18.09.2012 · Die Techniker-Krankenkasse hat hohe Rücklagen - und nutzt sie jetzt, um ihren Versicherten Geld zurückzuzahlen. Wie viel sie zahlt, steht noch nicht fest. Sicher ist aber: Wer das Geld haben möchte, kann noch in die Kasse wechseln.
Von Andreas MihmRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Versicherte bekommen Geld zurück
Nach dem 5 Milliardenloch eine Umstellung des Gesundheitssystems. In den
Apotheken ein neues Vergütungslsytem, 2004 erstellt,
rückwirkend auf die Zahlen von 2002 und seither nicht mehr so
richtig verändert. Zwangsrabatt der Pharmahersteller pro Packung
von 16 5 Prozent an die Kassen, Zwangsrabatt der Apotheken von jeder
verkauften Packung Arzneimittel ( freiwillig in den 90 ern
eingeführt und zwangsweise beibehalten). Umstellung in den neuen
Gesundheitsfond mit neuen und schmäleren Leistungskatalogen und
entsprechenden Einsparungen. Zwangsrabatte der
Pharmagroßhändler an die Krankenkassen. Die Angst vor der
drohenden großen Krise hat Vieles verändert.
Dann die Wende. Die wirtschaftlichen Jahre laufen ungebremst weiter. Die
Mitglieder zahlen fleissig ein. Die große Krise bleibt aus.
Wem gehören jetzt die 22 Milliarden?
Versicherte bekommen ihr Geld zurück
Ich habe noch nie davon gehört, dass Leistungsträger, die einem Leistungsanbieter in der Patsche mit beträchtlichen Leistungen aushelfen dürfen müssen, um den eigenen zusätzlichen Hilfseinsatz geprellt werden, wenn sich der Leistungsanbieter wieder erholt hat, und dass der Leistungsanbieter vergisst, auf das ursprüngliche Mass zurückzustellen. Das scheint jedoch eine systemeigene Eigenschaft in diesem Gesundheitswesen zu sein, denn die Kassen haben noch kein Zeichen davon erkennen lassen, dass die Zwangsrabatte wieder zurückgefahren werden.
Denen die die Beiträge bezahlt haben. Dass die Leistungsanbieter
in die Pflicht genommen werden ist doch die Grundlage eines jeden Systems.
Ob bei der Altersvorsorge oder wo auch immer: Stets wird einem eingeflüstert,etwas für schlechte Zeiten auf die hohe Kante zu legen.Warum kann man den Kassen nicht empfehlen,für ebensolche Zeiten vorzusorgen und sich ein Polster anzulegen?Stattdessen üben sich,wie letztens geschehen,die Ärzte in Protest,um etwas vom großen Kuchen der Beitragszahler abzubekommen.Jetzt warte ich auch noch auf den Aufschrei der Zahnärzte,die ja bekanntlich hart an der Grenze zur Armut leben.Es ist schon seltsam: Schreien Ärzte Zeter und Mordio,bekommen sie,was sie wollen;für die Müllkutscher etwa,die man,zugegeben platt gesagt,ebenso nötig braucht gilt das noch lange nicht,obwohl auch sie Erpressungspotential hätten.Aber es sind halt keine eloquenten Akademiker im weißen Kittel...
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.09.2012 17:13 UhrEine Versicherung unter derzeit rund 165 Krankenversicherungen
kann nur die Risiken versichern und darf niemals Sparkasse sein. Nein die gesetzlichen Krankenversicherungen dürfen nur vernünftige angemessene Rücklagen bilden. Da aber bei den Krankenkassen schon heute mehr als 22 Milliarden € angesammelt sind muss bei dauernd weiter steigenden Einnahmen und geringeren Ausgaben durch verantwortliche Verwaltung der temporäre Überschuss an die Beitragszahler zurück gereicht werden. Die Sozialsysteme schwimmen durch die hohe Beschäftigung und auch Tariferhöhungen wie Rentenerhöhungen in Geld.
Wenn die TK nicht abhängig von den eingezahlten Beiträgen, das Geld zahlt, dann ist das nur eine teure Neukundenwerbung. Wie krank ist dieses System?
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.09.2012 18:37 UhrDas ist doch nicht das Thema. 165 Krankenkassen sind auf jeden Fall zu viele.
