09.07.2007 · Die Deutschen Bahn hat sich mit zwei von drei Gewerkschaften geeinigt. Die Lokführer müssen sich jetzt beeilen. Denn die Bahnkunden werden nur vorübergehend Verständnis für die überzogenen Forderungen haben. Ein Kommentar von Matthias Müller.
Von Matthias MüllerTransnet-Chef Norbert Hansen kann aufatmen. Der Tarifabschluss mit der Deutschen Bahn, der Lohnerhöhungen von 4,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro für die 134 000 Bahnbeschäftigten vorsieht, stärkt Hansen vor dem außerordentlichen Gewerkschaftstag am Mittwoch in Fulda den Rücken. Denn seine zustimmende Haltung zum Börsengang des Staatskonzerns ist im eigenen Haus umstritten, ganz zu schweigen von seinem Dissens mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und dem Deutschen Gewerkschaftsbund, die gegen die Privatisierung Stimmung machen.
Mit dem Tarifabschluss hat Bahnchef Hartmut Mehdorn jedoch nur einen Brand gelöscht. Seinem Unternehmen und den Bahnkunden droht nun Ungemach durch die Lokführer. Die Bahn lehnt Verhandlungen mit deren Gewerkschaft GDL über einen eigenständigen Spartentarifvertrag sowie Lohnerhöhungen von bis zu 31 Prozent kategorisch ab. Mehdorn dürfte auf den Faktor Zeit hoffen. Denn die Bahnkunden, deren Löhne in den vergangenen Jahren meist nur gering gestiegen sind, werden nur vorübergehend Verständnis für die überzogenen Forderungen der Lokführer haben. Der GDL droht dann jedoch die Gefahr, dass ihr Ansehen dauerhaft beschädigt wird, was durchaus im Sinne von Mehdorn und Hansen sein könnte. Auch daran sollten die Lokführer nun denken.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.429,30 | −1,20% |
| EUR/USD | 1,2401 | −0,70% |
| Rohöl Brent Crude | 103,45 $ | −3,18% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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