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Beruf und Familie OECD: Betreuungsgeld zerstört Arbeitsanreize

29.11.2007 ·  Deutschland schneidet im internationalen Vergleich zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf schlecht ab. Das zeigt eine neue OECD-Studie. Die OECD lobte das Elterngeld und den geplanten Ausbau der Kinderbetreuung. Kritik gab es aber für das für 2013 geplante Betreuungsgeld.

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Deutschland schneidet im internationalen Vergleich zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf schlecht ab. Deutschland könnte „durch mehr Betreuungsplätze die Arbeitsaufnahme von Frauen erleichtern und dadurch auch die wirtschaftliche und soziale Situation für Familien verbessern“, sagte Willem Adema, Experte für Familienpolitik im OECD-Direktorat für Beschäftigung, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik, am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Studie „Babies and Bosses“.

Die OECD begrüßte zugleich Maßnahmen wie das im Januar 2007 eingeführte Elterngeld und den geplanten Ausbau der Kinderbetreuung. Transferleistungen wie das für 2013 geplante Betreuungsgeld werden dagegen kritisiert. Die Effekte seien „oft desaströs“. Sie zerstörten die Anreize zur Arbeitsaufnahme.

Betreuungsplätze: unterdurchschnittlich

Trotz großzügiger finanzieller Leistungen für Familien wüchsen in Deutschland mehr Kinder in Armut auf als im OECD-Schnitt, kritisierte Adema. Auch stünden in Deutschland nur für 9 Prozent der 0 bis 3-Jährigen Betreuungsplätze zur Verfügung. Im OECD-Mittel sind es 23 Prozent. In den nordischen Ländern würden Werte zwischen 40 und 60 Prozent erreicht, heißt es in dem Bericht weiter.

Zwar wendet Deutschland rund drei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für familienfördernde Maßnahmen wie Kindergeld, Steuererleichterungen und Dienstleistungen auf und liegt damit über dem OECD-Schnitt. Allerdings lag der Anteil der Dienstleistungen etwa zur Kinderbetreuung nur bei 0,77 Prozent am BIP, im Schnitt der 24 untersuchten Staaten sind es 0,9 Prozent.

Frauenerwerbsquote und Geburtenrate in direktem Zusammenhang

Auch die Beschäftigungsquote bei Alleinerziehenden liegt in Deutschland mit 62 Prozent deutlich unter dem OECD-Schnitt von 71 Prozent. Der Anteil der Kinder, die in einem Haushalt mit weniger als der Hälfte des gewichteten Durchschnittseinkommens leben, liegt hierzulande mit 12,8 Prozent ebenfalls über dem Länder-Durchschnitt von 12 Prozent. Dabei sind Kinder, die nur mit einem Elternteil leben, besonders häufig von Armut betroffen.

Laut OECD ist ein direkter Zusammenhang zwischen Frauenerwerbsquote und Geburtenrate für die OECD-Länder feststellbar. Waren 1980 noch in Ländern mit einer geringen Erwerbsbeteiligung von Frauen die Geburtenraten hoch, so habe sich das Verhältnis mittlerweile umgekehrt.

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Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 8 7

29.05.2012 17:45 Uhr
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