03.11.2007 · Das Streik-Urteil von Chemnitz hat die Lokführer erheblich gestärkt. Sie dürfen jetzt auch im Güter- und Fernverkehr streiken. Die GDL will kommende Woche über konkrete Maßnahmen entscheiden. Bahnchef Hartmut Mehdorn sucht unterdessen Hilfe bei der Bundesregierung.
Bahnchef Hartmut Mehdorn hat im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL die Bundesregierung zum Eingreifen aufgefordert, um die Macht kleiner Spartengewerkschaften gesetzlich einzuschränken. Die Bahn sei mit einem Arbeitskampf konfrontiert, in dem ein eigenständiger Tarifvertrag für eine Berufsgruppe durchgesetzt werden solle, zitierte der „Spiegel“ am Samstag aus einem Brief Mehdorns an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Aufsichtsrat des Unternehmens. Dies hätte eine Spaltung der Belegschaft und eine schwer zu beherrschende Tarifvielfalt zur Folge, die auch auf andere Wirtschaftszweige übergreifen würde.
Um eine solche Entwicklung zu verhindern, solle ein „Ordnungsrahmen zum Erhalt der Tarifeinheit am Standort Deutschland“ geschaffen werden, schlug Mehdorn dem Vorabbericht zufolge vor. In einem Betrieb sollten immer nur die Bestimmungen eines Tarifvertrages anwendbar sein. Andernfalls könne die in Deutschland seit Jahrzehnten bewährte Sozialpartnerschaft und damit ein bedeutender Standortvorteil Schaden nehmen, zitierte das Nachrichtenmagazin weiter aus dem Brief.
In der kommenden Woche drohen Streiks
Auch der Chef der größten Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, warnte erneut vor einer Spaltung der Belegschaft. Zwar sei das Streik-Urteil von Chemnitz als Stärkung der Arbeitnehmerrechte zu begrüßen, sagte er dem Magazin „Focus“. Der Kurs der GDL bleibe aber falsch. „Ihre Forderungen spalten die Belegschaft“, sagte Hansen, dessen Gewerkschaft bereits hohe Einkommensverbesserungen mit der Bahn ausgehandelt hat.
In dem seit Monaten andauernden Tarifkonflikt drohen in der kommenden Woche Streiks im Güter- und Fernverkehr, nachdem am Freitag das sächsische Landesarbeitsgericht in Chemnitz ein Streikverbot der Vorinstanz aufgehoben hatte (siehe Lokführer dürfen auch im Güter- und Fernverkehr streiken). Die GDL, die von der Bahn einen eigenständigen Tarifvertrag über Einkommen und Arbeitszeiten fordert, will über konkrete Maßnahmen Anfang der Woche entscheiden.
Vertreter der Wirtschaft riefen Bahn und GDL auf, sich rasch wieder an den Verhandlungstisch zu setzen und einen Kompromiss zu suchen. Die GDL müsse nach dem Chemnitzer Urteil mit ihrer neuen Stärke verantwortungsvoll umgehen, mahnte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun im „Spiegel“. „Zugleich sollte die Bahn AG jetzt ausloten, was machbar ist, um einen Kompromiss zu erzielen“, forderte er. Der Verkehrsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), August Ortmeyer, sagte im NDR, bei einem Streik könnten die Unternehmen nicht kurzfristig den Transport ihrer Waren von der Schiene auf Lastwagen verlegen. Im Straßen-Güterverkehr gebe es keine Reservekapazitäten. Das größte Problem sei, dass es zu wenige Fahrer gebe. Deswegen blieben bei Speditionen jetzt schon viele Aufträge liegen.
Merkwürdig, wie Herr Mehdorn,
Ernst-Markfried Kraatz (ErnstKraatz)
- 03.11.2007, 14:48 Uhr
Aufruf an alle Lkw-Fahrer
Jörn Puscher (puscher)
- 03.11.2007, 14:53 Uhr
Mehdorn redet Unsinn!
Wilhelm Friedrich (WillyF)
- 03.11.2007, 15:22 Uhr
Um Hrn. Mehrdorn braucht es einem nicht leid tun, aber Streik in Monopolen nein
otto morgenroth (aurora2)
- 03.11.2007, 16:23 Uhr
Mehdorn ist doch sonst nicht so ein Weichei.
Andreas Neubert (Citizen_Kane)
- 03.11.2007, 16:58 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.429,30 | −1,20% |
| EUR/USD | 1,2401 | −0,70% |
| Rohöl Brent Crude | 103,45 $ | −3,18% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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