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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Börse Regierung will Hochfrequenzhändler regulieren

 ·  An der Börse werden Aktien heute oft von Computern selbständig gekauft und verkauft. Und zwar in Millisekunden. Diesen Handel will das Finanzministerium jetzt eindämmen.

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Das Finanzministerium macht mit seiner Absicht ernst, gegen den automatisch ablaufenden, extrem schnellen Handel an den Börsen vorzugehen. Nach einem Eckpunktepapier, das dieser Zeitung vorliegt, ist eine Zulassungspflicht für sogenannte Hochfrequenzhändler vorgesehen.

„Mit der Einführung einer Erlaubnispflicht wird eine Aufsichtslücke geschlossen“, heißt es darin. Die Hochfrequenzhändler sollten unter die Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gestellt werden.

Das Ministerium hält automatischen Handel für gefährlich

Das Haus von Wolfgang Schäuble hält automatisch ablaufende Handelsprogramme, die von Computern gesteuert werden, für gefährlich. „Um den Gefahren des Hochfrequenzhandels wirksam zu begegnen, ist eine umfassende Transparenz sicherzustellen“, heißt es etwa in dem Konzept. Vorgesehen sind konkrete Auskunftsrechte für die Börsenaufsicht und die Bafin. Auch ist in dem Papier eine Pflicht der Hochfrequenzhändler vorgesehen, ihre genutzten Programme umfassend zu dokumentieren.

Bestimmte Vorgehensweisen sollen als missbräuchlich eingestuft und verboten werden. Beispielhaft wird in dem Eckpunktepapier die Übermittlung von Handelsaufträgen genannt, hinter denen nicht die Absicht steht zu handeln, sondern es nur darum gehe, einen falschen Eindruck über das Angebot oder die Nachfrage nach einem bestimmten Finanzinstrument zu erwecken.

Das Ministerium denkt zudem an einen harten Eingriff in die Abläufe. „Es ist zu prüfen, ob eine Mindesthaltedauer für Order von beispielsweise 0,5 Sekunden eingeführt werden sollte, falls diese negative Einflüsse des Hochfrequenzhandels auf die Marktintegrität eindämmt.“

Wie es zur Begründung der geplanten Maßnahmen heißt, hat der elektronische Handel von Finanzinstrumenten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dabei würden algorithmische Programme eingesetzt, die Kaufs- und Verkaufssignale in sehr kurzen Abständen von teilweise nur wenigen Sekundenbruchteilen generierten und das Halten von Finanzinstrumenten nur für sehr kurze Zeit vorsähen.

Auf die EU will das Ministerium nicht warten

Dies habe nicht nur die Geschwindigkeit und die Komplexität des Handels erhöht, sondern berge viele Risiken wie die Überlastung des Handelssystems durch ein sehr hohes Orderaufkommen. „Daneben besteht das Risiko, dass algorithmische Handelssysteme auf andere Marktereignisse überreagieren, was die Volatilität verschärfen kann.“

Nicht zuletzt sieht man die Gefahr, dass durch den Hochfrequenzhandel neue Formen von missbräuchlichem Verhalten entstehen. Die Überarbeitung der Regelungen im Rahmen der europäischen Finanzmarktrichtlinie Mifid will man nicht abwarten. „Die geplanten Regelungen würden somit die in Europa geplanten Regulierung des Hochfrequenzhandels auf nationaler Ebene vorwegnehmen“, heißt es erläuternd.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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