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Bis 300 Milliarden Dollar Rettung von Freddie und Fannie wird teuer

09.09.2008 ·  Die amerikanischen Steuerzahler müssen womöglich mehrere hundert Milliarden Dollar bezahlen, um den Fortbestand der angeschlagenen Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae zu sichern. Gleichwohl stößt die Entscheidung der Regierung, die Kontrolle über sie zu übernehmen, auf Zustimmung.

Von Claus Tigges
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Die amerikanischen Steuerzahler müssen womöglich mehrere hundert Milliarden Dollar bezahlen, um den Fortbestand der angeschlagenen Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae zu sichern. Gleichwohl stößt die Entscheidung der Regierung vom Wochenende, die Kontrolle über die beiden Unternehmen zu übernehmen, im Kongress und unter Ökonomen zumeist auf Zustimmung.

„Es ist das letzte Mittel, um einen Zusammenbruch des amerikanischen Hypothekenmarktes zu verhindern“, sagte der frühere Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, William Poole. Poole hat seit langem vor den Risiken gewarnt, die durch das nahezu unkontrollierte Wachstum von Freddie Mac und Fannie Mae für das Finanzsystem und die Wirtschaft entstanden sind. Der Ökonom befürchtet, die vom Finanzministerium und damit vom Steuerzahler zu tragenden Verluste aus dem Geschäft mit Hypothekendarlehen könnten sich letztlich auf rund 300 Milliarden Dollar belaufen.

„Die Finanzmärkte werden stabilisiert“

„Finanzminister Paulson hat es ganz richtig eingefädelt. Auf diese Weise werden die Finanzmärkte stabilisiert und die Belastungen für die Steuerzahler so gering wie möglich gehalten“, sagte Senator Charles Schumer, der Vorsitzende des gemeinsamen Wirtschaftsausschusses von Senat und Repräsentantenhaus. Der Plan werde im Kongress auf breite Unterstützung treffen, vor allem deshalb, weil darin keine Entscheidung über die langfristige Zukunft von Freddie Mac und Fannie Mae vorweggenommen werde.

In Europa und Asien haben die Aktienkurse von der Verstaatlichung der amerikanischen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac profitiert.

Paulson hatte am Sonntag deutlich gemacht, dass die nächste Regierung sich mit dem weiteren Schicksal der Hypothekengiganten befassen müsse. Zur Option steht eine Aufspaltung der Unternehmen oder womöglich eine vollständige Verstaatlichung. Der Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Christopher Dodd, kündigte für die kommenden Tage Anhörungen zur Rettungsaktion an. „Es gibt noch viele offene Fragen“, sagte Dodd.

Portfolios sollen bis auf 850 Milliarden Dollar anwachsen

Das Finanzministerium wird zunächst Vorzugsaktien der beiden Unternehmen für zusammen rund 200 Milliarden Dollar erwerben. Darüber hinaus wird das Ministerium neue Anleihen von Freddie Mac und Fannie Mae erwerben, die mit Forderungen aus Hypothekendarlehen besichert sind. Dafür sollen in diesem Monat allein rund 5 Milliarden Dollar ausgegeben werden. Ziel ist es, den Hypotheken- und damit den Immobilienmarkt in Amerika wieder in Schwung zu bringen.

Aus diesem Grund ist auch geplant, die Portfolios von Freddie Mac und Fannie Mae bis Ende 2009 auf jeweils rund 850 Milliarden Dollar wachsen zu lassen. Danach sollen sie jährlich um rund 10 Prozent abgeschmolzen werden, bis sie sich auf jeweils 250 Milliarden Dollar verringert haben. Fannie besitzt derzeit Hypotheken und Anleihen von 758 Milliarden Dollar, Freddie Mac hat 798 Milliarden Dollar Hypotheken und verwandte Wertpapiere im Portfolio.

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