Und 22 Milliarden € und jeden Monat weitere zusätzliche
Milliarden € weil die Wirtschaft brummt und die Versicherten dank
höherer Löhne und Renten exakt soviel mehr an Beiträge
zahlen müssen. Jede Tariferhöhung spült exakt genau
den gleichen % mehr an Beiträgen in die Gesetzlichen Kassen. Es
spielt auch keine Rolle ob nun 8 oder 9 Millionen Versicherte in
einer Kasse versichert sind. Ein Vergleich mit Produktionsbetrieben
ist unsinnig. Krankenkassen sind Verwaltungen und niemals Gewinn
orientiert oder gar spekulativ ausgerichtet die für
Eigentümer oder Investoren wirtschaften. Reguläre sehr breit gestreute
Versicherungsrisiken ohne plötzliche Katastrophen sind
abzusichern. Nicht mehr und nicht weniger
Frau Gruber :Grösse ist nicht immer gut
Die TK ist die zweitgrösste Kasse in Deutschland und strebt den
1.Platz an. Seitdem diese Kasse über Fusionen immer stärcker
gewachsen ist, sind ihre Leistungen schlechter und ihre Beiträge
teurer geworden.
Grösse ist nicht immer gut. Früher gab es das Lean Management
als Begriff für eine gute Organisationsform. Viele Manager sind
Ihren Thesen gefolgt und sind gescheitert.
z.B. : Piech von VW mit der Rolls-Royce Fusion
Schremp von Daimler mit der Chrysler Fusion
Auch viele Landesbanken haben uns mit dem Grössenwahn sehr viel
Geld gekostet.
Jede grosse Organisation wird mit wachsender Grösse
schwerfällig und unflexibel.
Jede Kasse die ordentlich gewirtschaftet hat kann sich das leisten.
Natürlich ist diese Neukundenwerbung eine sehr sinnvolle. Wenn so nur 50.000 neu Versicherte oder mehr geworben werden, wird die wirtschaftliche Basis der TK sehr viel stärker. Ohne eine zusätzliche Verstärkung in der Mitarbeiterzahl und bei wesentlich bessere Streuung der Risiken wird ein Potential und Synergie gehoben. Das System wird noch gesünder. Nein es ist nicht krank. Es wird wirtschaftlicher. Letztlich leistungsfähiger.
Fakt ist die Zahl der Versicherten und die Beiträge übersteigen mit 22 Milliarden €
die Kosten. Fakt ist der Staat hat jede wirtschaftliche Komponente und Wettbewerb durch Einheitstarife unterbunden. Dass die Geldvorräte durch einmalige Auszahlungen nicht weiter angesammelt werden ist vernünftig weil mit Einmalzahlungen auch bei Wiederholung nötige Reserven nicht angegriffen werden. Somit ein Sicherheitspuffer bleiben. Dass bei der TK durch erheblich mehr Mitglieder die Risikostreuung sehr viel günstiger wird ist ein nützlicher Nebeneffekt. Für alle Versicherten.
Wer das Geld haben möchte, kann noch in die Kasse wechseln?
Lieber Herr Mihm, Sie sollten die Menschen nicht auf's Glatteis
führen, oder sind Ihnen die Folgen eines Versicherungswechsels,
zumindest bei freiwillig Versicherten, nicht bekannt? Und die gibt es
schließlich auch in den GKV.
GKV zu GKV
bei gesetzlicher zu gesetzlicher gibt es keinerlei Probleme.
was für ein krankes Gesundheits-"system"
Laut Artikel können jetzt also noch Leute zur TKK wechseln, nur um
die Prämie mitzunehmen. DAS ist doch wirklich die Absurdität
auf die Spitze getrieben. Ich bin bei der TKK schon über meine
Eltern, wäre ich nicht zufrieden, ich hätte irgendwann
gesehen, welche Kasse mir besser erscheint. Aber zu einer Kasse zu
wechseln, weil die eine Prämie ausschütten muss, - das
drückt genau jene verlogene Haltung aus, die in unserer
Gesellschaft in den letzten 15 A immer mehr gezüchtet worden ist.
Mit langfristigem Denken hat das rein gar nichts zu tun, ist aber
politisch gewollt und als "Konkurrenz ist die Triebfeder
von..." angepriesen. Eine Kasse nennt sich seit Jahren
"Gesundheitskasse", das ist auch so ein Euphemismus, der
propagandistisch mit Wortzuckerhülsen der Realität aus dem Weg
springt: Gerade diese Kasse ist in Kollegenkreisen die Verrufenste.
Gerade in dieser Kasse hat das Bundesgesundheitsministerium die direkte
Aufsicht...
Stimmt nicht ganz
Nur ganz kurz: Die "Gesundheitskassen" unterliegen nicht der Aufsicht des BMG, sondern - als landesunmittelbare Kassen - der Aufsicht der Länder. Was Ihr Seitenhieb auf die AOKen soll, habe ich jedoch nicht ganz verstanden.
Das hat mich irritiert: Rücknahme der Praxisgebühr zu aufwendig?
Herr Baas: "... Lieber hätte man den TK-Kunden die
Praxisgebühr erlassen. Das sei aber zu verwaltungsaufwändig, ..."
Wie ist das zu verstehen?
Das wäre doch generell ein Weg, die Kosten zu verrringern!
