18.10.2007 · Eine Bio-Version von Sinalco soll der Erfolgslimo Bionade Marktanteile abnehmen. Doch der Bionade-Hersteller klagte wegen angeblichen Etikettenschwindels. Nun will der Sinalco-Fabrikant einlenken, um keine Zeit mehr zu verlieren.
Im Streit um die Etikettengestaltung ihres neuen Erfrischungsgetränkes will sich die Duisburger Getränkegruppe Rheinfelsquellen-Hövelmann rasch mit dem Hersteller des erfolgreichen Softdrinks Bionade einigen, um von dem derzeitigen Nachfrageboom nach Bio-Limonaden profitieren zu können.
Unter dem Namen „Sinconade“ hatte die Hövelmann-Gruppe, zu der unter anderem die Marken Sinalco und Rheinfels-Quelle gehören, zur Ernährungsmesse Anuga ein neues alkoholfreies Erfrischungsgetränk auf Basis von Gerstenmalzextrakt vorgestellt. Das Getränk sollte zunächst in den Geschmacksrichtungen Holunder-Cranberry und Litschi auf den Markt kommen.
Doch das Produkt musste wegen einer von dem Marktführer Bionade vor dem Landgericht Köln erwirkten einstweiligen Verfügung wieder vom Stand genommen werden, weil die Produktgestaltung angeblich dem markanten Bionade-Etikett zu nahe kam. Bionade hatte auch gegen den Discounter Plus und dessen „Maltonade“ eine einstweilige Verfügung erwirkt. Beide Unternehmen einigten sich außergerichtlich.
Kultgetränk mit regelmäßigen Lieferengpässen
Bionade ist einer der größten Erfolge im deutschen Einzelhandel. Erfunden wurde die Limonade von Dieter Leipold, dessen Ehefrau die kleinen Privatbrauerei Peter in der Rhön gehört. Heute kämpft Leipold regelmäßig mit Lieferengpässen. Im Jahr 2002 verkaufte die Brauerei 2 Millionen Flaschen, dieses Jahr sind es 250 Millionen (siehe auch: Wir sind das Volksgetränk!).
Auch in anderer Hinsicht hat Bionade Wirtschaftsgeschichte geschrieben. Die Limonade ist das beste Beispiel dafür, wie sich mit geschicktem Marketing, der entsprechenden Verpackung und gezielter Werburng ein unbeachtetes Produkt zum Kassenschlager und Trendsetter aufbauen lässt. Heute werden nicht das Produkt und die Geschmacksrichtungen häufig kopiert, sondern auch die Flaschenform und die Etiketten (siehe auch: Bionade kämpft gegen Nachahmer).
Sinalco wieder belebt
Sinalco wiederum ist eine Marke, die erst in den vergangenen Jahren wieder belebt wurde. Gefunden hatte der Erfinder der Limonade, Friedrich Eduard Bilz, im Jahr 1905 über ein Preisausschreiben unter den Kunden seiner „Bilz-Brause“. Der Name leitete sich von „sine alcohole“, ohne Alkohol, ab. In den folgenden Jahrzehnten bekam die Flasche erst ihren roten Punkt und dann ihre charakteristische Form. Im Jahr 1994 übernimmt die Getränkegruppe Hövelmann in Duisburg Walsum die Markenrechte an der Limonade und beginnt mit der Neubelebung der Marke.
Auch andere Limonadenmarken wie Afri-Cola oder Bluna wurden in den vergangenen Jahren mit zum Teil unterschiedlichem Erfolg wieder in den Handel eingeführt. 1998 hatte die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG die Markenrechte an Afri-Cola gekauft. Daraufhin versuchte diese, dem Retro-Trend folgend, die Marken Afri-Cola und Bluna wiederzubeleben. Allerdings gelang es nicht, den beiden Marken den erhofften Kultcharakter zu verleihen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,30 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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