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Buchprojekt Google geht auf Buchverlage und Autoren zu

 ·  Im Streit über die Digitalisierung von 30 Millionen Büchern ist Google zu Zugeständnissen an europäische Verlage und Autoren bereit. Google wolle auf die Bedenken eingehen und europäische Verleger und Autoren an der Beaufsichtigung des Projekts Google Books beteiligen, sagte ein Sprecher.

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Im Streit über die Digitalisierung von 30 Millionen Büchern ist das Internetunternehmen Google zu Zugeständnissen an europäische Verlage und Autoren bereit. Google wolle auf die Bedenken eingehen und Vertreter von europäischen Verlegern und Autoren an der Beaufsichtigung des Projekts Google Books beteiligen, sagte Unternehmenssprecher Bill Echikson am Montag anlässlich einer Expertenanhörung in Brüssel. Zudem stellte er genauere Prüfungen in Aussicht, um zu verhindern, dass Bücher fälschlicherweise als vergriffen eingestuft werden und damit digitalisiert werden dürften.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wies diese Vorschläge allerdings als nicht ausreichend zurück. Gemeinsam mit anderen Verbänden sprach er sich in der Anhörung vor der Europäischen Kommission gegen einen Vergleich aus, den Google in den Vereinigten Staaten mit amerikanischen Verlagen und Autoren geschlossen hat und der nun noch von einem New Yorker Gericht bestätigt werden muss. Die im Rahmen einer Sammelklage erzielte Einigung verschaffe Google ein Quasi-Monopol auf dem Markt für digitalisierte Bücher, sagte Peter Brantley von der Open Book Alliance, die sowohl Journalisten und Autoren als auch die Internet-Konzerne Amazon, Microsoft und Yahoo vertritt.

Schon mehrere Millionen Bücher sind erfasst

Google hat 2004 damit begonnen, Bücher zu digitalisieren und auf seiner Internetseite zugänglich zu machen. Nach Schätzungen hat der Konzern schon mehrere Millionen Bücher erfasst – ohne das mit den Inhabern der Urheberrechte abzusprechen. Der amerikanische Verlegerverband sowie die Autorengewerkschaft verklagten den Konzern 2005 deshalb wegen Verletzung von Urheberrechten. Der Streit endete im Oktober mit einem Vergleich: Google erklärte sich zur Zahlung von 125 Millionen Dollar bereit.

Die Kritik der Vertreter von Google-Konkurrenten, Verlagen sowie Autoren richtete sich am Montag vor allem gegen zwei Punkte. Zum einen verschafft der Vergleich Google ihrer Ansicht nach ein faktisches Monopol. Er erlaube Google Bücher zu digitalisieren, solange der Inhaber der Urheberrechte sich nicht explizit dagegen ausspreche. Das beinhalte auch die Bücher, die als „verwaist“ gelten, weil der Inhaber der Rechte nicht bekannt ist. Nach Schätzungen sind das zwischen 50 und 70 Prozent aller Bücher.

Andere Unternehmen, die Bücher digitalisieren wollten, müssten indessen zuvor eine Erlaubnis einholen, was die Erfassung verteuere, sagte Jessica Sänger vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Auf die verwaisten Bücher wiederum hätten sie gar keinen Zugriff. Der Dachverband der Bibliotheken Eblida warnte indessen davor, dass der in Amerika erzielte Vergleich europäische Institute und Universitäten benachteilige. Während amerikanischen Universitäten künftig Zugriff auf Millionen digitalisierter Werke hätten, blieben die Europäer außen vor. Deshalb müsse die EU die rechtliche Basis dafür schaffen, dass auch die hiesigen Universitäten die Bücher nutzen könnten.

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