Anscheinend hat die Gebühr doch nicht die erhoffte
Steuerungsfunktion gezeitigt.
OT: Erinnert micht irgendwie an die sog. "Umweltzonen".
...
Das Problem dürfte sein, dass nicht ein Kasse allein die Praxisgebühr abschaffen kann, bzw. wenn man die Praxisgebühr wieder erstatten würde, wäre das wirklich ein bescheuerter bürokratischer Aufwand.
Endlich eine gute Sache. Nicht weil es Geld regnet , nein weil das
ein wichtiger Schritt ist, dass noch einige Krankenkassen verschwinden und so eine natürliche Reduzierung auf weniger Kassen erheblich wirtschaftlicher für alle Versicherten in Deutschland wird. Das lange angepeilte Ziel maximal 25 Gesetzliche Krankenkassen rückt also näher.
So etwas nenne ich Veruntreuung
Die TK wird wie alle Kassen vom Steuerzahler mit Milliardengeldern gepempert, die in der Gesundheitsfond fliessen. Dieser und längst nicht mehr die Versicherten allein speisen die GKVs. Jetzt wird ein Wechsel zur TK einsetzen, weil GKV Versicherte anderer Kassen bei der TK Rückzahlungen abgreifen wollen, die eigentlich dem Staatshaushalt zustehen. So etwas nenne ich Veruntreuung von Steuergeldern. Aber ein Jahr vo der Wahl ist alles erlaubt, was gefällt.
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.09.2012 12:04 UhrJeder versicherte bekommt Geld . Was soll denn der Arbeitgeber in dem Zusammenhang?
Dass in Deutschland der Arbeitgeber den Arbeitnehmer und Arbeitgeberanteil an die Krankenkasse zahlt steht so im Gesetz. Nur ist die Wirklichkeit anders. Für jeden Arbeitgeber ist AN wie AG Anteil eine Einheit und Bruttolohn. Insgesamt könnte der Arbeitgeber alles in einer Summe zahlen oder alles dem Arbeitnehmer auszahlen der dann selbst verantwortlich 100 % des Krankenkassenbeitrags abliefert. Es ist nur ein in Deutschland gewolltes Spielchen. Kein Arbeitgeber zahlt tatsächlich. Jeder Arbeitnehmer bekommt in Wirklichkeit um die 100 % Versicherungsprämie reduziert den Lohn netto ausgezahlt. Genauso ist es bei der Rentenversicherung. Die TK aber sieht immer nur den Beitrag des Versicherten und wer welche Anteile zahlt das interessiert die Versicherung nie.
Irgendwie ist das aber nicht richtig
Sie schreiben:
Die TK wird wie alle Kassen vom Steuerzahler mit Milliardengeldern
gepempert, die in der Gesundheitsfond fliessen.
Sie haben recht mit Ihrer Behauptung, dass der Staat in den
Gesundheitsfond einzahlt.
Nur sind die Gründe für diese Einzahlung nicht, dass die
"Krankenkassen gepempert" werden, sondern dass der Staat diese
Einzahlungen dafür vornimmt, das er den Beitragszahlern Lasten
aufbürdet, die eigentlich Sache alle Steuerzahler wären, z.B.
die Kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen. Schon da
zahlt der Staat nicht die wirklichen Kosten ein, sondern macht das nach
"Kassenlage". Also Vorsicht mit solchen Äusserungen.....
...
Die AG zahlen doch eh schon ~1% weniger. Bis das abgeschmolzen ist, kann viel ausgezahlt werden.
Und was ist eigentlich
mit der Rückerstattung des Arbeitgeberanteils?
Kurzsichtige mögen das Geld verplempern nennen.
Insgesamt aber ist es dauerhaft eine erhebliche Kostenreduzierung
für alle Versicherten.
Der Zuschuss aus Steuermitteln wird auf alle Versicherten und alle
Krankenkassen verteilt und viele arbeiten eben nicht wirtschaftlich
oder sind zu klein um die großen Risiken zu tragen.
Wenn die nicht wirtschaftlich arbeitenden mit zu großem
Verwaltungsaufwand verschwinden dann ist die Entlastung des
Staatshaushalts sicher eher möglich. Für die Zukunft ist es
auf jeden Fall eine gute Entwicklung. Für alle Versicherten und
die Gemeinschaft auch deshalb weil gerade die TK schon sehr lange
für sparsames Wirtschaften bekannt , die Sorgfaltspflicht
erfüllt.
| Name | Wert | Änderung | |
|---|---|---|---|
| F.A.Z.-Index | -- | -- | |
| Dax | -- | -- | |
| Dow Jones | -- | -- | |
| Euro in Dollar | -- | -- | |
| F.A.Z.-Anleih… | -- | -- | |
| Gold | -- | -- | |
| Rohöl Brent | -- | -- | |
| Bund Future | -- | -- | |