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Aus „persönlichen Gründen“ Axel Weber verlässt die Bundesbank Ende April

 ·  Das tagelange Rätselraten über den Rückzug von Bundesbank-Chef Weber ist beendet. Er tritt bereits Ende April ab. Was Deutschlands oberster Währungshüter danach macht, ist ebenso offen wie die Frage, ob Merkel einen Deutschen auf den Chefposten der EZB setzen will.

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Bundesbankpräsident Axel Weber wird am 30. April aus seinem Amt scheiden. Das teilten Bundesbank und Regierungssprecher Steffen Seibert in gleichlautenden Mitteilungen mit. Wer ihm nachfolge, werde in der nächsten Woche bekanntgegeben, sagte Seibert am Freitag nach einem Treffen Webers mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU). Die Kanzlerin habe die Entscheidung mit Respekt für seine persönlichen Gründe zur Kenntnis genommen. Weber äußerte sich nicht zu seiner weiteren beruflichen Zukunft. Sofern er keine anderen Pläne entwickelt, hat Weber die Möglichkeit, an die Universität Köln zurückzukehren, hieß es im Umfeld der Bundesbank.

Webers achtjährige Amtszeit endet eigentlich erst Ende April 2012. Anders als Merkel und Schäuble äußerte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) Bedauern. Weber habe für die Unabhängigkeit der Bundesbank gestanden. „Er hat die Grundsätze einer auf Preisstabilität ausgerichteten Geldpolitik vertreten und verteidigt und damit das unverzichtbare Vertrauen der Wirtschaft und der Bürger in ein inflationsfreies Wachstum stabilisiert.“

Am Vormittag hatte Schäuble signalisiert, dass die Bundesregierung nun nicht auf einem Deutschen als Nachfolger von Jean-Claude Trichet an der Spitze der Europäischen Zentralbank beharrt. Sie hält sich gleichwohl diese Möglichkeit offen. „Deutschland hat nie erklärt, dass es auf einem deutschen Kandidaten besteht“, sagte Schäuble vor Webers sich abzeichnenden Rückzug. Bis Ende März gehe es vorrangig um die Reformen im Euro-Raum, sagte Schäuble am Freitag. „Wenn das gelöst ist, dann werden wir uns mit der Frage des bestmöglichen Kandidaten beschäftigen“, sagte er mittags nach dem deutsch-französischen Finanz- und Wirtschaftsrat.

Weber hatte nach den Irritationen um seine weitere Karriereplanung auf eine Teilnahme an dem Treffen verzichtet. Bis zum Dienstag dieser Woche galt er in der Öffentlichkeit als deutscher Kandidat für die nächste Präsidentschaft der EZB. Trichets Amtszeit endet im Herbst. Die Bundesregierung sah gute Chancen, diese Personalie in ihrem Sinne zu klären, bis Weber diese Pläne durchkreuzte, indem er zu erkennen gab, weder an einer zweiten Amtszeit noch an Trichets Aufgaben interessiert zu sein. In der Öffentlichkeit wurde das als Bloßstellung der Bundeskanzlerin gewertet, zumal sie in seinen Rückzugsplan nicht eingeweiht schien. Mit mehrmaligen Ankündigungen, sich erklären zu wollen, auf die keine Erklärung folgte, hatte Weber für Verwirrung und Verärgerung gesorgt. Sein Vorgehen verstärkte zudem die Gerüchte, er wolle zur Deutschen Bank gehen. Im Umfeld der Europäischen Zentralbank wurde Unverständnis über den unerwarteten Absprung Webers geäußert. „Ein solches Amt wie das des Bundesbankpräsidenten wirft man nicht einfach so weg“, sagte ein hochrangiger EZB-Angehöriger. Andererseits ziehe sich die Sprunghaftigkeit und die unglückliche Kommunikation wie ein roter Faden durch Webers Amtszeit.

Auch in der Führung der Bundesbank war die Verunsicherung am Freitag mit Händen zu greifen. Im Stundentakt gingen neue Gerüchte über mögliche Nachfolger um. Als größter Favorit für Webers Nachfolge als Präsident der Bundesbank gilt nach wie vor Jens Weidmann, der die Kanzlerin in wirtschaftspolitischen Fragen berät und zuvor Abteilungsleiter bei der Bundesbank war. Spekuliert wurde in Finanzkreisen auch, dass der Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler seinen in diesem Jahr auslaufenden Vertrag verlängert, um übergangsweise die Bundesbank zu leiten. Dann würde der erst 42 Jahre alte Weidmann als Vorstandsmitglied Zeit gewinnen, um zusätzliche Erfahrungen zu sammeln, ehe er nach ein oder zwei Jahren die Präsidentschaft der Bundesbank übernähme. Dagegen spricht, dass Verträge der Bundesbank-Vorstände mindestens fünf Jahre laufen. In Regierungskreisen galt eine solche Lösung ebenfalls als unwahrscheinlich.

Auch eine andere Variante - ein Wechsel des EZB-Direktors Jürgen Stark an die Spitze der Bundesbank - scheint nicht weiterverfolgt zu werden. Dem Vernehmen nach ist die Politik bislang nicht auf Stark zugegangen. Der Wechsel hätte den Nachteil, dass dann ein Loch gestopft, ein anderes bei der EZB jedoch geöffnet würde. Ob Weber kommende Woche an der Konferenz der Finanzminister und Notenbankchefs der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer teilnehmen wird, blieb unklar. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, die Bundesbank werde vertreten sein. Wen sie entsende, sei ihre Sache.

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