen allgemeinen Fachkräftemangel

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat derzeit jedoch kaum Hinweise auf einen Fachkräftemangel. Man könne allenfalls von einem ungedeckten Bedarf an Ingenieuren von 10.000 bis 12.000 Kräften ausgehen, sagte BA- Vorstandsmitglied Raimund Becker am Donnerstag in Nürnberg. Die von der Wirtschaft genannte Ingenieurslücke von 40.000 bis 50.000 hält Becker für zu hoch. „Das geben unsere Statistiken nicht her“, betonte er. Becker räumte allerdings ein, dass es in einigen Regionen und Branchen Engpässe gebe. Die gelte beispielsweise für den Maschinenbau in Baden- Württemberg.

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) wertet den anhaltenden Rückgang der Arbeitslosigkeit als Erfolg einer bereits unter der rot-grünen Bundesregierung begonnenen Politik. „Auch der Juni hat bewiesen, dass die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt kein beliebiger Konjunkturhopser ist, sondern die Konsequenz einer zielführenden Politik“, sagte er am Donnerstag in Berlin. Diese Politik werde nun von der großen Koalition „gezielt und verstärkt“ weitergeführt. Für die zunehmend vielen offenen Stellen, Arbeitskräfte zu finden, sei Aufgabe der Wirtschaft, der Arbeitnehmer selbst und der Politik gleichermaßen.

Milliardenüberschüsse bei der BA erwartet

Die gestiegene Beschäftigtenquote wird der BA nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) unerwartet hohe Milliardenüberschüsse bescheren. „Ende 2008 könnte die Arbeitsagentur dann rund 24 Milliarden Euro Guthaben auf ihren Konten haben“, sagte IfW-Finanzexperte Alfred Boss dem „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe). Das entspräche einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Trotz sinkender Arbeitslosenbeiträge werde die BA 2007 ein Plus von 5,5 Milliarden Euro erwirtschaften, erwarten die Kieler Forscher. Im kommenden Jahr werden es nach IfW-Berechnungen sogar 7,3 Milliarden Euro sein. Auf ihrem Konto habe die Agentur noch den Überschuss von 11,2 Milliarden Euro aus dem Jahr 2006. Im März hatte die BA für 2007 noch mit einem Milliardendefizit gerechnet.

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Von Heike Göbel

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