Home
http://www.faz.net/-hf8-71vg5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

DIHK-Forderung Firmen verlangen rasch mehr Kita-Plätze

 ·  Nächstes Jahr haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz - doch dafür fehlen noch 160.000 Plätze. DIHK-Chef Driftmann fordert einen schnellen Ausbau.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (12)

Die deutsche Wirtschaft fordert einen raschen Ausbau der Kita-Plätze. Die Politiker müssten mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun, mahnt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, in der „Welt“ (Montagausgabe): „Der Ausbau der Kita-Plätze schreitet viel zu langsam voran. Die Politik muss dringend ihre Hausaufgaben machen“, sagte Driftmann und verwies auf eine Umfrage seines Verbandes unter rund 2000 Unternehmen.

Neun von zehn Betrieben erwarteten demnach rasche Abhilfe, und zwar nicht nur für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern, sondern auch für die von Schulkindern. „Denn der Engpass an Betreuungsplätzen wird für die Betriebe zum immer größeren Ärgernis“, sagte Driftmann laut Vorabbericht.

Derzeit fehlen 160.000 Kita-Plätze

Ab 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtssanpruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums fehlen derzeit aber rund 160.000 Kita-Plätze. Ministerin Kristina Schröder möchte darum die staatliche Förderung für neue Kita-Plätze vorrangig an westdeutsche Länder mit hohem Nachholbedarf vergeben, wie sie der F.A.S. sagte.

Nach der Umfrage, auf die sich Driftmann beruft, stehen flexiblere und längere Öffnungszeiten von Kitas ganz oben auf der Wunschzettel der Unternehmen: 55 Prozent sehen dies als dringend notwendig an, gut ein Drittel immerhin noch als notwendig.

Betreuungsplätze für Schüler sind für Firmen fast genauso wichtig

Fast ebenso wichtig seien für die Betriebe mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder und Schüler, heißt es dem Bericht zufolge in der Umfrage. Die vergangenen fünf Jahre hätten hier offenbar keine spürbaren Fortschritte gebracht. Die Bedeutung sei für die Firmen im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2007 gleich groß geblieben.

Fast zwei von drei Grundschulen schlössen spätestens zwischen 15.00 Uhr und 17.00 Uhr, ergab die Erhebung. Nur sechs Prozent böten ein Betreuung nach 17.00 Uhr an. Das stelle Eltern, die länger arbeiten, sowie ihre Arbeitgeber vor große Schwierigkeiten.

„Um dieses Engagement zu unterstützen, muss die Politik bürokratische Hürden beim Errichten vor allem von betrieblichen Kindertagesstätten beseitigen“, verlangte Driftmann. Allein die Erfassung und Recherche der oft intransparenten und in Ländern und Kommunen unterschiedlich gehandhabten bau- und versicherungsrechtlichen Vorschriften bedeute einen großen Aufwand. Das Gleiche gelte für kommunale Fördergelder, sagte Driftmann und fügte hinzu: Die Unternehmen seien nicht „die Ausputzer für Bund, Länder und Kommunen“.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Mütter der (Solar-)Subvention

Von Lisa Nienhaus

Wieso regen wir uns auf über billige chinesische Solarmodule? Eigentlich sollten wir uns einfach bedanken und freuen, dass die Energiewende so etwas günstiger vonstatten geht. Mehr 44 40

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --